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© Stephanie Olitzsch

Blüten fotografieren: 11 Tipps für spannende Makrofotos

Blütenmakros leicht gemacht!
13.06.2018

Nichts ist langweiliger – und nichts ist schöner: Blumen und Pflanzen sind Blickfänger, aber nicht einfach zu fotografieren. Mit diesen 11 Tipps gelingt es Ihnen im Handumdrehen, Blüten zu fotografieren.

 

Blüten und Pflanzen gehören zu den ersten Motiven, die sich viele Fotoanfänger vornehmen. Die Farben und Formen sind verlockend – aber leider ist es gar nicht so einfach, diese auf einem Foto ansprechend umzusetzen.

1. Sorgen Sie für eine ansprechende Hintergrundgestaltung

Am besten üben Sie zunächst zu Hause mit gekauften Blumen. Wichtigstes Accessoire: Fotokarton, der als ruhiger Hintergrund dient. Mit Klemmen aus dem Baumarkt lässt er sich leicht an allen möglichen Gegenständen befestigen.
Auch für spätere Ausflüge nach draußen ist Fotokarton hilfreich. Hier wird allerdings ein zweites Stativ (es reicht ein billiges) benötigt, um den Karton so befestigen zu können, wie es das jeweilige Foto erfordert. Bei den Kartonfarben sollte man auch Blau und Grün in Betracht ziehen – je nach Foto kann so blauer Himmel oder Pflanzengrün im Hintergrund simuliert werden.

2. Makroequipment: bei kleinen Pflanzen ein Muss

Für erste Versuche zu Hause ist kein Makroobjektiv nötig. Wählen Sie einfach Blüten, die groß genug sind. In der Regel schaffen schon die Kitobjektive der Kameras einen ausreichend großen Abbildungsmaßstab. Bei kleineren Pflanzen ist jedoch der Einsatz von Makrotechnik nötig. Am einfachsten und mit dem qualitativ besten Ergebnis arbeiten Sie mit Makroobjektiven. Günstiger sind Nahlinsen, Zwischenringe oder der Einsatz eines vorhandenen Objektivs in Retrostellung – hierfür benötigen Sie als Zubehör einen Retroadapter. Je näher das Motiv rückt, desto wichtiger wird das sorgfältige Arbeiten. Von daher ist eine ausreichende Stabilisierung sowohl der Kamera als auch des Motivs wichtig. Die Kamera sollte also auf einem Stativ stehen und möglichst mit Fernauslöser bedient werden.

Bei Spiegelreflexkameras hilft die Spiegelvorauslösung, um Unschärfen aufgrund von Erschütterungen durch den Spiegelschlag zu vermeiden. Damit die Motive nicht wackeln, reicht zu Hause eine Blumenvase – im freien Feld dagegen werden sich Blüten bewegen, auch wenn sich für uns die Luft nach Windstillstand anfühlt. Viele Fotografen fixieren daher die Stengel mit Hilfe einer Klemme und eines Stativs. Bei nicht zu großen Pflanzen reicht oft ein Stock, der fest in die Erde gesteckt wird und eine Klemme aus dem Gartenzubehör. Diese haben den Vorteil, dass sie auch weiche Stengel nicht beschädigen.

3. Der frühe Vogel: Tautropfen als Linsen nutzen

Tropfen wirken wie Vergrößerungslinsen. Sie entfalten schon aufgrund ihrer geringen Größe die Wirkung erst im Makro-Bereich – und hier kommt zusätzlich ein weiterer Effekt hinzu: Während der außerhalb der Tropfen liegende Hintergrund in Unschärfe versinkt, ist das Bild in den Tropfen aufgrund der Brechung scharf – wenn auch auf dem Kopf stehend und gespiegelt (und mit schlimmer chromatischer Aberration). Fokussiert wird auf die Tropfen selbst, nicht auf das Bild. Übrigens: Ein heller und kontrastreicher Hintergrund ist hilfreich. Dann ist es auch gar nicht mehr so schlimm, wenn die Pflanzen im Vordergrund etwas langweilig sind.

4. Gegenlicht zaubert aus Wassertropfen tolle Effekte

Gegenlicht und Wassertropfen sorgen für schönen Glitzer – besonders auf Pflanzen mit feinen Strukturen. Leider findet man beides selten zusammen. Hier hat die Fotografin aber nachgeholfen und die bereits verblühten Bochsbartblüten abgeschnitten und an ihrem Zweitstativ befestigt. So konnte sie im Gegenlicht fotografieren. Die Wassertropfen übrigens müssen nicht vom Tau oder Regen herrühren – eine mitgebrachte Sprühflasche wirkt Wunder. Ein Stativ und ein Fernauslöser erleichtern die exakte Ausrichtung der Schärfe.

5. Künstliches Licht einsetzen: gut für gezielte Spots

Das Licht macht einen großen Teil des Zaubers bei Pflanzenfotos aus. Bei kleineren Pflanzen kann ein Systemblitz zum Einsatz kommen – die meisten Fotografen verzichten jedoch darauf. Der Vorteil der relativ hohen Leistung steht der Nachteil gegenüber, dass das Blitzlicht im Nahbereich nicht leicht zu kontrollieren ist. Besser ist in vielen Fällen ein kleiner Faltreflektor für die Kameratasche, der das vorhandene Licht zum Aufhellen zur Verfügung stellt. Und wenn externes Licht benötigt wird (kleine Pflanzen im dunklen Wald, Beleuchtung im Studio bzw. zu Hause), sind LED-Leuchten als Dauerlicht besser geeignet. Ihr Licht ist zwar schwach, aber da die Kamera auf dem Stativ steht, machen lange Belichtungszeiten wenig aus.  
Spezielles Fotolicht ist zwar besser, aber nicht in allen Fällen nötig: Auch kleine LED-Taschenlampen reichen dann aus, wenn ein gezielter Spot gesetzt werden soll. Allerdings holt man sich schnell Farbprobleme in sein Foto, wenn LED-Licht mit anderen Lichtarten gemischt wird. Spezielle LED-Fotoleuchten ermöglichen häufig eine Anpassung der Farbtemperatur – kosten dann allerdings deutlich mehr als die Taschenlampe aus dem Baumarkt.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.