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© Datacolor, Montage: fotoMAGAZIN

Autofokus: Fehlfokussierung bestimmen und beheben

Aktueller Praxistipp
20.03.2018

Frontfokus – Backfokus. Häufig liegt der AF bei Spiegelreflexkameras vor oder hinter dem Ziel. Das Einstellen ist nicht schwierig, macht aber Arbeit. Wir erklären, wie Sie den Autofokus Ihrer DSLR perfekt justieren

 

Der Phasen-Autofokus einer Spiegelreflexkamera kann für Ärger sorgen: Trotz korrekter Fokusanzeige in der Kamera kommt es in manchen Fällen vor, dass im Foto die Schärfe danebenliegt: Leicht vor oder leicht hinter dem anvisierten Ziel. Grund sind Ungenauigkeiten im Autofokus-System: Da der Phasen-AF (anders als der Kontrast-AF im Live-View) unabhängig vom Bildsensor arbeitet (siehe oben), meldet das System eine erfolgreiche Scharfstellung, sobald es intern zu einer Übereinstimmung seiner Messung kommt.

Bei der Produktion der Kamera achtet der Hersteller darauf, dass die AF-Phasen-Übereinstimmung eines Messfeldes exakt mit der Schärfeebene auf dem Bildsensor übereinstimmt. Kommt es aber zu einer noch so kleinen Abweichung in der Abstimmung beider Sensoren (schon bei der Produktion der Kamera, durch einen Sturz, Materialermüdung etc.), so fallen Schärfeebene und Bildebene nicht mehr perfekt zusammen. Auch Fehler im Objektiv können zu einer Fehlfokussierung führen: Ungenauigkeiten beim Autofokus-Motor, kleinste Bajonett- oder Linsen-Verschiebungen, die sich im Bildergebnis gar nicht niederschlagen, aber den AF-Sensor beeinflussen, gehören auch dazu.

Fehler bestimmen

Falls Sie den Verdacht haben, dass es mit Ihrer Kamera-Objektivkombination zu einer Fehlfokussierung kommt, so sollten Sie einige Punkte beachten. Zunächst einmal: Ein einzelnes, fehlfokussiertes Foto ist kein Hinweis auf eine generelle Fehlfunktion. Die Varianz der Fokusgenauigkeit hängt von der Qualität der Kamera-Objektivkombination ab. Gehen Sie davon aus, dass von zehn Fotos eines bis drei leicht unscharf sein können. Das ist beim Phasen-AF gerade in Kombination mit älteren Objektiven leider normal.

Um Unschärfe aus anderen Quellen auszuschließen, betrachten Sie nur Fotos, die Sie vom Stativ aus von unbewegten Motiven aufgenommen haben. Liegt jetzt der Fokus daneben, so müssen Sie zwei Fälle unterscheiden: Liegt der Fokus mal vorne, mal hinten: Ein mechanischer oder elektronischer Defekt in der Kamera oder im Objektiv (mit zweitem Objektiv gegenprüfen!) liegt vor. Sie können selbst nichts unternehmen und müssen Kamera oder Objektiv oder gleich beides in den Service geben. Liegt der Fokus dagegen immer beziehungsweise überwiegend zu weit vorn oder zu weit hinten, so können Sie selbst mit der AF-Feinabstimmung in der Kamera oder auch im Objektiv gegensteuern. 

 

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Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.