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Helmut Newton, Madonna, Vanity Fair, 1990
Helmut Newton portraitierte Madonna 1990 für die Zeitschrift Vanity Fair.
© Helmut Newton Estate

Meister der Fotografie: Helmut Newton

Bildband und Ausstellung zum 100. Geburtstag
31.10.2020

Am 31. Oktober 2020 wäre Helmut Newton 100 Jahre alt geworden. Der weltbekannte Fotograf faszinierte, überraschte und polarisierte mit seinen Portrait-, Mode- und Aktfotografien.

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Selbstportrait von Helmut Newton (Monte Carlo 1993)

Selbstportrait von Helmut Newton (Monte Carlo 1993)

© Helmut Newton Estate

Happy Birthday Helmut Newton. Am 31. Oktober 1920 wurde Newton (geb. Helmut Neustädter) als Sohn eines jüdischen Knopffabrikanten in Berlin-Schöneberg geboren. Seine Laufbahn als Fotograf begann, als er sich zwischen 1936 und 1938 von der Portrait-, Akt- und Modefotografin Yva ausbilden lies. Doch bereits kurze Zeit später musste Newton aus Berlin fliehen und kam schließlich über Triest und Singapur bis nach Australien. Dort lernte er auch seine spätere Ehefrau June (alias Alice Springs) kennen und fotografierte ab den 1950er Jahren für verschiedene internationale Ausgaben der „Modebibel“ Vogue. 1961 zogen Helmut und June Newton nach Paris, später lebten sie auch in Monaco und Los Angeles. 

Mehr als Modefotografie

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Foto von Helmut Newton für die French Vogue in Paris 1975

Helmut Newton fotografierte 1975 für Yves St. Laurent und die französische Vogue in der Rue Aubriot in Paris.

© Helmut Newton Estate

Mit der Bildserie "Naked and Dressed", die Newton für die französische Vogue fotografierte und die den Übergang vom Mode- zum Aktbild markierte, und mit der Serie "Big Nudes" wurde er Anfang der 1980er Jahre schließlich auch über die Modewelt hinaus bekannt. Er inspirierte zahlreiche Kollegen sowie Künstler und arbeitete für nahezu alle namhaften Magazine und Mode-Labels. Dabei zeigten seine Bilder selten einen reinen Modeentwurf, sondern meist auch eine Parallelgeschichte. Oft lies sich Newton von Mythologie, Kunstgeschichte oder vom Europa seiner Jugend inspirieren. Newton entwarf mit seinen Bildern ein neues, oft provozierendes Frauenbild. Damit prägte er nicht nur die Mode-Fotografie für alle Zeiten.

Im Jahr 2004 starb Helmut Newton im Alter von 83 Jahren in Folge eines Autounfalls in Los Angeles.

Sie wollen wissen, was Newton selbst über seine Bilder gesagt hat, wie er zur Provokation stand oder für wen er gerne gearbeitet hat? Hier geht es zu unserem Interview mit dem bekannten Bildermacher.

Ausstellung anlässlich Newtons Geburtstags

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Newton fotografier Amica in Milan, 1982
© Helmut Newton Estate

Als Erinnerung an Newtons Zeit in Berlin und seine Fotografien präsentiert die Helmut Newton Stiftung die Outdoor-Ausstellung „Helmut Newton One Hundred“ auf der 85m langen Wand am Kraftwerk Berlin-Kreuzberg (Köpenicker Straße 70). Etwa 30 Motive aus allen Schaffensepisoden des weltbekannten Fotografen sind dort vom 26. Oktober bis zum 8. November 2020 zu sehen. Die Helmut Newton Stiftung wurde Ende 2003 persönlich von Newton gegründet. Nach seinen Wünschen soll die Stiftung in seiner Heimatstadt Berlin kein „totes Museum“ sein, sondern eine „lebendige Institution“. Neben Fotografien von Newton selbst, werden dort auch Werke anderer Künstler und Fotografen gezeigt, die mit seinem Werk in einen Dialog treten.

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Helmut Newton 1999

Helmut Newton prüft einen Druckbogen während der Frankfurter Buchmesse 1999.

© Taschen

Im Rahmen von "Helmut Newton One Hundred" wird im Erdgeschoss des Museum vom 31. Oktober bis zum 8. November ein Filmprogramm rund um das Werk von Newton gezeigt. Darunter "Helmut by June" (1995), die erweiterte Version von Julia Benedikts "Summe"-Films sowie der Dokumentarfilm "Helmut Newton – The Bad and The Beautiful" von Gero von Broehm, der in diesem Jahr seine Welt-Premiere in Berlin feierte.

Parallel zur Outdoor-Ausstellung werden in ganz Berlin 250 City-Light-Plakate mit Newton-Motiven gezeigt. Obwohl Newton in jungen Jahren aus Berlin fliehen musste, blieb ihm die deutsche Metropole doch auch in guter Erinnerung. So kehrte er regelmäßig in seine Heimatstadt zurück und produzierte dort unter anderem 1979 für die zweite Ausgabe der Vogue Deutschland eine fotografische Hommage an die Orte seiner Jugend.

Der Dokumentarfilm "Helmut Newton – The Bad and The Beautiful" zeigt 3Sat am Samstag, 31.10.2020, um 20:15 Uhr.

Baby Sumo

464 Seiten, rund 35 Kilo und eine Größe von 50 mal 70 Zentimetern – der erste Sumo Bildband erschien in einer limitierten Auflage von 10.000 signierten und nummerierten Exemplaren. Die Idee zum Buch entstand in einem Dialog zwischen Fotograf Helmut Newton und Verleger Benedikt Taschen. Das Helmut Newton Buch zeigt über 400 Bilder des faszinierenden und gleichzeitig umstrittenen Fotografen. Anlässlich Newtons 100. Geburtstag und dem 40. Geburtstag des Taschen-Verlags erscheint nun eine von June Newton herausgegebene Neuausgabe. Baby Sumo ist genau halb so groß wie das Original von 1999, präsentiert ebenfalls mehr als 400 Bilder und ist in einer Auflage von 10.000 Exemplaren erhältlich. 

Der Bildband 

Helmut Newton. Baby Sumo. Herausgegeben und überarbeitet von June Newton. Taschen. Limitierte Ausgabe von 10.000 nummerierten Exemplaren. Hardcover, 35,8 x 50 cm, 9,80 kg, 464 Seiten, mit Buchständer und Podest (Höhe: 74 cm), 1000 Euro. Erhältlich hier.

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Aus Helmut Newton Baby Sumo

Bei Newtons Bildern verschwimmen meist die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Inszenierung.

© Taschen

Helmut Newton. Sumo. 20th Anniversary Edition. Taschen. Hardcover mit Begleitheft im Schuber, 26,7 x 37,4 cm, 6,07 kg, 464 Seiten, 100 Euro. Erhältlich hier.

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Newton, Taschen und de Pury in Berlin 2000

Helmut Newton, Benedikt Taschen und Simon de Pury (v.l.) während der Auktion zur Versteigerung des ersten Exemplars von SUMO. Bei der Auktion in Berlin am 6. April 2000 kam es für damals 620.000 DM unter den Hammer.

© Alice Springs / Maconochie Photography

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Lea Spraul

Seit September 2019 ist Lea Spraul Volontärin in der fotoMAGAZIN-Redaktion. Sie ist vor allem zuständig für Angelegenheiten, die sich online abspielen – unter anderem Instagram, Facebook, YouTube und Beiträge auf fotomagazin.de. Neben ihrer Tätigkeit in der Redaktion studiert sie „Digital Journalism“ im Master.