Hochzeitsfotografie: 9 Tipps für unvergessliche Aufnahmen

So halten Sie den schönsten Tag des Lebens fest
11.08.2017

Die große Kunst der Hochzeitsfotografie bringt besonders viel Verantwortung mit sich. Denn für viele einmalige Motive bleiben Ihnen nur wenige Sekunden Zeit. Mit unseren Tipps meistern Sie auch schwierige Situationen

 

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Hochzeit: Portrait 08

Wer eine Hochzeit fotografiert, sollte gut vorbereitet sein. Vom Hochzeitstanz über das Anschneiden der Torte bis hin zu spontanen Momenten abseits der Hochzeitsgesellschaft bieten Sektempfang und Party eine Vielzahl schöner Motive

© Tamara Skudies

Der fotografische Rahmen einer Hochzeit fällt von Brautpaar zu Brautpaar sehr unterschiedlich aus. Während manche sich mit Paarbildern begnügen, wünschen sich andere eine Reportage des gesamten Tages. In diesem Fall beginnt die Arbeit des Fotografen bereits lange vor der Trauung. Damit Sie den Überblick nicht verlieren, haben wir ein paar hilfreiche Tipps für Sie zusammengetragen. Doch bevor wir zum Brautpaar kommen, beginnen wir mit Ihrer ganz persönlichen Vorbereitung

1. Der Hochzeitsfotograf: Ihre Checkliste für die Hochzeit

  • Vereinbaren Sie einen Vorabtermin mit dem Brautpaar, um über den Ablauf, spezielle Wünsche und andere Besonderheiten zu sprechen. Tauschen Sie hierbei Bildideen bezüglich des Paar-Shootings und der Gruppenbilder aus.
  • Achten Sie auf die Basics: Akkus voll, genügend leere Speicherkarten, Aufsteckblitz, Requisiten?
  • Klären Sie Details wie Honorar, Menge und Liefertermin der Bilder früh und schriftlich ab, um spätere Missverständnisse zu vermeiden.
  • Statten Sie allen Locations von Kirche über Sektempfang bis zur Abendveranstaltung vor dem Termin einen Besuch ab. Erkundigen Sie sich nach einer speziellen Kulisse für die Brautbilder oder schauen Sie sich gegebenenfalls in der Umgebung nach passenden Motiven um. Behalten Sie immer einen Plan B für Regenwetter im Hinterkopf!

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Hochzeit: Vorbereitung 01

Beim Ankleiden und Schminken der Braut ergeben sich viele lohnenswerte Motive mit Reportage-Charakter. Nutzen Sie die entspannte Stimmung und halten Sie in aller Ruhe nach guten Momenten Ausschau – wie den Hochzeitsschuhen oder der Anprobe des Brautkleids

© Tamara Skudies

2. Die Hochzeit beginnt mit den Vorbereitungen: Halten Sie diese fest

Nicht nur Sie müssen sich vorbereiten, sondern auch das Brautpaar. Die Hochzeit beginnt in der Regel mit der Vorbereitung der Braut: Bis die Frisur sitzt und das Make-Up aufgelegt ist, vergehen schnell mehrere Stunden, in denen sich interessante Szenen ergeben.

Bleiben Sie als Fotograf dezent im Hintergrund, um die natürliche Stimmung und die einzigartige Atmosphäre nicht zu zerstören. Lichten Sie das Geschehen als Ganzes ebenso ab wie interessante Details – vom Auftragen des Lippenstiftes bis zur Brautkleid-Anprobe vor dem Spiegel.

Um den Reportage-Charakter der Aufnahmen zu unterstreichen, sollten Sie mit weit geöffneter Blende arbeiten. Besonders interessant wirken Aufnahmen mit Unschärfen im Vordergrund, wie einer zweiten Person, dem Brautstrauß oder einem Türrahmen – durch diese Perspektive schlüpft der Betrachter stärker in die Rolle des geheimen Beobachters.

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Hochzeit: Portrait 03

Die meisten Brautpaare legen Wert auf ein besonderes Gefährt: Wählen Sie hierfür eine außergewöhnliche Perspektive und bauen Sie kontrastreiche Elemente mit in die Bilder ein

© Tamara Skudies

Konvertieren Sie einige der Aufnahmen später am Computer zu monochrom, um die Bildstimmung zu intensivieren. Da die Vorbereitung meist in Innenräumen stattfindet, sollten Sie als Optik ein Standardzoom verwenden. Damit sind Sie flexibel und bekommen auch bei wenig Platz Braut inklusive Visagist aufs Bild.

3. Auf dem Weg zur Trauung: Fahren Sie am besten mit

Je nach Tradition fahren Bräutigam und Braut gemeinsam zu Standesamt oder Kirche oder sie reisen getrennt an – in diesem Fall sollten Sie das erste Aufeinandertreffen unbedingt auch fotografieren. Nutzen Sie die Fahrt ebenfalls für Fotos. Klären Sie vorab, ob Sie im Fahrzeug des Brautpaars mitfahren können und verwenden Sie bei Aufnahmen vom Rücksitz ein Weitwinkelobjektiv.

Alternativ dazu gibt die Ankunft der Braut ein tolles Motiv ab. Wie bei vielen anderen Situationen im Verlauf des Hochzeitstages haben Sie auch hier nur eine Chance. Achten Sie deshalb auf korrekte Kameraeinstellungen und verwenden Sie im Zweifel die Blenden- oder ISO-Automatik.

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Hochzeit: Kirche

Das Ja-Wort und der Wurf des Brautstraußes gehören zu den Höhepunkten einier jeden Hochzeit. Für gelungene Aufnahmen sind der Standpunkt des Fotografen und die Kameraeinstellungen absolut entscheidend

© Tamara Skudies

4. Die Trauung als Schlüsselmoment:  Hier ist eine gute Absprache erforderlich

Die entscheidenden Momente einer Hochzeit finden während der Trauung statt. Das gilt für Brautpaar und Fotograf gleichermaßen. Der Einzug der Braut, die Ringübergabe, der Kuss und der Auszug sind nur die Wichtigsten einer Vielzahl von Motiven, die ein Fotograf während einer Trauung festhalten muss.

Für einen reibungslosen Ablauf sollten Sie sich vorab mit dem Pfarrer besprechen, wo und wann Sie fotografieren dürfen und wann welcher Teil der Trauung ansteht. Halten Sie einen Body mit Telezoom sowie einen mit Weitwinkel oder Standardzoom bereit, um schnell die Brennweite wechseln zu können. Verwenden Sie eine Halbautomatik oder machen Sie vor wichtigen Momenten wie der Ringübergabe ein paar Testfotos, um sicherzustellen, dass die Belichtung stimmt.

Zu den Pflichtmotiven gehören die Ringübergabe, der Kuss, das Anschneiden der Torte und der Hochzeitstanz.

5. Die Party kann losgehen: Schmeißen Sie sich ins Getümmel

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Hochzeit: Feier 01

Mit ein paar Inszenierungsideen, Unterstützung durch die Gäste und einer Handvoll Requisiten bekommen Sie nicht nur außergewöhnliche Aufnahmen. Sie helfen dem Brautpaar außerdem, sich während der Fotoeinlagen zu entspannen

© Tamara Skudies

Nach der Trauung beginnt der entspannte Teil des Tages. Auch hier sollten Sie sich stets dezent im Hintergrund halten und im Stile eines Fotoreporters möglichst ausdrucksstarke und authentische Bilder einfangen. Darüber hinaus gibt es auch einige Pflichtmotive. Dazu gehören beispielsweise die Gratulationen der Hochzeitsgäste, das Anschneiden der Torte und der Hochzeitswalzer des Brautpaars.

Sprechen Sie am besten einige Tage vor der Hochzeit mit dem Paar über den Programmablauf und klären Sie ab, was und wie lange Sie fotografieren sollen. Gerade bei Feierlichkeiten bis in den späten Abend ist es wichtig, vorab festzulegen, wann Ihre Arbeit getan ist. Achten Sie bei Aufnahmen mit Blitz darauf, dass die vorhandene Lichtstimmung erhalten bleibt. Reduzieren Sie hierzu manuell die Blitzleistung, blitzen Sie indirekt und wählen Sie eine etwas längere Verschlusszeit von 1/10 bis 1/30 Sekunde.

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Hochzeit: Feier
© Tamara Skudies

Sollten Sie lichtstarke Optiken und eine rauscharme Kamera verwenden, empfiehlt es sich, zugunsten einer natürlichen Bildstimmung auch in Innenräumen größtenteils mit vorhandenem Licht zu fotografieren. Eine Ausnahme bilden die Tanzaufnahmen. Die schnellen Bewegungen lassen sich mit einem Blitz perfekt einfrieren, in Kombination mit einer langen Verschlusszeit von einer halben Sekunde bleibt Ihnen dennoch die natürliche Stimmung und etwas Bewegungsunschärfe im Bild erhalten, was die Aufnahmen besonders dynamisch macht.

Bleiben Sie während des Sektempfangs und der Feier stets aufmerksam und behalten Sie auch das Treiben abseits des Brautpaars im Auge. Häufig ergeben sich hier schöne, lustige oder auch skurrile Motive, die das Brautpaar während der Feier überhaupt nicht wahrnimmt. So erweitern Sie nicht nur die Motivvielfalt, sondern können Braut und Bräutigam später auch noch überraschen.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
fotoMAGAZIN

1949 erschien die erste Ausgabe der ersten Fotozeitschrift im deutschsprachigen Raum. Seither begleiten wir die Fotogeschichte. Unsere Kamera- und Objektivtests unter Labor- und Praxisbedingungen helfen Einsteigern und Profis seit jeher bei der Kaufentscheidung. Mancher Fotograf wurde von uns entdeckt. Und seit Steven J. Sasson 1975 für Kodak die erste Digitalkamera entwickelte, haben wir die digitale Fotografie auf dem Schirm. Unsere Fotoexpertise ist Ihr Vorteil.

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