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Acht Fotobücher im Test bei fotoMAGAZIN
Acht Fotobücher im „großen Quadrat“ (ca. 30 x 30 cm) wurden getestet. | Foto: © Markus Linden

Fotobuch Test: Acht Anbieter im Vergleich

Von der Gestaltung bis zum Druckergebnis
02.02.2020

Wir haben bei acht Fotobuch-Anbietern die Software ausprobiert und Testbücher bestellt. Die Ergebnisse des Tests: ein Mal "ausreichend", vier Mal "gut" und drei Mal "sehr gut".

Seit Fotobuch.de, Cewe und Apple vor rund 15 Jahren mit Fotobüchern im Digitaldruck starteten, hat sich einiges getan. Zu den großen Innovationen zählen sicherlich die auf Fotopapier belichteten Echtfotobücher, die Erstellung von Büchern mit Tablets und sogar Smartphones und die immer weiter getriebene Ausstattung mit „Extras“ – besonderen Veredelungen von Covern, der Integration von Links zu Online-Videos bis hin zu den in das Cover integrierten Videodisplays.
Im letzten Jahr verliefen die Entwicklungen eher unspektakulär, aber für die Kunden nicht weniger interessant. Während bei den Echtfotobüchern die Qualität gleichbleibend hoch ist, gibt es beim klassischen Digitaldruck noch Entwicklungspotenzial. Wir haben daher in diesem Test bevorzugt Bücher im Digitaldruck bestellt, aber auch Echtfotobücher sind im Vergleich. Getestet werden die Anbieter: Cewe, Cheerz, Fotobuch.de, Fujifilm, Ifolor, Pixum, Saal Digital und Whitewall.
Interessiert hat uns auch, wie sich die Konsolidierung auf dem Markt der Fotobuchanbieter auswirkt: Übernahmenführen dazu, dass der europaweit größte Anbieter Cewe weiter wächst: Neben der schon länger bestehenden Beteiligung an Pixum gehören jetzt Cheerz und nun auch Whitewall zum Portfolio der Oldenburger Marktführer. Wir wollten wissen, ob und wie sich die Übernahmen auf Erstellungs-Software, Qualität und Service auswirken.

Entwicklungen in der Software

Wichtige Entwicklungen gibt es bei der Software zur Erstellung von Fotobüchern: Fotobuch.de hat seine Software für Windows und macOS von Grund auf neu entwickelt und zeigt mit „Designer 3“ viele spannende neue Funktionen, welche die Erstellung von Büchern erleichtern – und zu besseren Ergebnissen führen. Auch Ifolor hat seine Software modernisiert. Cewe baut Schnittstellen zu seinem Online-Dienst „Cewe MyPhotos“ in seine Software ein. Und Fujifilm setzt mit seiner „MyFujifilm-Software“ auf eine einheitliche Plattform für alle Endgeräte – so können in der Cloud gespeicherte Projekte nahtlos und überall mit den gleichen Tools weiterbearbeitet werden. Pixum bietet jetzt neben seiner Desktop-, Browser- und Tablet-Anwendung auch die Möglichkeit zur Erstellung von Büchern via Smartphone. Zwar zeigen die Kölner so, was man auf den winzigen Bildschirmen alles machen kann – viele Leser des fotoMAGAZINs werden aber wahrscheinlich eher auf den Computer oder das Tablet setzen, weil hier die größere Kontrolle und Flexibilität bei der Gestaltung möglich ist.

Wege zum Fotobuch

Die meisten Fotografen erstellen Fotobücher immer noch mit einer auf dem Computer installierten Software. Fast alle Fotobuchanbieter stellen so eine Software kostenlos für Windows- oder macOS-Rechner zur Verfügung. Nur Cewe und Pixum bieten ihre Software zusätzlich für Linux-Systeme an, Cheerz hat keine eigene Software.
Stattdessen wird bei Cheerz im Browser gestaltet – ein Weg, den auch einige der anderen Fotobuchproduzenten zusätzlich anbieten. Der Vorteil der Arbeit im Browser: Die Daten werden im Internet und somit unabhängig vom jeweiligen Computer gespeichert. Loggt sich der Anwender mit seinen Anmeldedaten von einem anderen Computer aus ein, so kann er nahtlos weiter an seinem Fotobuch arbeiten. Allerdings: Der Funktionsumfang der Browseranwendung ist in der Regel deutlich geringer als bei den installierbaren Fotobuchprogrammen. Auch leidet die Geschwindigkeit, weil das Speichern und das Einlesen der Fotos länger dauert und die gesamte Anwendung etwas träger reagiert.
Bei manchen Anbietern kann ein Fotobuch auch mit einer App für ein Android-Tablet oder ein iPad erstellt werden. Solche Apps sind teilweise sehr leistungsfähig und es macht Spaß, die Fotos mit den Fingern auf die Seiten zu ziehen. Zwar gibt es in den Apps auch Texttools – aber ohne Tastatur bereitet das Tippen wenig Freude. Welche Anbieter eine App zur freien Gestaltung bereitstellen, entnehmen Sie der Tabelle.

Die letzte Möglichkeit ist die Erstellung des Buches auf dem Smartphone. Das ist zwar bei einigen Anbietern möglich, aber die Layout-Möglichkeiten sind sehr stark begrenzt. In der Regel können Sie so nur Bücher mit je einem vollformatig liegendem Foto pro Seite bestellen. Die Grenzen reizt Pixum aus: Mit der neuen Smartphone-App können über Seitenvorlagen die Buchseiten gestaltet und Texte gesetzt werden.

Desktop-Software der Fotobücher im Vergleich

Was die Erstellung am Computer betrifft: Jeder Anbieter hat im Prinzip seine eigene Software (lediglich Pixum übernimmt die von Cewe, Cheerz hat gar keine), mit der ausschließlich die eigenen Bücher bestellt werden können. Das heißt: Mit der Installation der kostenlosen Software legen Sie sich zunächst auf einen Anbieter fest; ein Wechsel des Anbieters setzt die Installation der anderen Fotobuch-Software voraus.
Alle Programme können Fotos einlesen und oft mit einem „Assistenten“ selbstverteilen. Diese Assistenten sind mehr oder weniger intelligent, die Ergebnisse daher eher Glücksache – in der Regel werden Sie die Fotos selbst im Buch verteilen und anordnen wollen. Das ist mit allen Softwares möglich. Die Unterschiede liegen in den Details und im Umfang der Funktionen zur Platzierung und Gestaltung von Fotos und Text.

Frei layouten

Bei der Gestaltung eines Fotobuches haben Sie (außer bei Cheerz) größtmögliche Freiheit: Fotos können frei auf den Seiten verteilt, stufenlos gedreht, skaliert und beliebig angeordnet werden. Allerdings werden Fotobücher selten gut, wenn der Fotograf diese Freiheiten alle nutzt: Denn ohne eine gewisse Ordnung wirken die Fotos nicht. Im Prinzip gibt es zwei Arten, Ordnung in die Gestaltung einer Buchseite zu bringen: mit Vorlagen oder mit Ausrichthilfen.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.