Crowdfunding für Fotografen

Immer mehr Fotografen realisieren ihre Projekte über Crowdfunding-Plattformen. Wir stellen Ihnen die drei größten Plattformen vor und sagen Ihnen, was es zu beachten gibt.

Crowdfunding für Kreative

Bei freischaffenden Kreativen sind Crowdfunding-Plattformen wie Startnext, kickstarter und Indiegogo beliebter denn je.

© Startnext

Crowdfunding wird immer populärer und immer mehr Fotografen realisieren ihre Projekte erfolgreich über sogenannte Crowdfunding-Plattformen. Doch was ist Crowdfunding eigentlich, wie funktioniert es und wo muss ich hin, wenn ich neue und spannende Projekte mit unterstützen möchte?

Was ist Crowdfunding?

Crowdfunding ist es eine Investorensuche über das Internet. Über eigens dafür konzipierte Plattformen und Social Media versucht man genügend Menschen von seinem Vorhaben zu überzeugen, um ein Projekt im Vorfeld zu finanzieren. Auch Fotografen nutzen diese Möglichkeit zunehmend. Als Initiator eines Projekts können Sie bereits im Vorfeld abklären, ob die Nachfrage groß genug ist und es sich lohnt, das Vorhaben umzusetzen.

Anreize für die Investoren, das Projekt zu unterstützen, schaffen Sie, indem Sie eine Gegenleistung für die finanzielle Unterstützung anbieten. Der Umfang dieses „Dankeschöns“ hängt oft von der gespendeten Summe ab und kann beispielsweise von einem kleinen Print, einer Edition des zu veröffentlichen Fotobuchs bis hin zu einem privaten Shooting reichen.

Wo bekomme ich Gelder zur Finanzierung?

Es gibt mehrere Plattformen wie Patreon, GoFundMe, ArtistShare, Crowdfunder und Unbound, bei denen Sie Ihre Projekte einstellen können.

Branchenführer "kickstarter"

Unangefochtener Spitzenreiter ist das 2009 gegründete amerikanische Unternehmen kickstarter. Kickstarters Ziel sei es, „kreative Projekte zum Leben zu erwecken“. Das hat die Plattform bei Fotografen auf der ganzen Welt beliebt gemacht. Seit der Gründung des Unternehmens wurden über sechs Milliarden Dollar von über 21 Millionen Unterstützern erwirtschaftet. Darunter waren mehr als 12.000 Fotoprojekte, die insgesamt über 45 Millionen Dollar erzielt haben.

Startnext Gründer

Kickstarter-Logo

© kickstarter

Alternative: Indiegogo

Neben kickstarter ist ein weiteres amerikanisches Unternehmen ganz vorne mit dabei: Indiegogo. Auf Indiegogo finden sich viele technische Innovationen, Gemeinschaftsprojekte aber auch kreative Ideen. Die Crowdfunding-Plattform funktioniert ähnlich wie Kickstarter. Nutzer können hier zwischen einer festen oder flexiblen Finanzierung ihres Projekts wählen.

Deutsches Crowdfunding-Unternehmen: Startnext

Die 2010 gegründete deutsche Plattform Startnext hat hierzulande eine große Reichweite: Künstler, Kreative, Erfinder und Social Entrepreneure haben die Möglichkeit, ihre Ideen und Projekte vorzustellen und zu finanzieren. Ein breites Netzwerk zu deutschen Unternehmen, Stiftungen, Förderinstitutionen, Universitäten und Städten, die Projekte unterstützen und kuratieren, macht Startnext zu einer interessanten Alternative gegenüber den amerikanischen Anbietern.

Wie unterscheiden sich die Plattformen?

Die oben genannten Plattformen sind relativ einfach zu bedienen und unterscheiden sich vor allem in den Gebühren.

Bevor Sie auf kickstarter eine Kampagne starten, muss diese genehmigt werden. Kickstarter ist eine Alles-oder-Nichts-Plattform, was bedeutet, dass das Geld nur ausgezahlt wird, wenn die Kampagne erfolgreich abgeschlossen wird, also das Investitionsziel erreicht wird.

Das bedeutet auch, dass die Kreditkarten der Investoren erst dann belastet werden, wenn das Kampagnenziel erreicht wird. Kickstarter erhebt für erfolgreich finanzierte Projekte fünf Prozent Gebühren und zusätzliche Bearbeitungsgebühren pro Transaktion (drei bis fünf Porzent). Nachdem ein Projekt erfolgreich finanziert wurde, dauert es in der Regel 14 Tage, bis das Geld überwiesen wird.

Bei Indiegogo haben Sie zwei Optionen: feste oder flexible Finanzierung. Die feste Finanzierung eignet sich am besten für Aktionen, bei denen das Projekt einen bestimmten Geldbetrag benötigt. Wird das Kampagnenziel nicht erreicht, werden alle Mittel an die Unterstützer zurückgegeben. Bei der flexiblen Finanzierung werden die Mittel unabhängig davon ausgezahlt, ob das angesetzte Ziel erreicht wird oder nicht.

Ist die Kampagne erfolgreich, wird für beide Arten der Finanzierung eine Gebühr von fünf Prozent der Gesamtsumme erhoben. Zusätzlich fällt noch eine Bearbeitungsgebühr von drei Prozent der Gesamtsumme an und eine Gebühr von 0,20 Cent pro Transaktion. Das Mindestziel für beide Arten von Finanzierung beträgt 500 Dollar. Wird das Finanzierungsziel nicht erreicht, fallen auch keine Gebühren an.

Bei Startnext lassen sich Projekte nur nach erfolgreich abgeschlossener Kampagne finanzieren. Anders als bei kickstarter und Indiegogo können Sie wählen, wie viel Provision Sie an Startnext abgeben möchten. Im Durchschnitt werden zwischen einem und drei Prozent veranschlagt. Pro Transaktion fällt noch eine Bearbeitungsgebühr an, die vier Prozent der Einnahme ausmacht.

Startnext-Gründer Tino Kreßner (links) und Denis Bartelt (rechts).

© Startnext

Warum überhaupt Crowdfunding?

Crowdfunding ist sehr demokratisch und ermöglicht vielen Menschen, ihren Träumen und Ideen nachzugehen. Egal, ob Sie ein Projekt finanzieren oder ein Produkt herstellen und verkaufen wollen. Wenn genügend Menschen wollen, dass eine Idee umgesetzt wird, dann finden sich dafür auch Investoren.

Außerdem ist es eine gute Möglichkeit, um unkonventionelle Projekte zu verwirklichen, die andernfalls vielleicht nicht finanziert werden. So können Kunstprojekte gefördert werden, für die Banken keinen Kredit vergeben würden. Zusätzlich können Künstler, Entwickler und Erfinder mit Crowdfunding den Markt testen und herauszufinden, ob sich die Umsetzung ihrer Idee lohnt.

Angenehmer Nebeneffekt beim Crowdfunding: Es ist der Beginn einer Marketing-Kampagne für Ihr späteres Produkt und baut einen potenziellen Kundenkreis mit auf. Selbst wenn nicht jeder ein Projekt sofort mitfinanzieren möchte, erfährt er frühzeitig davon. Die angebotenen Produkte kann er anschließend erwerben.

Egal ob Sie selber ein Projekt verwirklichen wollen, oder andere Menschen in Ihrem Vorhaben unterstützen möchten: Crowdfunding ermöglicht es Ihnen, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten.

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