Kameraversicherung: Das sollten Sie wissen

Hoffentlich gut versichert!
06.02.2018

Mit einer Kameraversicherung können Sie sich auf Reisen gegen Diebstahl und andere Gefahren finanziell absichern. Welche Arten von Versicherungen sich wirklich lohnen, erklärt unser Autor Markus Linden.

 

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Ob Schnappschuss-, Urlaubs- oder Profifotograf: Welcher Typ Fotograf Sie auch sind, machen Sie sich vorab schlau, ob und in welcher Form sich eine Kameraversicherung für Sie lohnt.

© Thinkstock

Bevor Sie spontan eine Versicherung abschließen: Vielleicht haben Sie schon eine. Denn wer eine gewöhnliche Hausratversicherung besitzt, hat in der Regel auch seine Kamera, Objektive und weiteres Equipment bereits mitversichert. Und das nicht nur in der eigenen Wohnung: Im Rahmen der sogenannten Außenversicherung sind in der Regel auch bestimmte Schäden außerhalb der eigenen vier Wände mit versichert. Hier gelten jedoch enge Grenzen.

Zum einen definieren die meisten Hausratversicherungen Obergrenzen bei der Erstattung, die auch von der Gesamtversicherungssumme abhängen. Dann gilt die Außenversicherung bei Verlust nur, wenn tatsächlich in einen geschlossenen Raum gewaltsam eingebrochen wurde. Nimmt also beispielsweise das Zimmermädchen im Hotel die Kamera mit, springt die Hausratversicherung nicht ein. Auch nicht bei Taschendieben. Bei Raub allerdings schon – ein Grund mehr, bei vorgehaltener Waffe dem Räuber ruhig die Kamera zu überreichen und nicht den Helden zu spielen … In den meisten anderen Fällen – Verlust durch Betrug, Sturz- und Wasserschaden, Diebstahl aus dem Zelt, Taschendiebstahl etc. – greift die gewöhnliche Hausratversicherung nicht.

Kameraversicherung: deckt Schadensfälle individueller ab, als Ihre Hausratversicherung

Eine spezielle Kameraversicherung deckt deutlich mehr Schadensfälle ab. Welche das im Einzelnen sind, hängt von der gewählten Police ab. Hier sollten Sie sich vor einer geplanten Reise überlegen, welche Gefahren tatsächlich auftreten könnten und die Police entsprechend wählen. Wer Trekking oder Radwandern mit Zelt bevorzugt, sollte eine Versicherung wählen, die auch Diebstahl aus einem Zelt abdeckt, wer taucht, sollte auf Abdeckung durch Wasserschäden (auch selbstverschuldet!) achten.

Es gibt aber auch Allgefahrenversicherungen: „Hier ist im Prinzip alles versichert, was der Ausrüstung passieren kann“, erklärt Thomas Götz-Basten, Inhaber des FAIRsicherungsladen in Freiburg. Er rät auch dazu, eine Versicherung zu wählen, die den Neuwert der Ausrüstung erstattet – sonst stehen Sie nach einem Totalverlust mit einer Summe da, die nicht zum Neukauf aller Komponenten ausreicht. Achtung: Der Begriff „Neuwert“ ist in Zeiten des schnellen Modellwechsels nicht immer ganz einfach zu bestimmen. Denn im Prinzip darf der Versicherer den Fotografen nicht besser stellen als vorher – also durch den Ersatz mit einem Nachfolgemodell von 20 auf 24 Megapixel „upgraden“. Thomas Götz-Basten empfiehlt, bei der Wahl der Versicherung darauf zu achten, dass auch der Neuwert eines Nachfolgemodells ersetzt wird.

Außerdem wissenswert: Einige Versicherer gruppieren ihre Tarife nach Regionen wie „weltweit“ oder „Europa“. Damit senken die Versicherer das Risiko in den kleineren Bereichen und können hier günstigere Tarife anbieten. Ebenfalls deutlich günstiger wird es, wenn Sie eine Eigenbeteiligung wählen: Beträgt diese beispielsweise 200 Euro, so werden bei einem Schaden von 1000 Euro nur 800 Euro erstattet.

Pauschalbeträge: machen das Führen von Listen überflüssig

Es gibt grundsätzlich zwei Modelle bei Versicherern: Geräteliste oder pauschal. Bei ersterer Version sind nur die erfassten Kameras und Objektive (und weiteres Zubehör) versichert, bei pauschalen Ansätzen gibt es lediglich eine Obersumme für den Wert der versicherten Ausrüstung. Listen sind in der Regel etwas günstiger, machen aber viel Arbeit – die meisten Versicherer raten davon ab. Denn wenn Sie vergessen haben, das neue Objektiv anzugeben, ist es nicht mit versichert. Achtung auch bei der pauschalen Variante: Notebooks, Bildschirme, Festplatten und andere Geräte, die nicht direkt zur Kameraausrüstung gehören, sind bei Pauschaltarifen meist nicht enthalten, können aber oft (ebenfalls pauschal) hinzugebucht werden.

Versicherungssumme vs. Versicherungsbeitrag: Für wen lohnt sich die Kameraversicherung?

Ab wann sich eine Kameraversicherung lohnt, muss jeder Fotograf für sich entscheiden. In der Regel decken die kleinen Tarife bis etwa 4000 Euro ab. Für Besitzer einer Kamera im Wert von nur 500 Euro lohnt sich die Versicherung eher nicht, da ein Jahresbetrag mindestens 60 Euro kostet. Wer über 4000 Euro Equipment versichert bekommt von den meisten Versicherern ein dynamisch an den Wert angepasstes Angebot.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.