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Am 8. März ist Internationaler Frauentag
© Sarah Köster / EyeEm

Internationaler Frauentag – Fotografie von und für Frauen

Hinter die Kamera, statt hinter den Herd
06.03.2020

Die Zeiten ändern sich, doch von Geschlechter-Gleichberechtigung kann in vielen Bereichen noch nicht gesprochen werden – auch in der Fotografie nicht. Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Wir haben passende Ausstellungen und Angebote zusammengetragen.

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Zum Internationalen Frauentag gibt es sogar eine spezielle Pose

Die Pose des IWD ist an ein "="-Zeichen angelehnt und wird mit dem Hashtag #eachforequal versehen.

© Sarah Köster / EyeEm

Der Internationale Frauentag beziehungsweise International Women's Day (IWD) findet bereits seit über einem Jahrhundert statt. Auch dieses Jahr soll der 8. März wieder ein Tag sein, an dem die sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Errungenschaften von Frauen gefeiert werden. Der Tag soll zudem als Anlass genutzt werden, um die Gleichstellung der Geschlechter voranzutreiben. Im Bundesland Berlin ist der IWD sogar gesetzlicher Feiertag. 2020 lautet das Thema "Each for Equal" beziehungsweise ins Deutsche übersetzt: "Jede*r für Gleichberechtigung". Ergänzt wird das Motto #EachforEqual um verschiedene Botschaften wie: "Jeder ist für seine eigenen Gedanken und Handlungen verantwortlich – den ganzen Tag, jeden Tag."
UN Women, eine Organisation der Vereinten Nationen, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung von Frauen einsetzt, hat mit “Ich bin die Generation Gleichheit: Verwirklichung der Frauen-Rechte" ein eigenes Motto für den Internationalen Frauentag. Die Kampagne soll Menschen aller Geschlechter, Altersgruppen, ethnischer Gruppen, Religionen und Länder zusammenzubringen, um Maßnahmen zu ergreifen, die eine gleichberechtigte Welt schaffen und ist damit dem Motto "Each for Equal" recht ähnlich.
Für den IWD ist die Gleichstellung kein Thema das nur Frauen betrifft, sondern vielmehr auch einzelne Unternehmen, die Wirtschaft und die ganze Gesellschaft. Eine gleichberechtigte Welt könnte reicher und harmonischer sein. Dies kann so auch für die Fotografie gesagt werden. Daher haben wir im Folgenden anlässlich des IWD einige Aspekte und Ausstellungen zusammengetragen.

Ausstellungen

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Fotografin Yumna Al-Arashi hat anlässlich des IWD eien Ausstellung in Berlin

In der Ausstellung "I AM WHO I AM WHO AM I" präsentiert Yumna Al-Arashi in der Berliner Galerie Anahita Contemporary ihre fotografischen Arbeiten.

© Yumna Al-Arashi

"Fotografinnen an der Front – Von Lee Miller bis Anja Niedringhaus" im Fotomuseum in Winterthur (Schweiz): Die Ausstellung ist dort noch bis zum 24. Mai zu sehen und widmet sich der Bildberichterstattung aus internationalen Kriegen und Konflikten. Gezeigt werden rund 140 zwischen 1936 und 2011 entstandene Bilder der Fotojournalistinnen und Dokumentarfotografinnen Carolyn Cole, Françoise Demulder, Catherine Leroy, Susan Meiselas, Lee Miller, Anja Niedringhaus, Christine Spengler und Gerda Taro. In ihren Aufnahmen geben die Fotografinnen einen fragmentarischen Einblick in die komplexe Realität des Krieges. Die von Anne-Marie Beckmann und Felicity Korn kuratierte und von Nadine Wietlisbach für das Fotomuseum Winterthur adaptierte Ausstellung konzentriert sich dabei auf weibliche Positionen.

Anlässlich des Internationalen Frauentages werden vom 7. bis 21. März in der Berliner Galerie Anahita Contemporary Arbeiten von der Fotokünstlerin Yumna Al-Arashi präsentiert. Nach Einzelausstellungen in Beirut, Los Angeles und New York präsentiert Al-Arashi in der Ausstellung "I AM WHO I AM WHO AM I" erstmals ihre fotografischen Arbeiten in Berlin. Die gezeigten Werke loten das Spannungsfeld der Macht der Frauen, Repräsentanz und Selbstinszenierung aus. Im vergangenen Jahrzehnt hat Yumna Al-Arashi das Selbstportrait als einen Akt des Trotzes geschaffen. In ihren Arbeiten spielen ihre Subjekte verschiedene Rollen, die oft zur Bildung eines Kollektivs zwischen Frauen führen, eine Verewigung der Solidarität und Unterstützung, die zwischen ihnen besteht.

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Cindy Shermans Werk "Untitled #93" von 1982

Cindy Shermans Werk "Untitled #93" aus dem Jahr 1982

© Cindy Sherman / Courtesy of the Artist and Metro Pictures, New York

Cindy Sherman ist eine der einflussreichsten Fotokünstlerinnen unserer Zeit. Die Ausstellung "The Cindy Sherman Effect. Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst" beschäftigt sich nun damit, wie ihre Auseinandersetzung mit der Konstruktion und Veränderung von Identität nachfolgende Künstlergenerationen geprägt hat. Bis zum 21. Juni 2020 ist die Ausstellung im Bank Austria Kunstforum Wien zu sehen. Der Katalog zur Ausstellung ist unterdessen bei Schirmer/Mosel erschienen. Und das passende Portfolio wird in der April-Ausgabe des fotoMAGAZIN, die am 10. März erscheinen wird, zu sehen sein.

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Eines der Werke von Yumna Al-Arashi

Die Performances von Al-Arashi erlauben einen unbehaglichen Blick in die eigene Verletzlichkeit als bildkonsumierende Bürgerinnen.

© Yumna Al-Arashi

Auch einer der Programmpunkte der Photo London, die vom 14. bis zum 17. Mai im Somerset House in London stattfindet, befasst sich mit Frauen in der Fotografie. "Aufstehen, hinsetzen: Stimmen von Frauen in der Fotografie“ ist eine Sonderausstellung, die im Auftrag der Hundred+ Heroines Stiftung organisiert wurde und außergewöhnliche Bilder von Künstlerinnen aus der ganzen Welt zeigt. Es werden sich dort unter anderem Werke von Alix-Marie, Elina Brotherus, Vushi-Export, Yushi Li, ORLAN, Josephine Pryde, Newsha Tavakolian und Gillian Wearing finden.

Frauen unter sich

2017 wurde die Initiative Women Photograph ins Leben gerufen, um den Stimmen von visuellen Journalistinnen mehr Gewicht zu verleihen. Es handelt sich um eine private Datenbank, die mehr als 950 unabhängige Dokumentarfotografinnen aus über 100 Ländern umfasst.

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Eine Analyse von Women Photograph

Eine der Analysen von Women Photograph, die sie auch regelmäßig auf ihrem Twitter-Profil teilen.

Women Photograph betreibt außerdem eine jährliche Reihe von Projektstipendien für aufstrebende Fotojournalisten, ein einjähriges Mentoring-Programm und einen Reisefonds, um Fotografinnen den Zugang zu Workshops, Festivals und anderen Entwicklungsmöglichkeiten zu ermöglichen. Sie sehen es als ihre Mission, die geschlechtsspezifische Zusammensetzung der Fotojournalismus-Community zu verändern und sicherzustellen, dass die Geschichtenerzähler der Branche so vielfältig sind wie die Gemeinschaften, die sie vertreten möchten. So analysieren sie beispielsweise regelmäßig wie viel Prozent der Bilder in Medien wie dem Guardian oder BuzzFeed von Frauen fotografiert wurden.

Fotojournalistinnen und wie es zu Women Photograph kam (englisches Video)

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Eine andere Form von Frauenpower bieten die Foto-Frauenreisen von demipress. Fotografin Daniela Skrzypczak bietet die Reisen für kleine Frauengruppen von maximal sechs Teilnehmerinnen in fremde Länder an. So geht es nach Kenia, Tansania oder Usbekistan. Auf den Reisen will Skrzypczak den Teilnehmerinnen ein Grundverständnis für die Fotografie geben und zeigen, wie jede ihren eigenen Weg in der Fotografie finden kann.

Wettbewerb im März

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EyeEm ist offizieller Bild-Partner des Internationalen Frauentags

Die Bildersammlung EyeEm X IWD 2020 soll unter anderem Stereotypen durchbrechen und die Stärke weiblicher Gemeinschaften darstellen. Dabei werden 20 Prozent der Lizenzerlöse an eine Wohltätigkeitsorganisation gespendet.

© Azeezur Khan / EyeEm

"Fotografie, die Frauen auf reale und integrative Weise einfängt, erfordert viel Geschick, strahlt Ehrlichkeit aus und feiert Verletzlichkeit", betont Glenda Slingsby, die Partnerschaftsdirektorin des Internationalen Frauentags. Offizieller Imagepartner der Kampagne "#EachforEqual" und des IWD ist das Berliner Unternehmen EyeEm. "Als Marktplatz für hochwertige Bilder wissen wir, dass Gleichstellung stark mit der visuellen Darstellung zusammenhängt", erklärt EyeEm-Mitgründer Gen Sadakane. "Mit 25 Millionen Fotografen und über 100 Millionen Fotos haben wir weltweit ein enormes Potenzial, Menschen sowohl vor als auch hinter dem Kameraobjektiv zu zeigen – und Stereotype zu vermeiden." Zudem veranstaltet EyeEm einen Fotowettbewerb unter dem Motto "Gleichstellung stärken". Bis Ende März können Fotografen aus der ganzen Welt und egal welchen Geschlechts teilnehmen. Sie müssen sich lediglich die EyeEm-App herunterladen. Welche Preise es zu gewinnen gibt, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest, soll aber demnächst angekündigt werden.

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Bild der Hasselblad-Heldin Swee Oh

Bild der Hasselblad-Heldin Swee Oh

© Swee Oh

Hasselblad-Heldinnen

Sieben Fotografinnen in sieben Wochen. Beginnend am 8. März stellt der Kamera- und Objektiv-Hersteller Hasselblad die Hasselblad-Heldinnen vor. In dieser Reihe werden Frauen, die sich in der Fotoindustrie einen Namen gemacht haben, hervorgehoben. In wöchentlichen Spotlights wird jede Heldin ihre Erfahrungen teilen: Kurze Videointerviews über Aspekte wie Karriere, Herausforderungen in einer von Männern dominierten Branche und Inspirationsquellen. Die Hasselblad-Heldinnen wollen die nächste Generation weiblicher Fotografen dazu ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen und ihre kreativen Visionen zum Leben zu erwecken. Alle Geschichten, Bilder und Interviews – auch die des letzten Jahres – gibt es hier.

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Bild der Hasselblad-Heldin Natalia Evelyn Bencicova

Natalia Evelyn Bencicova wird in Woche 6 ihre Erfahrungen teilen.

© Natalia Evelyn Bencicova

Die 2020-Reihe umfasst die folgenden sieben Fotografinnen:

  • 2016 Hasselblad Master in Architektur Swee Oh
  • Hasselblad Ambassador Julia Fullerton-Batten
  • 2014 Hasselblad Master in Fashion/Beauty Bara Prasilova
  • Celia D. Luna, eine in Miami lebende Mode- und Porträtfotografin
  • Hasselblad X You Grand Prize Winner Clarissa Bonet
  • 2016 Hasselblad Master in Portrait Natalia Evelyn Bencicova
  • Italian fine art photographer Chiara Zonca
Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Lea Spraul

Seit September 2019 ist Lea Spraul Volontärin in der fotoMAGAZIN-Redaktion. Sie ist vor allem zuständig für Angelegenheiten, die sich online abspielen – unter anderem Instagram, Facebook, YouTube und Beiträge auf fotomagazin.de. Neben ihrer Tätigkeit in der Redaktion studiert sie „Digital Journalism“ im Master.