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Nikon Z-DX-Objektive
Das Nikon Z DX Nikkor 3,5-6,3/16-50 mm VR und Nikon Z DX Nikkor 4,5-6,3/50-250 mm VR.
© Nikon

Im Test: Nikon Z-DX-Objektive

Systemstarter
03.02.2021

Zum spiegellosen Kamerasystem um die Z 50 herum hat Nikon zwei passende Zoomobjektive vorgestellt. Wir haben sie in der Praxis und im Labor getestet.

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Nikon Z DX Nikkor 3,5-6,3/16-50 mm VR

Nikon Z DX Nikkor 3,5-6,3/16-50 mm VR
Preis: ca. 360 Euro

© Nikon

Wenn ein Hersteller ein neues Kamerasystem vorstellt, dann ist für den Kunden nicht nur das Kameragehäuse interessant, sondern auch die Frage, wie es denn um die Objektive steht. Neben dem Test der spiegellosen APS-C-Kamera Z 50 haben wir von Nikon die beiden Z-DX-Zooms unter die Lupe genommen: Das Standardzoom Z DX Nikkor 3,5-6,3/16-50 mm VR und das Telezoom Z DX Nikkor 4,5-6,3/50-250 mm VR, die entsprechend Kleinbild die Bereiche 24-75 mm und 75-375 mm nahtlos abdecken.
Die Objektive haben viel gemeinsam. Sie lassen sich bei Nichtbenutzung manuell in eine kompakte Parkposition zurückdrehen und mit 135 bzw. 405 g sind sie ausgesprochen leicht. Dazu tragen die geringe Lichtstärke und besonders der Einsatz von Kunststoff bei, der sich auch im – nicht abgedichteten – Bajonett wiederfindet. Immerhin spendierte Nikon den Bildstabilisator VR, der 4,5 bzw. 5 Lichtwertstufen beim Telezoom längere Belichtungszeiten ermöglicht; sehr sinnvoll, da die Z 50 keinen sensorbasierten Stabilisator besitzt. Erwähnenswert sind die variablen Nahgrenzen, die beim 16-50 mm mit zunehmender Brennweite erst ab-, dann zunimmt, sowie die umprogrammierbaren Einstellringe, Markenzeichen der FX- und DX-Z-Systeme. Streulichtblenden lässt sich Nikon extra bezahlen.

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Nikon Z DX Nikkor 4,5-6,3/50-250 mm VR

Nikon Z DX Nikkor 4,5-6,3/50-250 mm VR
Preis: ca. 410 Euro

© Nikon

Im Labor zeigt sich beim kurzen Zoom eine gute bis sehr gute Auflösung, nur bei 16 mm sollte man leicht abblenden. Seine Randabdunklung bei Offenblende nimmt mit der Brennweite ab und geht beim Abblenden zurück. Die Verzeichnung ist nahezu restlos korrigiert, was der nicht abschaltbaren Gehäuse-internen Korrektur zu verdanken ist. Beim Telezoom 50-250 mm lässt sich diese Korrektur ausschalten, dann zeigt das zuvor verzeichnungsfreie Objektiv sein wahres Ich mit sichtbarer bis deutlicher Verzeichnung. Bei ihm ist die Auflösung bei mittlerer Brennweite auffällig hoch, bei 50 mm sollte etwas abgeblendet werden, wenn es die Verschlusszeiten hergeben. Die Randabdunklung ist aufgeblendet nicht hoch, dennoch bei 50 und 100 mm leicht spontan.

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Aufnahme mit Nikon Z DX Nikkor 3,5-6,3/16-50 mm VR

Bei Offenblende zeigt das 16-50 mm bei der Anfangsbrennweite eine deutliche Vignettierung, die aber sehr gleichmäßig verläuft und abgeblendet gute Werte erreicht.
Objektiv: Nikon Z DX Nikkor 3,5-6,3/16-50 mm VR; Aufnahmedaten: 16 mm, f/3,5, 1/50 s, ISO 100; Kamera: Nikon Z 50.

© Andreas Jordan

FAZIT
Die beiden, kleinen Z-Zooms hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck: Für den Preis sind ihre Leistungen nicht schlecht, doch die Nikon-Kundschaft ist erstens andere (Fassungs-)Qualität gewohnt und zweitens mittelfristig nicht mit zwei lichtschwachen und unspektakulären Zooms abzuspeisen. Der Ausblick, den Nikon in seiner Objektiv-Roadmap liefert, stimmt den Betrachter eher vorsichtig: Bis zum Jahr 2021 (!) steht dort lediglich ein weiteres Z-DX-Objektiv in Aussicht, ein 18-140-mm-Zoom. Dem „kleinen“ Z-System mit seinem großen Potenzial wäre jedenfalls zu wünschen, dass sich Pläne ändern können.

Hier gelangen Sie zum Download der Tabelle mit allen Ergebnissen aus unserem Test (Nikon Nikkor Z DX 3,5-6,3/16-50mm VR, Nikon Nikkor Z DX 4,5-6,3/50-250 mm VR).

Labormessungen: Anders Uschold

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Dieser Test ist in unserer Ausgabe fotoMAGAZIN 1/2020 erschienen.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Redakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen weiteren Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.