Rouzbeh Fouladi: „Vor dem Krieg – Fotografien aus dem Iran“
13. Juni – 7. August
Rouzbeh Fouladi zeigt in der Galerie MA/RIE/MIX 23 in Cottbus Fotografien aus seiner Serie „Alltag“. Die Aufnahmen entstanden 2018 in Teheran und zeigen Straßen, Mauern, Passanten, Gesichter, kurze Begegnungen und unscheinbare Situationen im öffentlichen Raum. Was zunächst wie eine stille Beobachtung des städtischen Lebens wirkt, erhält durch den Titel der Ausstellung eine zweite Ebene: Die Bilder zeigen eine Zeit vor dem Krieg.
Rouzbeh Fouladi wurde 1991 in Teheran geboren, studierte dort Architektur und arbeitete später als freier Fotojournalist für iranische Nachrichtenagenturen und Magazine. Seine fotografische Praxis verbindet dokumentarische Genauigkeit mit persönlicher Erfahrung. Teheran erscheint in der Serie nicht als bloße Kulisse, sondern als Ort von Herkunft, Erinnerung und Verlust. Die Bilder erzählen von einer Stadt, die der Fotograf kennt, aus der er stammt und zu der er aus der Distanz zurückblickt.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen keine spektakulären Ereignisse, sondern alltägliche Szenen. Gerade darin liegt ihre Spannung. Rouzbeh Fouladi hält in seinen Fotografien Momente fest, die im Rückblick zerbrechlich wirken: Menschen auf der Straße, flüchtige Bewegungen, urbane Räume, Spuren eines normalen Lebens. Der Krieg verändert die Lesart dieser Bilder. Was 2018 noch Gegenwart war, erscheint heute als Zeugnis einer Zeit vor einem tiefen Bruch.
Die Ausstellung „Vor dem Krieg – Fotografien aus dem Iran“ läuft vom 13. Juni bis 7. August 2026 in der Galerie MA/RIE/MIX 23, Marienstraße 23, 03046 Cottbus. Die Eröffnung findet am 12. Juni um 19 Uhr statt. Jörg Sperling spricht einführende Worte. Geöffnet ist die Galerie mittwochs von 17 bis 20 Uhr sowie donnerstags und freitags von 19 bis 22 Uhr. Samstags ist ein Besuch nach Vereinbarung möglich. Träger der Galerie ist der Kunst- und Kulturförderverein Cottbus e.V.