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eigene Website erstellen
© Getty Images / liravega

Eine eigene Website erstellen: 5 Anbieter im Vergleich

Bildergalerie im Internet
11.08.2020

Mit wenig Aufwand zur perfekten Foto-Website: Dieser Wunsch ist mit Baukastensystemen erstaunlich leicht zu erreichen. Wir haben fünf populäre Anbieter miteinander verglichen.

Das ist unser Ausgangspunkt: Sie haben viele tolle Fotos, die Sie im Web auf einer eigenen Seite und nicht in irgendeinem Feed vorzeigen möchten. Dazu sollen Ihre Bilder nach Themen sortiert bzw. gruppiert sein und auch groß angezeigt werden können. Da Sie auch Ihren Besuchern ein bisschen was von Ihren Reisen, Fotoausflügen oder anderen Erlebnissen berichten wollen, darf auch ein Blog seinen Platz finden. Wer träumt nicht davon, an Fans seine Bilder zu verkaufen? Eben – ein Shop sollte auch integriert sein, zumindest sollten Besucher darauf hingewiesen werden können, dass Sie die Möglichkeit haben, bei Ihnen ihr Lieblingsmotiv als Wandschmuck zu erwerben. Eine weitere Unterseite sollte zumindest ein paar Infos über den Fotografen preisgeben („About“).

Foto-Website dank Baukasten

In Zeiten von DSGVO sollte die Webseite durch die üblichen Mittel rechtssicher sein, also Cookie-Richtlinien, Geschäftsbedingungen, Impressum etc. Dann darf auch ein Kontaktformular nicht fehlen, mit dem User eine Anfrage oder Bestellung loswerden können. Wer jetzt glaubt, das alles würde seine Programmierfähigkeiten und Internetkenntnisse überfordern, sollte dennoch weiterlesen. Das Zauberwort lautet Baukasten. Selbst als Laie gelingen mit den Website-Baukästen diverser Anbieter per Drag-and-drop (Anklicken, ziehen und fallenlassen) beeindruckende Schaufenster für das eigene Bild-Portfolio. Kein Programmieren ist nötig, keine Software-Installation; nur auswählen und hinschubsen müssen Sie die Elemente, die Ihnen gefallen – das schafft jeder. Es handelt sich um sogenannte WYSIWYG-Website-Baukästen (What you see is what you get): Sie erhalten das, was Sie sehen, meist nach dem Klick auf den Vorschau-Knopf. Dazu nutzen Sie einfach Ihren Internet-Browser auf irgendeinem Rechner. Bei den Anbietern haben Sie mal mehr, mal weniger Auswahl aus Layouts, Designs, Hintergründen und Schriftarten – verbunden mit dem eigenen Domain-Namen.

5 Website-Baukasten-Anbieter im Vergleich:

  1. Ionos (1&1)
  2. Jimdo Dolphin
  3. Jimdo Creator
  4. Portfoliobox
  5. Squarespace
  6. Wix

– Fazit & Übersichts-Tabelle der Anbieter

Wie steht es um die Kosten?

Dass Sie diese Funktionsvielfalt nicht umsonst erhalten, dürfte einleuchten; doch die jährlichen Kosten sollten überschaubar bleiben. Mit diesem Anforderungskatalog sind wir auf die Suche gegangen und haben fünf Anbieter identifiziert, die unsere Ansprüche erfüllen oder ihnen zumindest nahekommen – teilweise sogar mit kostenlosen Angeboten. Eines dürfte klar sein: Kostenlose Angebote „bezahlen“ Sie mit Anzeigen auf Ihrer Website. Damit kann man sich arrangieren, schön ist es allerdings nicht. Außerdem zeigt dann der Domainname durch die Endung (auf beispielsweise .jimdofree.com) dem Besucher an, dass der Fotograf an dieser Stelle gespart hat und weckt möglicherweise Zweifel an der Glaubwürdigkeit und Authentizität.
Was gelegentlich sauer aufstößt, sind die Lobpreisungen des Funktionsumfangs auf der Startseite der Anbieter; wer dann tiefer eintaucht stellt fest, dass es sich oft um Leistungen der höherpreisigen Pakete handelt, nach dem Motto „Abbildung zeigt Sonderausstattung“. Bei dem einen oder anderen gibt es auch eine „kostenlose Domain“, die Sie dann eben nicht gesondert zahlen, sondern mit dem Pakettarif indirekt begleichen. Bei vielen Anbietern ist es so, dass Sie nicht erstmal eine Probefahrt machen können, sprich das grobe Gerüst Ihrer Webseite aufbauen können – und bei Gefallen buchen. Meistens kommen die Zahlschranken frühzeitig und dann heißt es, die richtige Wahl zu treffen. Ionos und Squarespace warten immerhin mit kostenlosen Probephasen auf, die dabei helfen können, einen unpassenden Dienstleister zu vermeiden.

Lexikon  
Backend Ansicht der Website für den Administrator.
Bandbreite gibt Auskunft, welche Datenmengen pro Zeiteinheit fließen können.
Domain die einzigartige Adresse einer Website (fotomagazin.de), "Internet-Adresse".
Frontend die Webseitenansicht für Besucher.
Homepage Heimatseite, die Startseite eines Internetauftritts.
Hosting, Webhosting Dienstleistung mit dem Angebot an Webspace.
Template Design-Vorlage.
URL einzigartige Adresse einer Domain oder Unterseiten.
Webseite gesamter Webauftritt einer Firma oder Person.
Webspace Speicherplatz auf dem Server des Dienstleisters für die Website

Ionos by 1&1

Das Angebot von Ionos – neben dem sehr schlichten Tarif Essential für ganz kleine Projekte – lautet MyWebsite, das es in den Varianten Now (für Einsteiger) und Creator (für erfahrenere Benutzer) gibt. Die Auswahl an Templates für Fotografen ist weder besonders groß noch abwechslungsreich. Viele Detailinformationen sind auf der Website von Ionos versteckt oder nicht zu finden (z.B. Bandbreite). Das Einbinden eines Blogs ist möglich, aber mittels einer Web-App eher umständlich. Shop-Funktionen müssen Sie vergleichsweise teuer bezahlen. Zu den Stärken dürften der umfassende Support und der unbegrenzte Webspace zählen.

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Ionos bietet Baukästen für Websiten

Ionos: Der Anbieter, hinter dem 1&1 steckt, hat eine große Zahl an Design-Vorlagen für die verschiedensten Themen – nur ein kleiner Teil davon ist für Fotografie.

© Ionos

Jimdo

Die Hamburger Firma Jimdo bietet zwei Wege zur Website, den älteren Modus Creator und seit 2018 Jimdo Dolphin. Während Creator („für Experten“) das etwas freiere Gestalten erlaubt und erfordert, wendet sich Dolphin an diejenigen, die schnell und einfach zur Website gelangen möchten. Dazu beantworten Nutzer einem „Assistenten“ ein paar Fragen und verbinden, wenn gewollt, ihre Social-Media-Profile. Dolphin importiert davon automatisch bestehende Informationen (wie Logos, Fotos, Öffnungszeiten) und ergänzt diese mit vorbereiteten eigenen (Bild-)Inhalten – für Fotografen eher unnötig, denn die möchten schließlich ihre eigenen Bilder zeigen. So aufgeräumt Jimdo in der Regel ist, umso undurchsichtiger ist bei Jimdo die Wahl zwischen den Baukasten-Varianten ganz zu Beginn und deren Folgen. Doch dann können Sie durchstarten. Das Ergebnis ist eine individuelle Website mit Texten, Fotos und persönlichen Infos. Der Logo-Creator hilft sogar beim Entwerfen eines Logos. Seit September bietet Jimdo in Kooperation mit Trusted Shops seinen Kunden weltweit einen – allerdings kostenpflichtigen – Schutz vor Abmahnungen und DSGVO-Bußgeldern.

Portfoliobox

Das Besondere an der aktuellen Version ist, dass Nutzer frei aus verschiedenen Templates wählen und diese beliebig miteinander kombinieren können. Jedes Template kommt mit vielen Designs und Layouts zur Auswahl. Nutzer müssen sich also bei der Erstellung nicht länger auf einen bestimmten Style festlegen, sondern können verschiedene Vorlagen individuell nach ihren Bedürfnissen konfigurieren, um ihr Portfolio ansprechend zu präsentieren. Weiterhin können private Inhalte einem ausgewählten Personenkreis in Form einer Kundengalerie zur Verfügung gestellt werden. Zudem wirbt Portfoliobox mit Vorlagen von Online-Porfolios extra für Fotografen. Ungewöhnlich ist der Ansatz, die Preispakete nicht nach Gigabyte, sondern nach der Anzahl der Bilder bzw. Seiten zu staffeln.
Schnelle Sparfüchse können noch von einer Aktion profitieren, die Portfoliobox wegen der Corona-Krise ins Leben rief: Seit Anfang April ist für die ersten 10.000 Neukunden ein Jahresabonnement von Portfoliobox 4 kostenlos. Mit dem Rabatt-Code STAYSAFE erhalten Neukunden für ein ganzes Jahr Zugang zu allen Funktionen des Pro Plus-Accounts. Darin enthalten sind ein personalisierter Domainname, 1000 Bilder, 1000 Seiten und ein provisionsfreier eShop mit 1000 Produkten. Das Angebot gilt bis zum 27. September 2020.
Portfoliobox lockt Pro-Account-Besitzer mit der Verbindung zu Find Creatives, einer Plattform, über die Sie sich weltweit mit Kunden vernetzen und sich entdecken lassen können. Als Schwäche der Firma mit Hauptsitz in Schweden könnte der Support gelten, der per E-Mail und auf englisch funktioniert.

Squarespace

Bei Squarespace können Sie nach einer kostenlosen Probephase (14 Tage) nur Bezahltarife nutzen, die monatlich oder jährlich abgerechnet werden. Ungewöhnlich ist die Option, im Website-Manager jederzeit zwischen den Abos wechseln zu können: sowohl hoch- als auch herunterzustufen! Die Auswahl an Templates ist groß. Für Fotografie-Websites werden sieben vorgeschlagen, die allerdings mit einer Fotografen-Website wenig zu tun haben. Da stellt sich unter Umständen die Frage, weshalb man sich ein Template erst lange passend umbauen soll, wenn andere Anbieter das Gewünschte gleich fertig vorliegen haben.

Wix

Ähnlich wie bei Jimdo, hilft Wix beim Bau der ersten einfachen Website, indem Sie anfangs ein paar Fragen zu Person und Inhalten beantworten. Dann erstellt die künstliche Design-Intelligenz (ADI) eine kostenlose Homepage. Variante zwei nennt sich Wix Editor und bietet sehr viele gestalterische Optionen – gegen Geld. Unter den mehr als 500 Templates finden sich etwa 40 für Fotografen-Websites. Bei der Auswahl hilft eine Ansicht, wie die Website auf dem Smartphone ausschaut. In Sachen Ausstattung – auch für andere Business-Anwendungen – lässt Wix kaum Wünsche offen. Fotografen können die eingangs geschilderten Anforderungen an ein Baukastensystem als erfüllt betrachten.

FAZIT

Unsere Tabelle hilft Ihnen, die Unterschiede zwischen den Anbietern zu finden und den richtigen Service zu wählen, der Ihre Ansprüche am ehesten erfüllt. Unter dem Strich ist es erwartungsgemäß so, dass Sie mit einer leichter zu bedienenden Variante weniger Gestaltungsspielraum erhalten als bei einem Anbieter, der mehr Web-Erfahrung voraussetzt – zugunsten freierer Designs und persönlicherer Gestaltung. Sie sollten sich selber einschätzen, wie gut Ihre Kenntnisse sind und wie viel Zeit und Geduld Sie mitbringen möchten, um aufwendigere Webseiten aufzubauen und zu pflegen.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Redakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen weiteren Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.