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Nikon Z 5 und Panasonic Lumix S5
Kurz hintereinander haben Nikon und Panasonic spiegellose Vollformatkameras für unter 2000 Euro auf den Markt gebracht (August und September 2020). Wir vergleichen die Z 5 mit der Lumix S5.
Fotos: © Hersteller

Im Test: Nikon Z 5

Fünf gegen Fünf
15.11.2021

Wer baut die bessere Vollformatkamera unter 2000 Euro? Wir vergleichen die Nikon Z 5 mit der Panasonic Lumix S5.

Das spiegellose Vollformat ist aktuell das am schnellsten wachsende Kamerasegment. In diesem Artikel haben wir uns die beiden Neulinge von Nikon und Panasonic vorgenommen. Beide lösen gut 24 Megapixel auf und markieren den Einstiegspunkt in die jeweiligen Systeme: Die Nikon Z 5 ist im Prinzip eine abgespeckte Z 6 und für 1560 Euro (mit Kitobjektiv 4-6,3/24-50 mm für 1850 Euro) zu haben. Die Panasonic Lumix S5 ist etwas teurer (1950 Euro ohne Objektiv und ca. 2240 Euro mit 3,5-5,6/20-60 mm), aber preiswerter als die große Lumix-Schwester S1 (ca. 2240 Euro ohne Objektiv) --> Stand: Oktober 2020.

> Siehe auch "Was kann die Vollformatkamera für Einsteiger?" auf unserem Youtube-Channel.

Nikon Z 5 – Ausstattung

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Nikon Z 5

Die Nikon Z 5 ist 100,5 mm hoch und 134 mm breit.

© Nikon

Nachdem die Z 5 anfänglich nur im Kit mit dem 24-50 mm erhältlich war, bietet Nikon sie nun auch einzeln und in vier Kitvarianten an: Mit dem FTZ-Adapter, dem kleinen 24-50 mm, dem 24-50 mm plus FTZ-Adapter und dem Superzoom 4-6,3/24-200 mm VR. Die besser ausgestattete Z 6 ist übrigens zurzeit ohne Objektiv für etwas über 1500 Euro zu haben und mit dem sehr guten 4/24-70 mm für 2050 Euro. Die neue Z unterscheidet sich beim Gewicht nicht von der Z 6. Die Abmessungen sind ähnlich, der Griff ist sogar minimal tiefer. Relevante äußerliche Unterschiede zeigen sich lediglich bei der Ansicht von oben: Die Z 5 verzichtet auf das Info-Display, das Moduswahlrad ist von links nach rechts gewandert und nicht gegen ein versehentliches Verstellen gesperrt. Von hinten sind die Bedienelemente identisch angeordnet, wobei uns besonders der AF-Joystick gut gefällt. Zwei Funktionstasten auf der Vorderseite lassen sich individuell belegen.

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Nikon Z 5 back

Der Monitor der Nikon Z 5 ist etwas größer als bei der Lumix S5, eignet sich aber nicht für Selbstaufnahmen.

© Nikon

Positiv fällt auf, dass Nikon keine Kompromisse beim Sucher eingegangen ist. Dieser hat wie bei der Z 6 eine beeindruckende Vergrößerung von 0,8x und ist sehr hochauflösend (3,7 Millionen Punkte). Der Rotstift wurde dagegen beim Touchscreen-Monitor angesetzt, der zwar angenehm groß ist (3,2 Zoll), aber etwas geringer auflöst (1,04 statt 2,1 Millionen Punkte) – in der Praxis ist das aber kein starker Nachteil. Der Monitor bleibt wie bei der Z 6 nach oben und unten kippbar; in die Selfie-Position lässt er sich leider nicht bringen. Vorbildlich gelungen ist die Touch-Bedienung – das gilt übrigens auch für die S5. Eine relevante Änderung gegenüber der Z 6 zeigt sich beim Speicherkartenfach. Statt einem Laufwerk für XQD bzw. CFexpress-Karten gibt es nun zwei Laufwerke für die weitverbreiteten und günstigeren SD-Karten mit UHS-II-Geschwindigkeit – das dürften viele Fotografen als Vorteil empfinden. Wie die große Schwester ist auch die Z 5 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Vorder- und Oberseite bestehen aus Magnesium, die Hinter- und Unterseite aus Polykarbonat. Einen Gehäuseblitz haben übrigens weder Nikon noch Panasonic eingebaut.

Fotografische Werte der Nikon Z 5

Sowohl die Z 6 als auch die Z 5 nutzen einen Sensor mit 24 Megapixeln, allerdings mit einem Unterschied: Beim CMOS der Z 6 handelt es sich um eine BSI-Bauweise, welche die Lichtausbeute minimal verbessern soll. In den JPEG-Labormessergebnissen ist davon allerdings nicht viel zu bemerken. Den Bildprozessor Expeed 6 hat Nikon aus der Z 6 übernommen. Er unterstützt den Autofokus mit Algorithmen für die Erkennung von Gesichtern und Augen von Menschen und Tieren (primär Hunde und Katzen). Der Hybrid-AF deckt mit 273 Messfeldern rund 90 % des Bildes ab. Leichte Probleme hatte der Autofokus in unserem Test bei wenig Licht. Nikon gibt sowohl für die Z 6 als auch für die Z 5 einen AF-Arbeitsbereich bis -2 EV an, der sich im Lowlight-Modus bei der Z 5 auf -3 und bei der Z 6 auf -4 verbessert. State of the Art ist beides nicht. Die S5 kann laut Hersteller bis -6 EV fokussieren, die im letzten Heft getestete Canon EOS R6 sogar bis -6,5 EV (mit sehr lichtstarken Objektiven).

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Aufnahme mit Nikon Z 5

Bei ISO 500 gibt es an der Bildqualität nichts auszusetzen. Die Auflösung ist sehr hoch, Bildrauschen nicht sichtbar.
Kamera: Nikon Z 5, Objektiv: Nikkor Z 4/14-30 mm S, Einstellungen: ISO 500, 14 mm, f/6,3, 1/10 s.

© Andreas Jordan

Zu den Pluspunkten der Z-Vollformatkameras gehört der integrierte Bildstabilisator (IBIS), der auf fünf Achsen arbeitet und – gemessen nach CIPA-Standard – fünf Blendenstufen kompensiert. Ein guter, aber kein herausragender Wert: Panasonic gibt für seinen Hybrid O.I.S. 6,5 Blendenstufen an, Canon bei der EOS R5 und R6 je nach Objektiv sogar bis zu 8,5 Blendenstufen. In der Praxis reichen unseres Erachtens fünf Blendenstufen meist aus. Im Test gelangen mit dem Kit­objektiv bei 50 mm scharfe Aufnahmen mit 1/4 s im Stehen aus der Hand.
Ansonsten ist die Z 5 fotografisch gut ausgestattet. Zu den Nikon-Spezialitäten gehören die Bluetooth-Dateiübertragung mit Hilfe der SnapBridge-App, Mehrfachbelichtungen, Intervallaufnahmen und Zeitraffervideos, eine HDR-Funktion, vielfältige Bearbeitungsmöglichkeiten (Raw-Konverter und Effektfilter), Fokus-Bracketing und lautloses Auslösen mit elektronischem Verschluss. Apropos Verschluss: Der mechanische ist für 1/8000 s ausgelegt und lässt sich mit einem ersten elektronischen Verschluss kombinieren, um Erschütterungen zu vermeiden. Ist er aktiv, so ist die kürzeste Verschlusszeit auf 1/2000 s beschränkt. Empfehlenswert ist die Einstellung „Automatisch“, hier wechselt die Kamera bei sehr kurzer Verschlusszeit zum rein mechanischen Verschluss. Ein Vorteil gegenüber der Z 6 ist, dass sich der neue Akku EN-EL15c nicht nur per USB-C laden, sondern die Kamera auch mit Betriebsstrom versorgen lässt. Die Akkulaufzeit ist übrigens etwas besser als bei der Z 6: Gemessen nach CIPA-Standard sind es 470 Aufnahmen mit Monitor und 390 mit Sucher. Wem das nicht reicht, der kann die Z 5 mit dem gleichen Batteriegriff MB-N10 erweitern, der auch zur Z 6 und Z 7 passt.

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Aufnahme mit Nikon Z 5

Das Kitobjektiv der S5 bietet ungewöhnlich viel Weitwinkel. Leicht abgeblendet liefert es eine hervorragende Schärfe.
Kamera: Nikon S5, Objektiv: S 3,5-5,6/20-60 mm, Einstellungen: 20 mm, f/7,1, 1/100 s, ISO 100

© Andreas Jordan

Nikon Z 6 macht 4K-Aufnahmen mit Crop

Größere Einschränkungen gegenüber der Z 6 zeigen sich beim Video. Beide Kameras nehmen maximal 4K/30p auf. Die Z 6 mit vollem Bildwinkel, die Z 5 mit einen sehr starken 1,7x-Crop. Dieser entfällt erst bei Full-HD (maximal 60p). Bei dieser Auflösung lässt sich dann auch zusätzlich zum optischen und mechanischen Bildstabilisator ein digitaler VR aktivieren, der mit einem zusätzlichen geringen Crop einhergeht. Der 1,7x-Crop bei 4K macht aus dem Kitobjektiv 24-50 mm bezüglich des Bildwinkels ca. 41-85 mm. Wer preiswerter an mehr Weitwinkel kommen will, könnte zum Kitobjektiv der APS-C-Kamera Z 50 greifen: Aus dessen 16-50 mm werden dann ca. 27-85 mm. Positiv für Filmer: Es stehen Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon zur Verfügung; verzichten muss der Käufer dagegen auf Zeitlupen und die externe Aufzeichnung auf einen HDMI-Rekorder.

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Aufnahme mit Nikon Z 5

Sehr leistungsfähig ist die Mehrfachbelichtung, die auch Montagen aus vorhandenen Aufnahmem ermöglicht.
Kamera: Nikon Z 5, Objektiv: Nikkor Z 4-6,3/24-200 mm VR, Einstellungen: 2 Belichtungen.

© Andreas Jordan

Laborwerte zur Nikon Z 5

Im Testlabor haben wir mit Kitobjektiv und Einzel-AF eine Auslöseverzögerung von 0,3 s gemessen. Das ist deutlich langsamer als bei der Z 6 mit S 4/24-70 mm (unter 0,1 s), in der Praxis aber ausreichend. Deutliche Unterschiede zur Z 6 zeigen sich beim Serienbildmodus: Während die große Schwester 12 Bilder mit AF-Nachführung schießt, sind es bei der Z 5 lediglich 4,5. Erfreulich: Sowohl im JPEG- als auch im Raw-Modus sind 100 Aufnahmen in Folge möglich, also über 20 Sekunden, bevor die Kamera stoppt.

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Aufnahme mit Nikon Z 5

In der Z 5 lassen sich zahlreiche Bildstile wählen, hier der frische und brillante „Sonntag“.
Kamera: Nikon Z 5, Objektiv: Nikkor Z 4-6,3/24-200 mm VR, Einstellungen: 120 mm, f/7,1, 1/500 s, ISO 100.

© Andreas Jordan

Für den Test der JPEG-Bildqualität kam diesmal das S 1,8/85 mm (statt des 1,8/35 mm) zum Einsatz, das es beim Test der Z 6 noch nicht gab. Es dürfte maßgeblich für die über den gesamten ISO-Bereich besseren Auflösungswerte verantwortlich sein. Bis ISO 400 haben wir hervorragende Wirkungsgrade von über 90 % ermittelt. Danach sinken sie kontinuierlich, ab ISO 1600 fallen sie unter 80 %. Das Bildrauschen bleibt bis ISO 6400 sehr gering, steigt dann langsam an, stört aber kaum, was an einem sehr aggressiven Rauschfilter liegt. Spätestens die erweiterte Empfindlichkeit Hi1 (ISO 102.400) ist nicht mehr brauchbar; die in der Z 6 vorhandene Einstellung Hi2 fehlt der Z 5. JPEG-Fotografen würden wir empfehlen, die Rauschunterdrückung in der Kamera etwas niedriger einzustellen und so mehr Bilddetails in den höheren ISO-Werten zu erhalten. Die Werte für den JPEG-Dynamikumfang sind mit maximal 8,8 Blendenstufen gut, aber nicht herausragend. Erfreulich ist die vergleichsweise gute Artefaktnote von 3,5. Auch im Praxistest traten bei Architekturaufnahmen keine störenden Farbmoirés auf – hier macht sich positiv bemerkbar, dass die Z 5 mit einem optischen Tiefpassfilter ausgestattet ist.

Panasonic Lumix S5 – Starke Ausstattung

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Panasonic Lumix S5

Die Panasonic Lumix S5 ist 97,1 mm hoch und 132,6 mm breit. Die Größenunterschiede sind gering: Die Nikon Z5 ist minimal größer, dafür aber rund 40 Gramm leichter.

© Panasonic

Bisher war Panasonic mit drei sehr großen und schweren Vollformatkameras am Start. Im Vergleich dazu ist die S5 nun deutlich kleiner und leichter. Statt 1021 Gramm (Lumix S1) bringt sie nur 714 Gramm auf die Waage, ist damit aber immer noch rund 40 Gramm schwerer als die Z 5. Die Größenunterschiede zur Nikon-Kamera sind dagegen gering, die S5 ist sogar etwas schmaler und niedriger. Das Magnesiumgehäuse ist ähnlich wie das der Z 5 robust und gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser geschützt. Wie Nikon hat auch Panasonic das Info-Display weggelassen und das Moduswahlrad nach rechts verlagert. Der freigewordene Platz links wird für das Drive-Rad genutzt, über das sich neben Serienbildern und Selbstauslöser auch Modi für Intervallaufnahmen und Stop-Motion-Animationen aktivieren lassen. Praktisch für Filmer, die Zeitlupen- und Zeitraffer-Aufnahmen machen wollen: Der S&Q-Modus ist direkt über das Modusrad zugänglich. Auf der Oberseite hat Panasonic drei fest programmierbare Funktionsknöpfe für Weißabgleich, ISO und Belichtungskorrektur integriert. Auf der Vorderseite bringt die S5 eine weitere Funktionstaste mit.

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Panasonic Lumix back Monitor

Bei der Lumix S5 lässt sich der Monitor auch zur Seite ausklappen und zum Transport mit der empfindlichen Seite geschützt einklappen.

© Panasonic

Auch Panasonic hat auf der Rückseite einen komfortablen Joystick eingebaut. Anders als bei der Z 5 lässt sich zwischen AF-S, AF-C und manueller Fokussierung schnell per Hebel wechseln. Der Monitor ist etwas kleiner als bei Nikon (3,0 statt 3,2 Zoll), dafür aber höherauflösend (1,84 statt 1,04 Millionen Punkte) und auch seitlich schwenkbar, sodass Selbstaufnahmen problemlos möglich sind. Beim Sucher kann die S5 dagegen nicht mit der Z 5 mithalten: Er ist etwas kleiner (Vergrößerung 0,74x statt 0,8x) und löst niedriger auf (2,4 statt 3,7 Millionen Punkte) – der Unterschied ist in der Praxis deutlich sichtbar. Auch die S5 nutzt zwei Speicherkartenlaufwerke für SD-Karten, allerdings ist nur eins davon für den schnelleren UHS-II-Standard ausgelegt.

Wie von Panasonic gewohnt bietet auch die S5 einen hervorragenden Funktionsumfang. Beim Test des Bildstabilisators gelangen uns mit dem Kitobjektiv 20-60 mm ohne eigenen Stabilisator bei 50 mm scharfe Aufnahmen im Stehen aus der Hand mit 0,5 s – das ist tatsächlich etwas besser als bei der Z 5. Die maximale Effektivität soll der Stabi im Kombination mit bildstabilisierten Objektiven erreichen – die von Panasonic nach CIPA-Standard angegebenen 6,5 Blendenstufen beziehen sich auf das 2,8/70-200 mm O.I.S. Im Test gelangen uns wie schon bei der S1 mit dem Telezoom bei 200 mm scharfe Aufnahmen aus der Hand mit ca. 0,3s – eine starke Leistung des Hybrid O.I.S. Einen dicken Pluspunkt gibt es auch für den High-Resolution-Modus (HR), der JPEG- und Raw-Dateien mit 96 Megapixeln ermöglicht. Bei Aufnahmen vom Stativ werden hierzu acht Aufnahmen verrechnet, bei denen der Sensor minimal verschoben wird. Bei bewegten Motiven lassen sich im Modus 2 leichte Bewegungsunschärfen herausrechnen, allerdings reduziert dies die Effektivität der HR-Aufnahme.
Eine Panasonic-typische Besonderheit sind die 4K- und 6K-Foto-Modi. Hierbei werden kurze Videosequenzen mit 60 fps (4K) oder 30 fps (6K) aufgenommen, aus denen sich nachträglich Einzelbilder extrahieren lassen. Bei 4K sind die Stills rund 8, bei 6K sogar knapp 18 Megapixel groß. Die 4K/6K-Foto-Funktionen lassen sich wie bei anderen aktuellen Panasonic-Kameras nutzen, um beispielsweise schon vor dem Auslösen aufzunehmen („6K Pre-Burst“), die Schärfeebene nachträglich zu wählen („6K Post-Focus“) oder bei Makroaufnahmen aus den verschiedenen Schärfeebenen ein Bild mit großer Schärfentiefe zu generieren („Focus-Stacking“). Beachten sollte man, dass 4K- und 6K-Foto-Aufnahmen leicht gecropt sind (knapp 1,2x). Neu in der S-Linie ist die Live-View-Composite-Funktion, die es auch schon in der G91 und ähnlich in zahlreichen Olympus-Kameras gibt. Hierbei werden Langzeitbelichtungen erstellt, bei denen über die Zeit nur die neu hinzukommenden Lichter aufgenommen werden, um eine Überbelichtung zu vermeiden.

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Panasonic Lumix S5 Kartenfach

Auch die S5 kann zwei SD-Karten nutzen, allerdings unterstützt nur das obere Laufwerk den schnellen UHS-II-Standard.

© Panasonic

Wie Nikon hat auch Panasonic einen schnellen mechanischen Verschluss mit 1/8000 s integriert, bei Verwendung des ersten elektronischen Verschlussvorhangs ist auch bei der Lumix 1/2000 s möglich. Der lautlose E-Verschluss erlaubt 1/8000s. Weitere fotografische Funktionen sind beispielsweise Mehrfachbelichtungen und HLG-Fotos mit einem großen Dynamikumfang für die Darstellung auf HDR-TVs.

Panasonic Lumix S5 mit verbessertem Autofokus

Anders als Nikon nutzt Panasonic keinen Hybrid-Autofokus mit Phasendetektion, sondern einen reinen Kontrast-AF mit DFD-Unterstützung. DFD steht für Depth From Defocus. Dabei wird aus zwei unscharfen Bildern unter Berücksichtigung der Objektivcharakteristik die Richtung der Fokussierung berechnet. Unsere Tests von Lumix-Kameras haben immer wieder gezeigt, dass mit diesem Verfahren eine schnelle und präzise Fokussierung im fotografischen Einsatz möglich ist. Im Videobereich gibt es etwas andere Ansprüche an den Autofokus. Entscheidend ist hier, dass er nicht pumpt, sondern das einmal fokussierte Objekt sicher verfolgt. Vor allem den drei bisherigen Lumix-Vollformatkameras (S1, S1R, S1H) mit knapper erzielbarer Schärfentiefe gelang das nicht immer überzeugend. In der S5 wurden daher die Tracking-Frequenz erhöht und die AF-Algorithmen überarbeitet. So werden nun Augen, Kopf und Körper besser erkannt und kleine Objekte eher vom AF erfasst. Auch schräg gehaltene Köpfe oder sich abwendende Gesichter bleiben im Fokus (die S1, S1R und S1H sollen die neuen Algorithmen per Firmware-Update im Dezember erhalten). Unser Test bestätigt die Verbesserungen (siehe dazu auch das Video in unserem YouTube-Kanal).

Panasonic Lumix S5 mit 4K-Aufnahmen ohne Crop

Video gehört zu den traditionellen Stärken von Panasonic und tatsächlich ist auch die S5 in diesem Punkt der Z5 deutlich überlegen. So kann sie 3840 x 2180 Pixel ohne Crop aufzeichnen. Im Videomenü lassen sich drei Bildfeldbereiche vorwählen: Full (kein Crop), APS-C (1,5 x-Crop) und Pixel für Pixel (je geringer die Videoauflösung, desto stärker der Crop). Wer Full wählt, kann intern maximal 30 Minuten mit 3840 x 2160 Pixeln, 30p, 4:2:2 Farbunterabtastung und 10 Bit Farbtiefe aufnehmen (im Quicktime-MOV-Format). Dabei wird das 4K-Bild per Oversampling aus 6K gewonnen – mit entsprechend beeindruckender Schärfe und Detailreichtum. Mit APS-C-Crop ist dann auch 4K/60p mit 10 Bit möglich, allerdings nur mit 4:2:0. 4:2:2 gibt es auch hier erst ab 30p und mit 30-Minuten-Limit. Ab 30p/4:2:0/8 Bit sind auch längere Aufnahmen am Stück möglich. Für den maximalen Dynamik­umfang lässt sich bei der Videoaufzeichnung das V-Log-Profil wählen; es stehen aber auch andere spezifische Videoprofile zur Verfügung („Cinema-like“, „Wie709“ oder „Wie2100/HLG“). Auch sonst bietet die S5 zahlreiche professionelle und spezielle Videofunktionen wie Unterstützung für anamorphe Objektive mit CinemaScope-Projektion, Timecode, einen Wave-Form-Monitor, ein Tally-Aufnahmelicht, eine automatische Hochkant-Videoerkennung und Rahmenmarkierungen für verschiedene Seitenverhältnisse. Die Akkulaufzeit ist bei Verwendung des Monitors die gleiche wie bei der Z 5 (470 Aufnahmen), mit Sucher ist sie etwas besser (440 Aufnahmen) als bei Nikon, was an der niedrigeren Auflösung liegen dürfte. Auch die S5 lässt sich per USB laden und mit Betriebsstrom versorgen.
Im Dezember soll es ein Firmware-Update geben, das unter anderem Cinema-4K (4096 x 2160 Pixel) und die Raw-Videoausgabe mit bis zu 5,9K/30p auf dem HDMI-Rekorder Atomos Ninja V ermöglicht. Für den Ton gibt es Mikrofon- und Kopfhöreranschlüsse, der XLR1-Adapter zum Anschluss von Mikrofonen ist verwendbar. Die schon erwähnte S&Q-Funktion (Slow & Quick) ermöglicht in 4K Zeitlupen und Zeitraffer mit 1 bis 60 fps, in Full-HD sogar bis 180 fps.

Laborwerte zur Panasonic Lumix S5

Mit dem neuen Kitobjektiv 20-60 mm hat die S5 eine Auslöseverzögerung von gut 0,2 s. Das ist etwas langsamer als die S1 mit dem 24-105 mm, aber trotzdem ein sehr guter Wert. Serien gelingen mit 7 Bildern/s, bzw. 5 Bildern/s mit Nachführ-AF. Auch das ist etwas langsamer als bei der S1, aber besser als bei der Nikon Z 5. Die Serienbildlänge ist bei JPEGs fast unbegrenzt – wir haben den Test nach 255 Auslösungen in Folge abgebrochen, laut Panasonic sind mehr als 999 Aufnahmen möglich. Bei Raw-Dateien haben wir mit der schnellsten UHS-II-Karte 49 Bilder in Folge gemessen, bis die Kamera langsamer wurde.
Überzeugen kann die S5 auch bei der JPEG-Bildqualität. Die Auflösung erreicht mit dem 1,4/50 mm bis ISO 800 sehr gute Wirkungsgrade von knapp 90 %. Das ist zwar etwas niedriger als bei der S1, dafür fallen aber die Artefakt- und Scharfzeichnungsnoten besser aus – die neue Kamera ist also weniger aggressiv abgestimmt. Im Vergleich zur Z 5 ist die Auflösung bis ISO 400 etwas niedriger, danach aber höher. Das Bildrauschen ist im unteren ISO-Bereich extrem gering, bei ISO 1600 aber höher als bei der Z5, die wie gesagt einen recht aggressiven Rauschfilter einsetzt. Der JPEG-Dynamikumfang ist wie bei der S1 hervorragend und damit etwas besser als bei der Z 5. Einen Bonuspunkt gibt es für den High-Resolution-Modus.

FAZIT
Sowohl die Nikon Z 5 als auch die Panasonic S5 sind sehr gute Vollformatkameras, die etwas unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Bei der Z 5 gefällt vor allem der bessere Sucher, die S5 hat Vorteile beim Video und punktet mit dem High-Resolution-Modus. Unter dem Strich schneidet sie etwas besser ab als die Z 5, kostet aber auch mehr. Der Testsieg geht an die noch teurere Lumix S1, der Preistipp an die Nikon Z 6, die bei Redaktionsschluss (Oktober 2020) etwas weniger kostete als die Z 5. Deren Preis dürfte sich wohl in den nächsten Monaten nach unten bewegen – bis dahin gibt es kaum einen Grund, die Z5 der Z 6 vorzuziehen.

> Hier gelangen Sie zum Download der Tabelle mit allen Ergebnissen aus unserem Test (Nikon Z 5, Nikon Z 6, Panasonic Lumix S1, Panasonic Lumix S5).

Labormessungen: Anders Uschold

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Dieser Test ist in unserer Ausgabe fotoMAGAZIN 11/2020 erschienen.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Journalist und Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup) und Tageszeitungen (Hamburger Abendblatt, Berliner Kurier). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.