Superweitwinkelzooms für Vollformat im Test

Nachfolger und Neulinge
08.01.2018

Wir haben gleich drei lange erwartete Superweitwinkelzooms für Vollformat im Test geprüft: einen Dauerbrenner von Canon, zwei Programmfüller von Sony. Können sie überzeugen – oder ist am Ende Sigmas neues 4/12-24 mm der lachende Dritte?

 

In der letzten Zeit sind einige neue Superweitwinkelzooms für das Vollformat erschienen, die nicht nur wegen ihres Datenblatts, sondern auch wegen ihres Kontexts sehr interessant sind. So kommt das Canon EF 2,8/16-35 mm L USM bereits in der dritten Generation und die war auch überfällig, stammt der betagte Vorgänger II doch bereits aus dem Jahr 2007.

Sony-Fotografen hingegen, die im spiegellosen Alpha-System unterwegs sind, werden einen gespannten Blick auf das edle Sony-Duo werfen, das FE 4/12-24 mm G (SEL1224G) und das FE 2,8/16-35 mm GM (SEL1635GM). Denn im vollformatigen E-Sortiment des Herstellers sah es bislang mager aus: Außer dem FE 4/16-35 mm (ca. 1500 Euro) war der starke Weitwinkelbereich nicht im Angebot, selbst bei Festbrennweiten geht es erst bei 28 mm los.

Den Bedarf deckten bislang vor allem Zeiss – mit Festbrennweiten mit und ohne Autofokus – und Sigma dank seines Adapters Mount Converter MC-11, der – je nach Version – Sigma-Objektive mit Canon- oder Sigma-Bajonett auf den Sony-E-Mount verpflanzt.

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Canon EF 2,8/16-35 mm L III USM

Canon EF 2,8/16-35 mm L III USM: ca. 2625 Euro

© Angela Franke

Canon EF 2,8/16-35 mm L III USM

Die dritte Generation des Canon 2,8/16-35 mm aus der professionellen L-Linie muss sich besonders mit ihrer Vorgängerin vergleichen lassen. Der bescheinigte unser BAS-Digital-Test in fM 1/2008 insgesamt sehr gute Leistungen, doch beim – damals noch recht jungen – Vollformatsensor zeigte es einige Schwächen. Die neue Version hat nun zugelegt, muss sich aber auch an deutlich anspruchsvolleren Sensoren messen lassen.

Erfreulicherweise zeigt die kürzeste Brennweite die besten Auflösungsleistungen am Vollformatsensor. Die werden allerdings nur gut bis sehr gut, wenn um zwei bis drei Stufen abgeblendet wird. Das Maximum wird bei 16 mm mit Blende f/8 herausgeholt; mit dem schönen Nebeneffekt, dass dann die Randabdunklung von stark auf sichtbar – allerdings mit einem spontanen Helligkeitsabfall – abnimmt.

Die sehr deutliche, tonnenförmige Verzeichnung lässt sich vom Abblenden allerdings nicht beeindrucken. Die mittlere Brennweite fällt im Vollformat deutlich ab und bringt nur eine eingeschränkte Auflösung bei Offenblende, die bei Blende f/11 gerade einmal auf mittlere Werte ansteigt. Immerhin ist die Verzeichnung dann praktisch neutral.

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Testbild Canon EF 2,8/16-35 mm L III USM

Canon EF 2,8/16-35 mm L III USM:
Bei offener Blende zeigt das Zoom noch nicht seine beste Auflösung und vignettiert recht stark: mit 16 mm, Blende f/2,8, 1/200 s und ISO 640 an Canon EOS 5D Mark III

© Lars Theiß

Deutlich bei Offenblende und abgeblendet gut ist die Vignettierung. Recht konstant, aber auf mittlerem bis guten Niveau bewegt sich die Auflösung bei 35 mm am Vollformatsensor. Ist die Randabdunklung bei Blende f/2,8 noch sichtbar, fällt sie bei f/5,6 nicht mehr auf. Sichtbar ist dafür die kissenförmige Verzeichnung.

Beim 16-35 mm L III USM hat Canon einige Parameter geändert. Der optische Aufbau wurde überarbeitet und es kommt mehr Kunststoff zum Einsatz (etwa beim Filtergewinde), dennoch stieg das Gewicht um über 150 g an. Die gute, flexible Nahgrenze von 28 cm blieb ebenso gleich wie der Filterdurchmesser. Das Zoom ist sehr gut bis ausgezeichnet verarbeitet und vor Spritzwasser geschützt. Verbessert wurden die Schutzmaßnahmen gegen Streulicht im Objektivinneren. Unter dem Strich fällt die Mechaniknote etwas schwächer als beim Vorgänger aus. Für ein sehr gutes Gesamtergebnis reicht es allerdings allemale.

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Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Technikredakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.