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Weitwinkelzooms für kleine Sensoren
Diese drei Weitwinkelzooms für kleine Sensoren haben wir für das fotoMAGAZIN 1/2020 getestet.
Produktfotos: © Hersteller

Im Test: Drei Weitwinkelzooms für kleine Sensoren

Zooms für APS-C – zwei Klassen
15.03.2021

Profizoom gegen Superzooms: Diesem Vergleich stellen sich die Objektive Canon EF-S 3,5-5,6/18-135 mm IS USM, Sony E 2,8/16-55 mm G und Sony E 3,5-5,6/18-135 mm OSS für APS-C-Sensoren. Wo liegen ihre Stärken und Schwächen? Unser BAS-Digital-Test findet es heraus.

Drei Zooms mit Anfangsbrennweiten im Weitwinkelbereich stehen auf dem Prüfstand. Sie sind für Sensoren im APS-C-Format gerechnet und unterscheiden sich vor allem in der Endbrennweite und Lichtstärke: Auf der einen Seite haben wir das nagelneue Standardzoom von Sony, das E 2,8/16-55 mm G mit hoher Lichtstärke; auf der anderen Seite zwei Superzooms mit 18-135 mm Brennweite und geringerer Lichtstärke, das Canon EF-S 3,5-5,6/18-135 mm IS (Nano) USM und das Sony E 3,5-5,6/18-135 mm OSS. Letztere decken als 7,5-fach-Zooms den kleinbild-äquivalenten Brennweitenbereich von etwa 28-216 mm (Canon) und 27-203 mm (Sony) ab.

Schon ein Blick auf die Preise macht weiterhin deutlich, dass es hier um unterschiedliche Gewichtsklassen geht.
Das Sony E 2,8/16-55 mm G ist nicht das erste G-Objektiv für das kleine E-Bajonett, aber das erste Zoom mit Anfangsöffnung f/2,8. Nachdem es einige Jahre sehr still in Sachen Objektivneuerscheinungen für APS-C bei Sony war, erwachte das Segment im Jahr 2019 zu neuem Leben. Die Gründe dafür dürften darin liegen, dass zum einen die neuen APS-C-Kameras der 6000er-Reihe nach neuen, leistungsfähigen Objektiven verlangen und dass Sony zum anderen der aufkeimenden spiegellosen APS-C-Konkurrenz von Canon und Nikon gleich einen Schritt voraus bleiben möchte.

Das Profizoom Sony E 2,8/16-55 mm G

Das Sony 16-55 mm ist klassentypisch ausgezeichnet verarbeitet und mit einer Gummilippe am Bajonett zum Schutz vor Nässe ausgestattet. Eine AF-Lock-Taste ist in dieser Objektivkategorie auch nicht Standard. Das Zoom lässt sich ausgezeichnet bedienen und für die kurze Nahgrenze gibt es fast die volle Punktzahl. Unterdurchschnittlich für diese Leistungsklasse ist jedoch die Streulichtdämpfung im Inneren des Objektivs. Die Auflösung ist bei der mittleren Brennweite ab der Offenblende ausgezeichnet. Bei Anfangs- und Endbrennweite erreicht sie allerdings erst bei f/5,6 ihr Maximum, wobei sie ab Blende f/4 ausgezeichnete Werte erzielt. Die Beugung hat über die ersten fünf Blendenstufen keinen besonderen Einfluss. Zu knapp bemessen hat Sony den Bildkreis des Objektivs, was sich in der spontan ansteigenden Randabdunklung bei Offenblende in allen drei untersuchten Brennweiten äußert. Abgeblendet bleibt sie nur bei 16 mm sichtbar. Besser, weil geringer, ist die Verzeichnung: Sie ist nur bei 16 mm leicht tonnenförmig.

Die Superzooms:
Canon EF-S 3,5-5,6/18-135 mm IS USM und
Sony E 3,5-5,6/18-135 mm OSS

Das erheblich günstigere Canon EF-S 3,5-5,6/18-135 mm IS (Nano) USM ist spürbar einfacher gefertigt. Es ist sehr gut bedienbar und hat einen Bildstabilisator und einen Zoom-Lock, der sich mit etwas Kraftaufwand auch ohne Schiebeschalter lösen lässt. An der Unterseite sitzen Kontakte, an denen das Zoom mit dem optional erhältlichen Power Zoom Adapter PZ-E1 betrieben werden kann, was wir aber nicht ausprobiert haben. Die Auflösung ist über die Blenden sehr ausgewogen, aber auf gutem bzw. mittlerem Niveau bei 135 mm. Vom Abblenden profitiert die Randabdunklung, die Verzeichnung ist besonders im Weitwinkel sehr stark.

Eine deutlich höhere Auflösung liefert das Sony E 3,5-5,6/18-135 mm OSS – teilweise zu hoch durch die aggressive Datenaufbereitung aktueller Sony-Kameras. Die Werte differieren zwischen den Brennweiten erheblich und je nach Brennweite sollte der Fotograf auf die ideale Blende achten. Auch das zweite Sony-Zoom kämpft mit spontaner Vignettierung und teils sehr deutlicher Randabdunklung, die durch Abblenden nicht gänzlich verschwinden. Hohe Punktzahlen sammelt das Superzoom bei der Verzeichnung, die angesichts der Werte nur durch kamerainterne Korrekturen erklärbar sind. Die Fassungsqualität ist sehr gut, aber ohne Höhepunkte. Interessant ist, dass der eingebaute optische Bildstabilisator OSS nur über die Kamera eingeschaltet werden kann.

FAZIT
Mit einem durchaus erwartbaren Ergebnis gehen unsere drei Testkandidaten durchs Ziel. Sonys professionelles G-Objektiv E 2,8/16-55 mm sichert sich ein „Super”, auch wenn im Inneren einiges glänzt, was da nicht glänzen soll; hier könnte Sony noch an den Streulichtgegenmaßnahmen arbeiten. Die beiden Superzooms können da wegen ihres Brennweitenbereichs und der angestrebten, niedrigen Preisgestaltung naturgemäß nicht mithalten. Hier hat allerdings das Sony E 3,5-5,6/18-135 mm OSS im Vergleich mit dem Canon EF-S 3,5-5,6/18-135 mm IS (Nano) USM die Nase vorne.

> Hier gelangen Sie zum Download der Tabelle mit allen Ergebnissen aus unserem Test (Canon  EF-S 3,5-5,6/18-135 mm IS USM, Sony E 2,8/16-55 mm G, Sony E 3,5-5,6/18-135 mm OSS ).

Labormessungen: Anders Uschold

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Dieser Test ist in unserer Ausgabe fotoMAGAZIN 1/2020 erschienen.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Redakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen weiteren Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.