Im Test: Sony Alpha 7 III

Wie schlägt sich die neue Vollformatkamera im hauseigenen Vergleich?
28.08.2018

Gegenüber ihrer Vorgängerin vom Januar 2015 hat Sony die Alpha 7 III in vielen Bereichen überarbeitet. Mit Verbesserungen bei Autofokus und Serienbildern sowie 4K-Video mausert sie sich zum echten Allrounder. Wir haben sie im Praxis- und Labortest mit den anderen spiegellosen Vollformatkameras von Sony verglichen.

sony-a7iii_right_eu02_web.jpg

Sony Alpha 7 III schräg

Die Vorder- und die Oberseite bestehen aus einer Magnesium-Legierung.

© Sony

In Sonys Vollformatsortiment überzeugen die Modelle der 7er-Serie (ohne Buchstabenanhängsel) mit den besten Preis-Leistungsverhältnissen. Wie bei Sony üblich bleiben auch mit der Markteinführung der Alpha 7 III die Vorgängermodelle auf dem Markt und sind besonders günstig zu haben: Die Alpha 7 II aktuell für rund 1250 Euro, die Alpha 7 der ersten Generation (noch ohne Bildstabilisator) wird sogar für 840 Euro angeboten – preiswerter kann man zurzeit mit einem Neugerät nicht in die Vollformatfotografie einsteigen. Die erste Kamera, die Sony in die dritte Generation überführt hat, war Ende letzten Jahres die Alpha 7R III, die mit ihrem 42,4-Megapixel-Sensor Maßstäbe bei der Bildqualität setzt, aber mit 3500 Euro deutlich teurer ist. Die Alpha 7 III für 2300 Euro knüpft nun schon äußerlich an die 7R III an. So ist der Handgriff im Vergleich zur zweiten Generation etwas größer geworden und es sind eine AF-On-Taste und ein Joystick hinzugekommen, mit dem sich beispielsweise das AF-Messfeld verschieben lässt. Das gelingt alternativ auch über den neuen Touchscreen – mit Hilfe der Touchpad-Funktion auch im Sucherbetrieb, wobei sich der aktive Bereich beispielsweise auf die rechte Seite des Monitors begrenzen lässt, um nicht versehentlich den Fokus mit der Nase zu verschieben. Die Touch-Funktionen sind übrigens nach wie vor etwas halbherzig implementiert. Neben dem Touch-AF stehen noch Spreizgesten zur Vergrößerung der Bilder im Wiedergabemodus zur Verfügung, aber weder die Menübedienung noch Wischgesten sind möglich.

Der kippbare Monitor hat eine Diagonale von 7,5 cm und eine Auflösung von 921.600 Punkten und löst damit etwas niedriger auf als in der Vorgängerin (1,228 Mio. Punkte) oder der 7R III (1,44 Mio. Punkte). Der OLED-Sucher hat mit 2,4 Millionen Punkten ebenfalls keine Rekordauflösung (die Sucher der Alpha 7R III und des Sport-Flaggschiffs Alpha 9 stellen 3,7 Millionen Punkte dar), ist aber dank verbesserter optischer Elemente größer geworden. Die Vergrößerung beträgt 0,78x statt 0,71x, die Bildwiederholrate 60 fps. Der Unterschied zu den höher auflösenden Suchern ist sichtbar, aber nicht dramatisch. Der Vorteil der niedrigeren Auflösung von Monitor und Sucher liegt im geringeren Stromverbrauch. So liefert der aus der Alpha 9 und 7R III bekannte Z-Akku in der Alpha 7 III im Monitorbetrieb Strom für 710, bei Verwendung des Suchers für 610 Aufnahmen; beides sind Rekordwerte für spiegellose Kameras, die sogar mit einigen Vollformat-SLRs mithalten können: Die Canon EOS 5DS schafft beispielsweise 700, die Nikon D850 allerdings beeindruckende 1840 Aufnahmen. Wem die Akkulaufzeit nicht ausreicht, der kann zum – auch mit der Alpha 7R III und Alpha 9 – kompatiblen Batteriegriff VG-C3M greifen.

sony_alpha_7_iii_dro-50-ev-0_33-portrait2.jpg

Portraitfoto mit Sony Alpha 7 III

Der Dynamikumfang der Alpha 7 III ist beeindruckend (Raw-Entwicklung in Sony Imaging Edge).
Kamera: Sony Alpha 7 III. Objektiv: FE 4/24-105 mm G OSS. Einstellungen: Blitzlicht, f/4,0, 1/200 s, ISO 320, Bildstil Portrait.

© Andreas Jordan

Gegen Staub und Spritzwasser ist die neue Alpha ähnlich gut geschützt wie die 7R III, der Verschluss reicht allerdings nicht an die teurere Kamera heran: Er ist für 200.000 Auslösezyklen ausgelegt, bei der 7R III sind es 500.000. Neu gegenüber der Alpha 7 II ist die Option, mit elektronischem Verschluss komplett lautlos auszulösen (auch bei Serienbildern), die kürzeste Verschlusszeit bleibt dabei allerdings bei 1/8000 s, lässt sich also nicht wie bei der Alpha 9 auf 1/32.000 s verkürzen. Der E-Verschluss ist übrigens bei Aufnahmen mit Leuchtstofflampen nur bedingt geeignet: Bei Belichtungszeiten von 1/125 s oder kürzer kann es zu deutlicher Streifenbildung kommen.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.

Kameras im Test

Wählen Sie eine Vergleichskamera
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Sozialwissenschaftler und Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup) und Tageszeitungen (Hamburger Abendblatt, Berliner Kurier). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.