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Foto: © picture alliance / Daniel Kalker | Daniel Kalker

Album-Cover berühmter Fotografen

"Coverstories"
22.01.2022

Manche Musik-Alben sind kleine Kunstwerke von berühmten Fotografen. Meist bleiben die Bildermacher jedoch anonym. Das sollte sich ändern, finden wir. Oder wussten Sie, dass das Cover des Rolling Stones-Albums "Exile on Main St." von Robert Frank stammt?

Richard Avedon
Soundtrack zum Film „Funny Face“, 1957 (Verve)

Sein berühmtestes Cover war ursprünglich ein Porträt von Audrey Hepburn. Es ist für eine Szene in dem Spielfilm „Funny Face“ aufgenommen worden, das im Film der Modefotograf Dick Avery (gespielt von Fred Astaire) in der Dunkelkammer vergrößert. Nur wenige Avedon-Fans wissen: Viele weitere Porträts von Barbara Streisand, Joan Baez, Julie Andrews auf Album-Covern stammen ebenfalls von Richard Avedon (1923-2004).

Robert Mapplethorpe
Patti Smith: „Horses“, 1975 (Arista Records)

Sie waren ein Paar, Patti Smith und Robert Mapplethorpe (1946-1989). Pattis Debut-Album „Horses“ gilt heute als eines der wichtigsten Rockalben der Welt. Und Mapplethorpes Cover-Foto half, dass Patti Smith zu jener Musik- und Kunst-Ikone wurde, die sie heute ist.

Robert Frank
Rolling Stones: „Exile on Main St.“, 1972
(Rolling Stones Records)

1972 wählten die Rolling Stones Robert Frank (1924-2019) für einen Dokumentarfilm über ihre Amerika-Tour und das Cover ihres Albums  „Exile on Main St.“. Die Veröffentlichung seines Filmes verboten sie anschließend. Und für das Cover des Albums wählten sie Franks Aufnahme von der Pinwand eines New Yorker Tattoo-Studios.

Helmut Newton
INXS: „The Gift“, 1993 (Atlantic)

Helmut Newtons (1920-2004) Platten-Cover kennen nur wenige – und doch gibt es Highlights. Fans lieben seine Aufnahme für Olivia Newton Johns Album „Soul Kiss“. Und das Cover einer Single-Auskopplung von INXS mit Helmuts Inszenierung des „Letzten Abendmahls“.

Jean-Paul Goude
Grace Jones: „Island Life“, 1985 (Island Records)

Frankreichs vielleicht größter Art Direktor war kein Fotograf im klassischen Sinne. Trotzdem haben seine Inszenierungen die Sichtweise vieler Fotografen geprägt. Berühmt sind vor allem seine Cover der Grace Jones-Alben „Island Life“ und „Slave to the Rhythm“.

Irving Penn
Miles Davis: „Tutu“, 1986 (Warner Music)

Im Juli 1986 porträtierte Irving Penn (1917-2009) den Jazz-Trompeter Miles Davis für dessen Album „Tutu“. Am Ende des Shoots verabschiedete sich Davis von ihm mit einem Kuss: „Erst danach hatte ich Gelegenheit, seine Musik kennenzulernen und sie beeindruckte mich als visuelle Kunst der tiefsten Art“, gestand Penn später. „Wie schrecklich, dass ich das damals nicht mit ihm teilen konnte.“

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Platten-Cover Tutu

Miles Davis "Tutu".

Nobuyoshi Araki
Björk: „Telegram“, 1996 (One Little Indian Records)

Die Isländerin Björk ist ein großer Fan des japanischen Fotokünstlers Nobuyoshi Araki. Von ihm gibt es sonst überhaupt keine Album-Cover. Björk ist möglicherweise sogar die einzige Europäerin, die er je fotografierte, nachdem sie ihn mit einem langen Fanbrief überzeugt hatte. 1996 erschien ihr Remix-Album „Telegram“ mit den Bildern von Araki.

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
peter.michels

Bei Peter Michels liegt das Schreiben und Unterrichten rund um die Fotografie in der DNA. Er unterrichtet Kamerabau, historische Fotoprozesse und Analogfotografie. Ihm ist es zu verdanken, dass in der Schweiz Analogfotografie als schützenswertes Handwerk definiert wurde. Als Kurator konzipierte er die Werkschau PHOTO an den Standorten Zürich und München.