Im Test: die Nikon D7500

Die neue DX-SLR im großen Vergleichstest
02.10.2017

Dieses Mal im fM-Test: die Nikon D7500. Sie ist eine Mischung aus der Vorgängerin D7200 und der professionellen D500. Wir haben sie ausführlich in der Praxis und im Labor getestet und mit der Konkurrenz aus dem eigenen Haus und von Canon verglichen

 

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Nikon D7500 von oben

Das Gehäuse ist verhältnismäßig flach, der Griff aber ausgeprägt

© Nikon

Beim ersten Kontakt mit der D7500 fällt ihr relativ kleines und leichtes Gehäuse auf. Es ist nicht nur 140 Gramm leichter als das der D500, sondern unterbietet dank Monocoque-Kunststoffbauweise auch die D7200 um 45 Gramm und einige Millimeter in Höhe und Tiefe. Wie schon bei der D500, D750, D5500 und D5600 hat Nikon das Gehäuse besonders flach gestaltet und gleichzeitig einen tiefen Griff integriert – die neue Kamera liegt damit besser in der Hand als die D7200 weil die Fingerspitzen nicht so schnell an die Gehäusevorderseite stoßen.

Ansonsten sind die Bedienelemente weitgehend an den gewohnten Positionen – gegenüber der D500 fehlt allerdings der Joystick, der das Verschieben des AF-Messfeldes im Sucherbetrieb erleichtert. Die Einstellräder sind bei allen drei Kameras gegen ein versehentliches Verstellen arretiert. Anders als bei der D500 lassen sich die Funktionsknöpfe auf der Rückseite aber nicht beleuchten.

Der 3,2-Zoll-große Monitor kann wie bei der D500 nach oben (100 Grad) und unten (45 Grad), aber nicht – wie in der D5000er-Serie – zur Seite geklappt werden. Er hat gegenüber der D500 eine deutlich niedrigere Auflösung (922.000 statt 2,36 Mio. Punkte). Verglichen mit der D7200 hat Nikon bei der Neuen die weißen Subpixel weggelassen: Beide Kameras lösen 640 x 480 Pixel auf, bei der D7200 besteht aber jeder Pixel aus vier Subpixeln (Rot, Grün, Blau, Weiß) bei der D7500 nur aus den drei RGB-Farben – der Unterschied ist in der Praxis aber kaum wahrnehmbar.

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Nikon D7500 Monitor

Die Bedienelemente sind weitgehend an den bekannten Positionen

© Nikon

Dafür ist der Monitor der Neuen berührungsempfindlich: Im Vergleich zur D500 bietet er sogar mehr Touch-Funktionen, beispielsweise lässt sich das Menü durch Antippen bedienen oder im Live-View fokussieren und auslösen. Eine Touchpad-Funktion zum Verschieben des AF-Messfeldes (wie in der D5500 und D5600) bietet er allerdings nicht.

Der Sucher entspricht der D7200 und ist etwas kleiner als in der D500 (Vergrößerung 0,94x statt 1,0x). Neben einem Gitter lässt sich eine Wasserwaage einblenden, die das Verkippen nach vorne bzw. hinten anzeigt; der Monitor zeigt sogar einen dreidimensionalen virtuellen Horizont.

Alle drei Kameras sind gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser abgedichtet, die D500 ist in dieser Hinsicht aber noch robuster – dies zeigt sich auch beim Verschluss, der für 200.000 statt 150.000 Auslösungen ausgelegt ist.

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Nikon D7500 Gehäuse

Das Kunststoffgehäuse der D7500 ist an zahlreichen Stellen gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser abgedichtet

© Nikon

Innere Werte

Den Bildsensor hat die D7500 von der D500 geerbt: Er löst etwas niedriger auf als in der D7200 (21 statt 24 Megapixel), soll dafür aber rauschärmer sein (siehe Abschnitt Bildqualität, Seite 2).

Der Autofokus stammt dagegen weitgehend aus der D7200: Das Modul Multi-CAM 3500 II bringt 51 Messfelder mit, davon 15 Kreuzsensoren, und kann bei einer Lichtstärke von f/8 (beispielsweise beim Einsatz eines Telekonverters) noch mit einem Messfeld fokussieren. Die Empfindlichkeit reicht bis -3 EV (D500 -4 EV). Für ein im Vergleich zur D7200 optimiertes AF-Tracking sorgt der Belichtungsmesssensor, der wie in der D500 180.000 RGB-Pixel mitbringt (D7200: 91.000) und so beispielsweise besser Gesichter erkennen und verfolgen kann. Außerdem wurde eine Messfeldgruppensteuerung ergänzt.

Zu den weiteren von der D500 übernommenen Funktionen gehören die lichterbetonte Belichtungsmessung, die Flimmerreduzierung bei Kunstlicht, der erste elektronische Verschlussvorhang, die Picture-Control-Automatik, das automatisierte AF-Feintuning und das Live-View-Histogramm.

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Nikon D7500 schräg

Die D7500 ist verhältnismäßig klein und leicht, hat aber einen sehr ergonomischen Griff

© Nikon

Ebenfalls an Bord ist SnapBridge: Mit Nikons Bluetooth-Implementation lassen sich ohne Wi-Fi-Verbindung JPEG-Dateien auf ein Smartphone (Android und iOS) und umgekehrt GPS-Daten von Smartphone in die Kamera übertragen. Für die Kamerasteuerung oder die Übertragung von Videos und Raw-Dateien muss der Fotograf auf Wi-Fi umschalten, da Bluetooth hierfür zu langsam ist. In unserem Test funktionierte SnapBridge problemlos mit einem Samsung Galaxy J5 unter Android 6. Allerdings gibt es im Internet immer wieder Berichte über Inkompatibilitäten der SnapBridge-App mit einigen Smartphones. Wer sicher gehen will, sollte die App daher vor dem Kamerakauf auf dem eigenen Smartphone mit der D7500 testen.

Weitere Funktionen der neuen SLR sind ein HDR-Modus, Mehrfachbelichtungen, eine Zeitrafferfunktion, die schon in der Kamera 4K-Filme erstellt, und ein Raw-Konverter, der jetzt auch in einem Rutsch mehrere Dateien verarbeiten kann. Trotz der insgesamt sehr guten und gegenüber der D7200 verbesserten Ausstattung gibt es auch einige Rückschritte. Neben der niedrigeren Monitorauflösung sind dies:

  • Nur ein SD-Kartenfach.
  • Eine etwas kürzere (aber immer noch sehr gute) Akkulaufzeit (950 statt 1100 Aufnahmen).
  • Keine Unterstützung für einen Hochformat-Batteriegriff.
     

Nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist die D7500 auch bei den unterstützten SD-Karten: Die schnellen UHS-II-Karten lassen sich zwar verwenden, aber nur mit UHS-I-Geschwindigkeit. Auch eine USB 3.0-Schnittstelle sucht man vergeblich.

Lautloses Auslösen mit einem rein elektronischen Verschluss ist wie bei den meisten SLRs (mit Ausnahme der Nikon D5 und Pentax KP) und anders als bei vielen spiegellosen Systemkameras nicht möglich. Der „Leise“-Modus, bei dem der Spiegelschlag verzögert und etwas gedämpft wird, ist kaum leiser als das normale Auslösegeräusch. Zur Verringerung von Erschütterung ist immerhin ein erster elektronischer Verschlussvorhang aktivierbar.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.