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Drei Superweitwinkelzooms im fM-Test
Ein ungleiches Trio im fM-Test.

Im Test: drei Superweitwinkel für kleine Sensoren

Ungleiches Trio
13.01.2021

Unser Praxis- und Labortest zeigt, wie sich das kleine und günstige Nikon AF-P DX Nikkor 4,5-5,6/10-20 mm GVR gegen die Lichtriesen von Fujifilm und Panasonic schlägt.

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Nikon AF-P DX Nikkor 4,5-5,6/10-20 mm G VR

Nikon AF-P DX Nikkor 4,5-5,6/10-20 mm G VR. Preis: ca. 380 Euro

© Nikon

Ein ungleiches Trio geht in diesen Objektivtest: Obwohl alle drei Modelle für die eher kleinen APS-C- und Micro-Four-Thirds-Sensoren gerechnet sind, unterscheiden sie sich bereits in Größe und Gewicht erheblich. Das liegt vor allem daran, dass wir es mit ganz unterschiedlichen Lichtstärken der Superweitwinkelzooms zu tun haben, was sich auf die Linsendurchmesser, -anzahl und im Endeffekt das Gewicht durchschlägt: Das Fujifilm Fujinon XF 2,8/8-16 mm R LM WR und mehr noch das Panasonic Leica DG Vario-Summilux 1,7/10-25 mm sind äußerst lichtstarke Zooms, während das kleine, leichte Nikon AF-P DX Nikkor 4,5-5,6/10-20 mm G VR auf Handlichkeit und geringen Preis getrimmt wurde – das Nikkor kostet nicht einmal ein Fünftel der beiden Konkurrenten. Wie schlägt sich das Trio im BAS-Digital-Test?

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Fujifilm Fujinon XF 2,8/8-16 mm R LM WR

Fujifilm Fujinon XF 2,8/8-16 mm R LM WR
Preis: ca. 2000 Euro

© Fujifilm

Das Fujifilm Fujinon XF 2,8/8-16 mm R LM WR für APS-C entspricht in Kleinbildverhältnissen einem 12-24 mm und ist das vergleichsweise stärkste Weitwinkel des Trios – und das schwerste. Seine Fassungsqualität ist hervorragend, alle Bedienelemente lassen sich sehr gut handhaben und der Spritzwasserschutz gehört bei einem Objektiv der Profiklasse dazu. Während ein Blendenring vorhanden ist, vermisst der ein oder andere Fotograf das Gewinde für Schraubfilter. Hier muss es eine spezielle Halterung für Steckfilter tun. Die optischen Leistungen sind standesgemäß: Angesichts des Bildwinkels und der hohen Lichtstärke halten sich die Offenblendschwächen stark im Rahmen, denn es reicht bei allen Brennweiten, zwei Stufen abzublenden, um die höchste Auflösung zu erzielen.

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Fuji korrigiert die Randabdunklung digital, ohne es zu übertreiben, denn sie bleibt auch abgeblendet sichtbar. Gegen die Verzeichnung greift Fuji hingegen stärker ein, sie ist nur bei 8 mm leicht relevant. Insgesamt bietet das Fujinon 8-16 mm eine hervorragende optische Leistung.
Abstriche müssen – wie oben angedeutet – Nikon-Fotografen beim AF-P DX Nikkor 4,5-5,6/10-20 mm G VR machen. Auch bei ihm ist die Anfangsbrennweite die übliche Schwachstelle, seine Auflösung erreicht selbst nach kräftigem Abblenden nur mittlere Werte. Bei 14 und 20 mm sieht es schon deutlich besser aus. Die Nikkor-Fassung ist vergleichsweise einfach, aber sehr gut. Für den eingebauten Bildstabilisator, der bei diesem Objektivtyp alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, gibt es keinen eigenen Schalter. Dies geschieht über das Kameramenü, gegebenenfalls nach einem Firmware-Update – falls die Kamera überhaupt kompatibel ist. Darüber informiert die Nikon-Website detailliert.

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Panasonic Leica DG Vario-Summilux 1,7/10-25 mm

Panasonic Leica DG Vario-Summilux 1,7/10-25 mm. Preis: ca. 2000 Euro

© Panasonic

Erstklassige Leistungen zeigt das Panasonic Leica DG Vario-Summilux 1,7/10-25 mm, sowohl bei der Optik als auch der Mechanik. Es ist ausgezeichnet in Metall gefertigt und ob seiner extrem hohen und durchgängigen Lichtstärke sehr voluminös. Ungewöhnlich ist der nicht-rastende Blendenring, über den sich eher Filmer als Fotografen freuen werden. Beim Streulichtschutz gibt es noch Verbesserungspotenzial. Optisch offenbart das moderate Superweitwinkelzoom die erwartbaren Offenblendschwächen eines 1,7er-Zooms, doch abgeblendet läuft es zu großer Form auf. Bei f/3,2 liefert es eine sehr gute bis ausgezeichnete Auflösung. Ziemlich auffällig ist die Randabdunklung, die Verzeichnung ist wiederum hervorragend korrigiert.

FAZIT
Dass das kleine Nikkor 10-20 mm gegen die mehr als fünf Mal so teure Konkurrenz keine Chance haben wird, war von vorne­herein klar. Zumindest bei der mittleren und langen Brennweite zeigt es gute Leistungen. Mit ganz anderem Konstruktionsaufwand und folgerichtig anderem Preis warten das Fujifilm Fujinon XF 2,8/8-16 mm R LM WR und das Panasonic Leica DG Vario-Summilux 1,7/10-25 mm auf. Keine Frage: Sie rechtfertigen auch ihren höheren Preis.

Hier gelangen Sie zum Download der Tabelle mit allen Ergebnissen aus unserem Test (Fujifilm Fujinon XF 2,8/8-16 mm R LM WR, Nikon AF-P DX Nikkor 4,5-5,6/10-20 mm G VR, Panasonic Leica DG Vario-Summilux 1,7/10-25 mm).

Labormessungen: Anders Uschold

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Dieser Test ist in unserer Ausgabe fotoMAGAZIN 11/2019 erschienen.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Redakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen weiteren Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.