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Olympus OM-D E-M10 Mark III
Die E-M10 gibt es in Schwarz und Schwarz-Silber

Im Test: Olympus OM-D E-M10 Mark III

Die kleine Systemkamera jetzt mit 4K
30.01.2018

Die dritte Generation der Einsteiger-Systemkamera OM-D E-M10 ­ zeichnet sich durch ein verbessertes Bedienkonzept und den ­hochauflösenden 4K-Videomodus aus. Der Testvergleich zur Vorgängerin fördert aber auch Überraschendes ans Tageslicht

 

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OM-D E-M10 Mark III Schwarz-Silber, Monitor

Der Monitor lässt sich nach unten und oben kippen, aber nicht in die Selfie-Position bringen

© Olympus

Die OM-D-Modelle von Olympus zeichnen sich unter anderem durch ihre herausragende Ausstattung aus. Diese hat allerdings auch ihre Schattenseite: Je mehr Funktionen vorhanden sind, desto schwieriger sind sie in den Untiefen der Menüs auffindbar und vor allem Einsteiger fühlen sich häufig überfordert. Bei der E-M10 Mark III stand daher die Vereinfachung der Bedienung im Mittelpunkt.

Bessere Ergonomie

Zunächst liegt die Kamera dank eines neu geformten Handgriffs etwas besser in der Hand. Der Monitor ist wie bisher nach oben und unten kippbar, aber nicht Selfie-tauglich. Über den Touchscreen lässt sich das AF-Feld verschieben – selbst im Sucher-Betrieb. Die Viererwippe hat Olympus nun beschriftet bzw. mit Symbolen belegt – sie ruft die klassischen Funktionen ISO, Blitz, Serien/Selbstauslöser und AF-Messfeld auf. Ganz neu ist die Short-Cut-Taste neben dem Einschalter. Mit ihr werden je nach Modus die wichtigsten Funktionen aufgerufen. So lassen sich beispielsweise die Szenenprogramme, Art-Filter oder Videomodi noch etwas schneller per Touchscreen auswählen als bisher über die OK-Taste der Viererwippe; eine komplette Menübedienung per Touchscreen ist übrigens nicht möglich. Ebenfalls neu ist die AP (Advanced Photo)-Position auf dem Modusrad. Hiermit ruft man Funktionen auf, die bisher zum Teil in den Menü-Tiefen versteckt waren:

•  Live Composite und Live Time für Langzeitbelichtungen, bei denen der Belichtungsfortschritt nahezu in Echtzeit auf dem Monitor angezeigt wird. Mit Live-Composite lassen sich mehrere Aufnahmen mit unterschiedlich langen Belichtungszeiten kombinieren – beispielsweise eine nächtliche Stadtsilhouette mit einer Langzeitbelichtung von Sternenspuren.

•  Mehrfachbelichtungen aus zwei Bildern (alternativ lassen sich übrigens auch im Wiedergabemodus zwei gespeicherte Raws überlagern).

•  Lautlos mit elektronischem Verschluss. Der E-Verschluss ermöglicht ultrakurze Belichtungszeiten bis zu 1/16.000 s.

•  Panorama (kein Schwenkpanorama, das automatisch in der Kamera zusammengesetzt wird, sondern nur Hilfslinien zur Ausrichtung; das Panorama muss dann am Computer zusammengesetzt werden).

•  Keystone-Korrektur, also die digitale Korrektur stürzender Linien (nur per Software und nicht per Sensorshift wie bei Ricoh Pentax).

•  AE-Bracketing, sprich Belichtungsreihen mit bis zu fünf unterschiedlich belichteten Bildern (bei der E-M10 II waren noch bis sieben Bilder möglich).

•  Focus-Bracketing, also Reihen mit variierender Fokusdistanz. Focus-Stacking, also das Zusammenfügen der Aufnahmen zu einem Bild mit vergrößerter Schärfentiefe in der Kamera, bleibt den Flaggschiffen OM-D E-M1 (Mark I und II) vorbehalten.

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OM-D E-M10 Mark III silver Top

Der Griff fällt etwas größer aus, neu ist die „Short Cut“-Taste neben dem Einschalter

© Olympus

Leider hat Olympus das neue Bedienkonzept mit einer Reduzierung der Kamerafunktionen kombiniert. Eine betrifft auch die Bedienung: Ein traditioneller Schwachpunkt der OM-Ds sind die leicht verstellbaren Einstellräder von denen standardmäßig das vordere mit der Belichtungskorrektur belegt ist. Bei anderen OM-Ds ließen sich harmlosere Funktionen wie die Blitzbelichtungskorrektur auf die Einstellräder legen; das geht nun nicht mehr. Der Fotograf kann nur noch wählen, ob die Belichtungskorrektur auf dem vorderen oder hinteren Einstellrad liegen soll – nach unseren Erfahrungen verstellt sich das hintere nicht ganz so leicht. Immerhin sieht man dank Belichtungssimulation, ob das Bild zu hell oder zu dunkel ist (LV-Erweiterung muss hierfür auf „Aus“ stehen).

Der vielleicht härteste Eingriff ist die Eliminierung des RC-Blitzmodus. Bisher ließen sich mit dem Gehäuseblitz externe Olympus RC-Blitze in mehreren Gruppen manuell oder per TTL steuern. Das geht nun nicht mehr. Behelfen kann man sich, indem man den externen Blitz auf Slave stellt und dann per Vorblitz auslöst – aber natürlich nicht per TTL und ohne die komfortable individuelle Steuerung mehrerer Blitze durch die Kamera.
Eine eigene Position auf dem Modusrad gibt es nach wie vor für die Art Filter. Zu den bereits bekannten ist „Bleach Bypass“ hinzugekommen, im deutschen Menü als „Ohne Bleichen“ bezeichnet. Den Filter gibt es in zwei Varianten, die beide die Farbe entsättigen: Typ I erzeugt einen kontrastreichen, sehr farbarmen Look, Typ II ein weicheres grünliches Bild, das aus manchen Filmen bekannt ist (zum Beispiel „Der Soldat James Ryan“ von Steven Spielberg). Die Art Filter lassen sich mit weiteren Effekten und Rahmen kombinieren und – wenn das Original im Raw-Format vorliegt – auch nach der Aufnahme anwenden. Sie können übrigens auch bei Full-HD-Videos eingesetzt werden. Beim Filter „Lochkamera“ sinkt allerdings die Bildfrequenz deutlich und „Diorama“-Videos (alias Miniatur-Effekt) werden mit Zeitraffer wiedergegeben.

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Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.