Im Test: Lichtstarke Weitwinkelzooms für APS-C

Kurzzooms
19.03.2018

Ungewöhnlich kurze Weitwinkelzooms mit hoher Lichtstärke für APS-C-Sensoren stehen auf dem Prüfstand. Wie meistern die drei Kandidaten von Fujifilm, Ricoh Pentax und Tokina den Konstruktionsspagat aus weitem Bildwinkel und großer Anfangsöffnung?

 

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Fujinon XF 4/10-24 mm R OIS

Fujifilm Fujinon XF 4/10-24 mm R OIS
Preis: ca. 1000 Euro

© Angela Franke

Nach den Weitwinkelzooms für Micro Four Thirds in der Ausgabe 12/2017 (> zum Test) nehmen wir uns in diesem Test drei kurze, lichtstarke Zooms für APS-C-Sensoren vor. Den größten Zoomfaktor bietet das Fujifilm Fujinon XF 4/10-24 mm R OIS, selbst wenn er nur 2,4 beträgt. Äquivalent zu Kleinbild (KB) beträgt sein Brennweitenbereich 15-36 mm, eindeutig ein Superweitwinkelzoom. Als „erweiterte Normalbrennweite“ könnte das Ricoh Pentax HD DA 2,8-4/20-40 mm ED Limited DC WR bezeichnet werden, dessen Brennweiten – äquivalent zu KB – von 30 bis 60 mm die Standardbrennweite 50 mm umkreisen. Der dritte Labortest-Kandidat ist das Tokina AT-X 2/14-20 mm Pro DX; nicht einmal ein Zweifachzoom, aber mit unerreichter, durchgängiger Lichtstärke in diesem Bildkreisformat und bei diesem Weitwinkelbereich. Je nach Kameraanschluss beträgt sein Brennweitenbereich etwa 21-30 oder 22-32 mm.  
Das Fujifilm Fujinon XF 4/10-24 mm R OIS stammt aus der edlen XF-Linie und ist hervorragend verarbeitet. Es besitzt einen elektronischen Blendenring, der ein- und ausgeschaltet werden kann und einen optischen Bildstabilisator, der bis zu drei Blendenstufen ausgleicht. Im normalen Einsatz beträgt die Nahgrenze 50 cm, im Makromodus verringert sie sich auf 24 cm, was einen guten Wert darstellt. Sogar die Filterfassung ist aus Metall. Merkwürdigerweise hat Fujifilm auf eine Dichtungslippe am Bajonett verzichtet.

Bei der Konstruktion hat Fuji nicht auf höchste Lichtstärke gesetzt, um Größe und Preis des Objektivs im Rahmen zu halten. Das wirkt sich positiv auf die Auflösung aus: Mit Blende f/4 als durchgehende Anfangsöffnung ist es nun auch nicht ausgesprochen lichtschwach und eher auf hohe Auflösung hin zu rechnen. Bei jeder Brennweite reicht es, um eine Stufe auf Blende f/5,6 abzublenden, dann steht die beste Auflösung zur Verfügung; und die ist ausgezeichnet hoch. Wer mehr Schärfentiefe benötigt, muss beim Abblenden nur leichte Auflösungseinbußen in Kauf nehmen.

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Test mit Fujifilm Fujinon XF 4/10-24 mm R OIS

Fujifilm Fujinon XF 4/10-24 mm R OIS
Blende f/5,6 für höchste Auflösung, mehr muss sich der Fuji-Fotograf nicht merken. Hier im Weitwinkel mit 10 mm Brennweite (15 mm KB) und f/5,6, 1/150 s bei ISO 200 an einer X-T20

© Lars Theiß

Die Randabdunklung ist beim Fujinon zwar aufgeblendet sichtbar, aber natürlich im Verlauf und auch abgeblendet bei 10 mm noch sichtbar. Je länger die Brennweite, desto weniger fällt sie abgeblendet auf. Sehr gering ist die Verzeichnung. Besonders im Weitwinkel dürfte eine digitale Korrektur daran mitwirken, allerdings ohne den Randabfall der Auflösung zu übertreiben. Mit diesen Leistungen erreicht das aus Japan stammende 10-24 mm locker das Super-Siegel.

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Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Technikredakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.