aufmacher_canon_eos_m100.jpg

Canon EOS 100M front
Die EOS M100 gibt es in den Farben Schwarz, Grau und Weiß

Im Test: Canon EOS M100

Systemkameras im Test
14.11.2018

480 Euro verlangt Canon für die neue EOS M100. Wir vergleichen sie mit acht anderen spiegellosen Systemkameras mit Micro-Four-Thirds- und APS-C-Sensoren bis 500 Euro Straßenpreis und zeigen, welcher Hersteller das beste Angebot hat

canon-eos_m100-ef-m-15-45mm_top_web.jpg

Canon EOS M100 top

Das Kitobjektiv 15-45 mm ist relativ groß

© Canon

Wi-Fi mit Bluetooth

Die Ausstattung hat Canon gegenüber dem nächsthöheren Modell, der EOS M6 abgespeckt. Neben dem Zubehörschuh, der in der EOS M6 nicht nur den Einsatz eines Blitzes, sondern auch eines Aufstecksuchers erlaubt, fehlen der EOS M100 der Mikrofon-Anschluss, die elektronische Wasserwaage und die Belichtungsreihen. Wie alle Kameras im Test ist die neue Einsteigerkamera mit Wi-Fi zur drahtlosen Bildübertragung beziehungsweise Live-View-Fernsteuerung per Smartphone-App (Android und iOS) ausgestattet. Anders als die Konkurrenz hat Canon auch noch Bluetooth eingebaut, das eine permanente Verbindung zwischen Smartgerät und Kameras erlaubt. Canon ist zurzeit der einzige Hersteller, der eine Fernbedienung per Smartphone-App über Bluetooth ermöglicht; die Kamera lässt sich auf diesem Weg sogar einschalten – eine interessante Funktion beispielsweise für die Tierfotografie.

Videos auch mit Zeitraffer

Videos nimmt die EOS M100 mit voller HD-Auflösung und 60 Bildern/s auf (maximal zehn Minuten am Stück) – einige Panasonic-Kameras im Testfeld beherrschen schon die viermal so hohe 4K-Auflösung. Bei der Videoaufzeichnung lässt sich der Bildstabilisator des Objektivs nutzen – auf Wunsch auch in Kombination mit einem digitalen Stabilisator. Letzterer reduziert wie üblich das erfasste Bildfeld, da der Bildausschnitt auf dem Sensor bewegt werden muss. Eine Canon-Spezialität ist der Modus Hybrid-Auto, in dem ein Foto mit einem 4-sekündigen Video kombiniert wird. Zeitraffervideos lassen sich in voller HD-Auflösung erstellen und aufgenommene Filme können in der Kamera geschnitten werden.

canon-eos_m100-wht-back_monitor.jpg

Canon EOS M100 Monitor

Die Bedienung erfolgt zum großen Teil über den Touchscreen

© Canon

Weitere Ausstattungsmerkmale der EOS M100 sind Objektivkorrekturen (Vignettierung, Farbfehler, Beugung), Kreativfilter (u. a. Miniatur, körniges SW), HDR, Fokus-Peaking, drei verschiedene Seitenverhältnisse (neben dem nativen 3:2, 16:9, 4:3 und 1:1) und ein integrierter Raw-Konverter. Ein Schwachpunkt bei fast allen Canon-Kameras ist der fehlende Schwenkpanoramamodus und auch ein lautloses Auslösen, das viele spiegellose Systemkameras mit Hilfe eines elektronischen Verschlusses realisieren können, sucht man bei der EOS M100 vergeblich.

Geschwindigkeit und Bildqualität

Den langsamen Autofokus, der bei den ersten EOS-M-Modellen störte, hat Canon in der aktuellen Generation ausgemerzt. Die EOS M100 stellt in Kombination mit dem Kitobjektiv EF-M 3,5-5,6/15-45 mm IS STM in 0,21 s scharf und ist damit ähnlich schnell wie die meisten Kameras im Testfeld. Serien kann sie mit 6,1 Bildern/s schießen, allerdings ohne den Autofokus nachzuführen. Wird der Servo-AF aktiviert, so reduziert sich die Geschwindigkeit auf 3,9 Bilder/s. Damit ist die EOS etwas langsamer als die meisten Konkurrenzmodelle. Immerhin ist der Pufferspeicher einigermaßen groß und ermöglicht 80 JPEGs oder 24 Raws in Folge.

Die Bildqualität ist knapp sehr gut und liegt damit etwa auf dem Niveau der meisten Kameras im Test – nur die Sony Alpha 6000 hebt sich deutlich nach oben ab. Etwas enttäuschend sind bei der EOS M100 die Auflösungswerte mit dem 28-mm-Makro: Der Wirkungsgrad beträgt maximal 74 Prozent: Zum Vergleich: Die Olympus Pen E-PL8 erreicht fast 95 Prozent und kitzelt damit auch absolut mehr aus ihrem 16-Megapixel-Sensor heraus als Canon aus dem 24-Megapixel-CMOS (maximale gemessene Auflösung 15,7 effektive Megapixel bei Olympus und 13,1 bei Canon). Die absolut höchsten Auflösungswerte erreicht Sony mit der Alpha 5100 und 6000 mit gut 21 effektiven Megapixeln, was einem Wirkungsrad von rund 94 Prozent entspricht. Auch beim Bildrauschen und der Eingangsdynamik kann sich die EOS M100 nicht positiv von der Konkurrenz mit kleineren Sensoren absetzen – im Gegenteil, in den hohen ISO-Stufen fallen die Ergebnisse der EOS sogar etwas schlechter aus. Relativ gut fallen dagegen die Artefakt- und Scharfzeichnungsnoten aus.

Alternativen

Am besten schneiden im Testfeld die Olympus OM-D E-M10 Mark II, die Panasonic Lumix GX80 und die Sony Alpha 6000 mit jeweils 86 Prozent ab, wobei die Sony bei der Bildqualität die Nase vorne hat. Alle drei Testsieger haben übrigens einen eingebauten Sucher. Bei der Alpha 6000 vom April 2014 fällt der deutlich höhere Listenpreis auf – dass die Kamera inzwischen für knapp 500 Euro erhältlich ist, liegt auch daran, dass Sony bereits zwei höherwertige Schwestermodelle (Alpha 6300 und 6500) auf den Markt gebracht hat. Auch für die Olympus OM-D E-M10 Mark II gibt es ein Nachfolgemodell (Mark III), das sich in erster Linie durch den 4K-Videomodus und ein einsteigerfreundlicheres Bedienkonzept abhebt. Wer etwas größere Kameras im klassischen SLR-Design mag, sollte sich die Panasonic Lumix G70 ansehen, die kaum schlechter als die Testsieger abschneidet – auch hier ist mit der Lumix G81 eine verbesserte Nachfolgerin erhältlich. Den Preistipp gibt es für Olympus Pen E-PL8 ohne Sucher, die schon für rund 400 Euro zu haben ist.

Seite 1
Seite 2
Seite 3
Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.

Kameras im Test

Wählen Sie eine Vergleichskamera
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.