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Tamron Superweitwinkelzooms
Tamrons neue Superweitwinkelzooms 2,8/15-30 mm und 2,8-4/17-35 mm. Fotos: © Tamron

Im Test: Tamron 2,8/15-30 mm und 2,8-4/17-35 mm

Tamrons neue Superweitwinkelzooms
29.01.2020

Richtig viel Motiv auf das Bild gelangt mit den neuen Superweitwinkelzooms von Tamron. Wir haben das Vollformat-taugliche Brüderpaar im Februar 2019 im Labor getestet und verglichen. Lesen Sie jetzt unsere Testergebnisse online.

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Tamron 2,8-4/17-35 mm Di OSD

Tamron 2,8-4/17-35 mm Di OSD. Preis: ca. 1000 Euro.

© Tamron

Innerhalb kurzer Zeit hat Tamron gleich zwei neue Superweitwinkelzooms für Spiegelreflexfotografen vorgestellt. Beide sind für das Vollformat gerechnet. Während das SP 2,8/15-30 mm Di VC USD G2 (das steht für Generation 2) die Neuauflage eines bestehenden Modells ist, wendet sich das 2,8-4/17-35 mm Di OSD an Fotografen, die kein ganz so „extremes“ Zoom benötigen oder mehr auf ihren Geldbeutel achten. Immerhin liegt das durchgängig lichtstarke 15-30 mm mit einer Preisempfehlung von 1750 Euro deutlich über der des kleineren Zooms mit rund 1000 Euro. Wir haben die Neuheiten in den BAS-Digital-Test geschickt und in der Praxis geprüft, ob sich der Um- oder Aufstieg lohnt.

Tamron SP 2,8/15-30 mm Di VC USD G2 –
moderat überarbeitet

Die G2-Version von Tamrons lichtstarkem Zoom verspricht verbesserte optische Leistungen, auch wenn die op­tische Konstruktion gleich geblieben ist. Auffällig ist das neue Design im Look der hochwertigen SP-Serie. Die Bedienung der breiten Fokussier- und Zoomringe ist sehr gut, die Verarbeitung inklusive den Abdichtungen ausgezeichnet. Canon-Fotografen dürfen sich über einen Filterfolienhalter bajonettseitig freuen, alle Besitzer großer Filterhalter für den Vorgänger A012 können ihn auch am neuen A041 verwenden, denn die Front mit fester Streulichtblende hat sich nicht geändert. Ungewöhnlich genug, dass in dieser Objektivklasse ein Bildstabilisator zum Einsatz kommt: Tamron hat ihn auch noch verbessert, wie der Praxistest
in fM 10/18 ergab. Er schafft nun einen Ausgleich von etwa 4,5 EV-Stufen. Verant­wortlich hierfür ist eine neue Dual-MPU (Micro-Processing Unit), die Ver­wacklungen schneller erkennt und ausbalanciert sowie den AF beschleunigt. Der Streulichtschutz ist insgesamt sehr gut und die Vergütung wurde überarbeitet. Andere Auflösungs-Charakteristik
Optisch verhält sich das neue 15-30 mm G2 in einigen Kriterien anders als das alte 15-30 mm (siehe fM 7/18).

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Tamron SP 2,8/15-30 mm Di VC USD G2

Tamron SP 2,8/15-30 mm Di VC USD G2. Preis: ca. 1750 Euro.

© Tamron

Die Auflösung zeigt im Vollformat brennweitenübergreifend deutliche und nicht überraschende Offenblendeinschränkungen. Bei der spannenden Anfangsbrennweite reicht es, eine Stufe auf Blende f/4 abzublenden, um das nahezu maximale Leistungsvermögen abzurufen. Dazu wäre beim alten Modell Blende f/8 nötig. Im Gegenzug haben beim G2 die mittlere und lange Brennweite in Sachen Auflösung nachgelassen, hier ist Blende f/5,6 nötig, um gute (30 mm) oder gute bis sehr gute Werte (22 mm) zu erzielen. Auch am APS-Sensor ist die Leistung bei Offenblende und 15 mm angestiegen, während sie bei 22 und 30 mm nachlässt. Kräftig um mindestens eine halbe Blendenstufe hat die Randabdunklung im Vollformat bei f/2,8 auf deutliche bis sehr deutliche Sichtbarkeit zugenommen. Nahezu unverändert blieb die sehr starke Verzeichnung bei 15 mm und sichtbare bei 30 mm.

Tamron 2,8-4/17-35 mm Di OSD – die günstige Alternative

Das 2,8-4/17-35 mm Di OSD ist tatsächlich eine Art kleiner Bruder des 15-30 mm. Neben geringerer Größe ist es auch nicht einmal halb so schwer. Das liegt neben der geringeren Lichtstärke und damit verbundenen kleineren Linsendurchmessern auch am verstärkten Einsatz von Kunststoff. Die Verarbeitung ist sehr gut und ein Nässeschutz ist ebenso vorhanden wie ein normales Filtergewinde aus Kunststoff. Sehr gut lässt sich der Zoomring bedienen, der Fokussierring ist recht steil übersetzt und gut bedienbar. Der interne Streulichtschutz des aus Vietnam stammenden Zooms ist ausgezeichnet.
Angesichts seiner mittleren, gleitenden Lichtstärke zeigt das 17-35 mm bei APS eine geringe Offenblendeinschränkung, die sich am Vollformatsensor stärker bemerkbar macht. Hier empfiehlt sich das Abblenden auf f/5,6, um je nach Brennweite gute oder – bei 24 mm – sehr gute Werte zu erzielen. Ein Schwachpunkt ist die Randabdunklung des Objektivs. Im Vollformat ist sie selbst abgeblendet noch sichtbar bis sehr deutlich (17 mm) und dabei auch noch unnatürlich auffällig. Am kleinen Sensor sind die Leistungen erheblich besser. Die Verzeichnung ähnelt der des 15-30-mm-Zooms.

FAZIT
Beide Tamron-Neuheiten profitieren bei der Benotung von ihren sehr guten optischen Leistungen am APS-Sensor. In den schwächeren Vollformatleistungen unterscheiden sie sich weniger stark. Insofern sind Sparfüchse mit dem 2,8-4/17-35 mm gut bedient. Im Vergleich zum alten 2,8/15-30 mm ist die G2 bei der spannenden Anfangsbrennweite stark verbessert. Ob sich deswegen (und wegen der überarbeiteten Bildstabilisierung VC) ein Umstieg lohnt, ist zweifelhaft. Neueinsteigern in diese Objektivklasse ist es jedenfalls zu empfehlen.

> Hier gelangen Sie zum Download der Tabelle mit den Ergebnissen aus unserem Test (Tamron SP 2,8/15-30 mm Di VC USD G2/Modell A041, Tamron 2,8-4/17-35 mm Di OSD/Modell A037)).

Labormessungen: Anders Uschold

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Dieser Test wurde in unserer Ausgabe fotoMAGAZIN 3/2019 veröffentlicht. Zur Einzelheftbestellung gelangen Sie hier.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Redakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen weiteren Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.