Google Pixel 4 – die Kameras

Software macht den Unterschied
16.10.2019

Google hat die Smartphones Pixel 4 und 4 XL vorgestellt, zu deren wichtigen Kaufgründen die Kameras gehören könnten. Auf diese und die Software dahinter werfen wir einen ersten Blick.

pixel_4_back_clearly_white_2.png

Das neue Google Pixel 4 Smartphone von hinten

Zwei Kameras befinden sich auf der Rückseite des Pixel 4. Die technischen Daten finden sich am Ende des Textes.

© Google LLC

Das neue Google Handy kommt in zwei Varianten, als Pixel 4 und Pixel 4 XL. Diese unterscheiden sich jedoch lediglich in der Displaygröße: 5,7 Zoll (1080 x 2280 Bildpunkte) und 6,3 Zoll (1440 x 3040) mit jeweils vergleichsweise sehr hoher Bildwiederholrate von 90 Hertz. Alle anderen Spezifikationen und somit auch die Kameras sind identisch.
Mit 6 GB RAM und dem Pixel Neural Core verspricht Google ein schnelles und leistungsstarkes Phone. Zudem kommt es unter anderem mit neuen Features wie der Gestensteuerung Motion Sense, einer Rekorder-App, die automatisch transkribieren kann, und dem Titan M-Sicherheitschip, der sensible Daten besser schützen soll.

Durch Software definierte Kamera

Verbesserungen im Vergleich zum Vorgängermodel Pixel 3 beziehungsweise 3a gab es natürlich auch bei der Kamera. So finden sich nun zwei statt einer Kamera auf der Rückseite. Google hat etwa die Fähigkeiten im Bereich HDR+ verbessert. HDR+ beschreibt dabei eine Technologie von Google, bei der bei einmaligem Auslösen bis zu neun Fotos aufgenommen werden. Diese Bilder werden dann gemäß Marc Levoy (von Google Research) mit Hilfe der Software angeglichen und es wird eine Art Durchschnitt ermittelt. Auf diese Art und Weise sollen Nutzer mehr Details sowohl in den Lichtern als auch in den Schatten erhalten und das Rauschen werde reduziert. Deutlich wurde in der Präsentation von Levoy, dass es sich bei der Kamera um eine sogenannte "software-defined Camera" handelt. So habe es sich Google zum Ziel gesetzt, seine Kamera durch Software-Updates zu verbessern. Auch spielt maschinelles Lernen eine Rolle, etwa beim Weißabgleich.

Nachtsichtmodus verbessert

image_p4_p4xl_cop_shotonpixel_astro_hori_20190829_233635_601.png

Google Pixel 4 Aufname der Milchstraße mit Nachtsichtmodus

Google hat unter anderem den Nachtsichtmodus überarbeitet und mit vier Minuten Belichtungszeit sollen sogar Fotos der Milchstraße möglich sein.

© Google LLC

Auch die Nachtsichtfunktion hat Google überarbeitet. Mit dieser sollen sogar der Nachthimmel und die Milchstraße problemlos fotografiert werden können. Allerdings muss das Handy dafür schon stillliegen oder sich auf einem Stativ befinden. Die Belichtungsdauer wird dann automatisch ermittelt und kann nicht vom Benutzer eingestellt werden. Im Fall der zu fotografierenden Milchstraße belichtet das Pixel vier Minuten lang. Allerdings soll es auch für das Pixel 3 und das Pixel 3a ein Kamera-Update geben, wodurch diese ebenfalls über die Grundzüge der neuen Nachtsicht-Funktion verfügen werden.

Feine Abstimmung

img_1250.jpg

fotoMAGAZIN mit dem Google Pixel 4

Beim madebygoogle Event in Berlin konnten wir das Pixel 4 schon mal in die Hand nehmen

© Lea Spraul

Beim Pixel 4 ist der Portraitmodus nicht nur durch ein Software-Update verbessert worden, sondern auch durch die zwei Linsen. Wie stark der Bokeh-Effekt dabei ist, kann der Benutzer selbst auswählen. Zudem kann nicht nur der Hintergrund verschwommen und der Vordergrund scharf dargestellt werden, sondern auch andersrum.
Des Weiteren möchte Google den Nutzern die Möglichkeit geben, die eigenen Aufnahmen noch feiner abzustimmen. Schatten und Lichter können mit der dualen Belichtung noch vor dem Abdrücken angepasst werden. Neu ist ebenfalls die Funktion Live HDR+, die bereits im Kamerasucher bedient werden kann. Damit besteht zwischen der Ansicht im Kamerasucher und dem späteren Foto kein Unterschied mehr.

Zoom im Mittelpunkt

Während bei anderen Herstellern aktuell das Stichwort Weitwinkel fast schon inflationär verwendet wird, konzentriert sich Google auf das Zoom. Dabei handelt es sich um ein Hybridzoom, zu dem die Hauptkamera (12,2 MP) und die Telekamera (16 MP) ihren Teil beitragen. Dadurch wird gemäß Pressesprecher Alexander Bressel ein stufenloser Zoom ermöglicht: Ein bis zu 3-fach optischer Zoom und bis zu 8-facher Hybridzoom, also optisch und digital kombiniert.

pixel_madebygoogle_2_copyright_markus_mielek_googlellc.jpg.jpg

bei den Kameras des Google Pixel 4 wird viel Wert auf den Zoom gelegt

Eine große Rolle spielt das Zoom beim neuen Google-Smartphone.

© Markus Mielek_GoogleLLC

Stufenlos bedeutet hierbei, dass der User auch einen Zoom von 2,9 auswählen kann und nicht zwischen 1-fach, 2-fach oder 3-fach springen muss. In der Live-Übertragung aus New York präsentierte Levoy dieses Zoom anhand eines Bildes der Golden Gate Bridge. Er empfahl in diesem Rahmen auch, lieber den favorisierten Ausschnitt durch heranzoomen festzuhalten, als später aus einem Bild etwas auszuschneiden.

img_lea.jpg

Google Pixel 4

Pixel 4 kommt in drei Farben: Clearly White, Just Black und Oh So Orange (Limited Edition) und das Pixel 4 XL in zwei Farben: Clearly White und Just Black.

© Lea Spraul

Die Smartphones werden ab dem 24. Oktober in Deutschland erhältlich sein und können bereits ab 749 Euro (Pixel 4) sowie ab 899 Euro (Pixel 4 XL) unter anderem im Google Store vorbestellt werden.

Technische Daten:

  • Rückkamera 1:
    • 16 MP
    • 1,0 μm Pixelgröße
    • Autofokus mit Phasenerkennung
    • Optische und elektronische Bildstabilisierung
    • Blende: ƒ/2,4
    • Erfassungswinkel: 52°
  • Rückkamera 2:
    • 12,2 MP
    • 1,4 μm Pixelgröße
    • Autofokus mit Dual-Pixel-Phasenerkennung
    • Optische und elektronische Bildstabilisierung
    • Blende: ƒ/1,7
    • Erfassungswinkel: 77°
  • Frontkamera:
    • 8 MP
    • 1,22 μm Pixelgröße
    • Blende: ƒ/2,0
    • Fixfokus
    • Erfassungswinkel: 90°
    • NIR-Emitter, NIR-Punktprojektor, 2 NIR-Kameras (NIR steht dabei für near-infrared und dient beispielsweise dem Face-Unlock)
  • Video – Rückkamera:
    • 1080p bei 30 fps, 60 fps und 120 fps
    • 720p bei 240 fps
    • 4K bei 30 fps
  • Video – Frontkamera:
    • 1080p bei 30 fps
Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Lea Spraul

Seit September 2019 ist Lea Spraul Volontärin in der fotoMAGAZIN-Redaktion. Sie ist vor allem zuständig für Angelegenheiten, die sich online abspielen – unter anderem Instagram, Facebook, YouTube und Beiträge auf fotomagazin.de. Neben ihrer Tätigkeit in der Redaktion studiert sie „Digital Journalism“ im Master.