Das ideale Portrait-Objektiv: Wir stellen 6 Modelle vor

Vor- und Nachteile der gängigsten Brennweiten im Überblick
14.03.2018

Portraits stellen nicht nur an die fotografierte Person besondere Ansprüche, für ein perfektes Ergebnis muss auch der Fotograf einiges beachten. Eine der wichtigsten Entscheidungen betrifft dabei die gewählte Brennweite. Wir stellen Ihnen sechs ideale Portrait-Objektive vor.

Festbrennweite 50 mm

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Festbrennweite_50_seb9838

50-mm-Festbrennweiten sind bezahlbar und vielseitig einsetzbar. Mit genügend Abstand eignen sie sich selbst für detailreiche Ganzkörper-Aufnahmen.

© Sebastian Sonntag

Die Vorteile einer lichtstarken 50-mm-Festbrennweite entsprechen in weiten Teilen denen des 85ers. Besonders interessant ist die Optik für Fotografen mit APS-C-Body. Durch den Crop-Faktor ergibt sich je nach Hersteller aus den 50 mm eine effektive Brennweite von 75 mm oder 80 mm – inklusive der bereits beim 85 mm genannten Vorteile. Doch auch für Vollformat-Fotografen lohnt sich die Anschaffung eines 1,4/50 mm. Zum einen sind die Optiken recht günstig, zum anderen eignet sich diese klassische Brennweite sehr gut für Oberkörper- und Ganzkörper-Aufnahmen. Durch den im Vergleich zum 85 mm größeren Weitwinkel bekommen Sie mit einem 50 mm mehr Hintergrund aufs Bild, was besonders bei Aufnahmen on Location und bei der Straßenfotografie ein immenser Vorteil sein kann.

Darüber hinaus gibt es einen weiteren Aspekt, der für das 50 mm spricht: Diese Brennweite entspricht in etwa der menschlichen Sichtweise, wodurch uns Aufnahmen eines 50-mm-Objektivs besonders natürlich vorkommen. Wie beim 85 mm werden auch beim 50 mm Varianten mit Lichtstärke f/1,4 und f/1,8 angeboten. Aufgrund der kürzeren Brennweite ist die Schärfentiefe beim 50 mm etwas höher, weshalb Sie zum Modell mit f/1,4 greifen sollten, um sich alle Möglichkeiten beim Schärfeverlauf offenzuhalten.

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Makro_Telebrennweite_105_seb5716

Um die Brillanz einer Aufnahme voll zur Geltung zu bringen, benötigen Sie ein Objektiv mit maximaler Auflösung. Für Portraits eignen sich hierfür Makro-Objektive mit leichter Telebrennweite.

© Sebastian Sonntag

​Makro 100/105 mm

Echte Makro-Objektive bestechen mit ihrem Abbildungsmaßstab von 1:1, einer entsprechend hohen Qualität bei extremen Nahaufnahmen und ihrer insgesamt sehr hohen Schärfeleistung. Bezogen auf Portraits eignen sie sich deshalb besonders gut für Close-Ups von Gesicht oder auch einzelnen Gesichtspartien wie Mund oder Augen. Dies gilt für kommerzielle und künstlerische Beauty-Aufnahmen ebenso wie für charakterstarke Portraits, bei denen Details von Lachfalten um die Augen, ein eindrucksvoller Bart oder Tattoos den Eindruck von der Person weiter vertiefen können.

Auch Nahaufnahmen von Händen können eine Portrait-Serie ausdrucksstark ergänzen. Makro-Objektive gibt es in Brennweiten von beispielsweise 50 mm über 90, 100 oder 105 mm bis hin zu 180 mm. Für Portraits eignen sich vor allem die mittleren Varianten mit Brennweiten zwischen 90 und 105 mm. Sie bieten ähnliche Vorteile wie das 85 mm: Bei Oberkörper- und Gesichtsaufnahmen hat der Fotograf eine gute Distanz zum Modell, das Bild wirkt nicht so hart wie bei einer echten, längeren Tele-Brennweite und stellt den Portraitierten dennoch deutlich in den Vordergrund. 

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Sebastian Sonntag

Der Münchner Sebastian Sonntag ist sowohl freier Journalist, als auch Fotograf. In seinen Arbeiten konzentriert er sich auf die experimentelle Seite der Mode- und Beautyfotografie.