Im Test: Canons EOS-System

16 Kameras im Testvergleich. Neu: EOS 77D, 800D und M6
18.07.2017

Canon feiert in diesem Jahr den 30. Geburtstag des EOS-Systems. Anlass genug, um die wichtigsten aktuellen Spiegelreflex- und spiegellosen Systemkameras des Marktführers in einer Testübersicht vorzustellen. Den Schwerpunkt bilden die drei brandneuen Modelle EOS 77D, 800D und M6

 

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Canon-EOS-System

In 30 Jahren kommt einiges zusammen: Auf das erste Modell (die EOS 650) folgten zahlreiche analoge und digitale Generationen. Und: Bis heute hat Canon über 120 Millionen EF-Objektive verkauft

© Canon

Im März 1987 brachte Canon die erste EOS-Kamera auf den Markt: Das Kleinbild-Spiegelreflexmodell EOS 650 war mit dem neuen EF-Bajonett (Electronic Focus) ausgestattet – eine Änderung, über die viele Canon-Fotografen zunächst nicht begeistert waren, ließen sich doch die vorhandenen FD-Objektive nur noch mit Adapter verwenden.

Mittel- und langfristig hat sich der Wechsel auf das moderne „Electro-Optical-System“ (EOS) mit elektrischer Blendenübertragung und Autofokusmotor in den EF-Objektiven aber gelohnt – er machte früher als bei der Konkurrenz den Weg frei für moderne Kamera- und Objektivkonstruktionen.

Im Jahr 2000 brachte Canon dann mit der EOS D30 die erste selbstentwickelte Digital-SLR auf den Markt, 2003 folgte mit der EOS 300D die erste D-SLR für den Massenmarkt. Heute bietet Canon insgesamt 24 EOS-Modelle an – darunter auch spiegellose Systemkameras und Videokameras aus der EOS-Cinema-Serie. Seit 2003 ist das Unternehmen nach eigener Angabe durchgängig die Nummer Eins auf dem Markt für Wechselobjektivkameras und hat inzwischen über 120 Millionen EF-Objektive verkauft.

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Die Dual-Pixel-Technik

Der „Dual Pixel CMOS AF“ (DPAF) ist die vielleicht wichtigste Innovation der letzten Jahre in Canons EOS-System. Er kam erstmals 2013 in der EOS 70D zum Einsatz und findet sich heute in vielen SLRs und spiegellosen Systemkameras.

Ziel ist ein schneller Live-View-Autofokus, der die Schärfe beim Video ohne Pumpen verlagern kann. Hierzu setzen sich die Pixel aus zwei Fotodioden zusammen, die für die Fokussierung getrennt ausgelesen werden und so eine Phasen-Detektion über 80 Prozent des Bildes ermöglichen.

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Canon Dual-Pixel-Technik

Die Pixel bestehen aus zwei Fotodioden und ermöglichen eine Phasendetektion

© Canon

Ausschließlich in der EOS 5D Mark IV nutzt Canon die dualen Fotodioden auch für nachträgliche Korrekturen. Im „Dual-Pixel-Raw“-Modus (DPR) zeichnet die Kamera doppelt so große Raw-Dateien auf (ca. 60 MB), die pro Pixel leicht unterschiedliche Informationen enthalten und so verschiedene Korrekturen ermöglichen. Durch den minimalen Versatz lässt sich der Schärfepunkt nachträglich leicht verlagern („Geringfügige Bildanpassung“). Mit der „Bokeh-Verschiebung“ lassen sich außerdem Vorder- und Hintergrund ein wenig gegeneinander versetzen.

Die dritte Funktion ist eine „Ghosting-Reduzierung“, also eine Verringerung von Überstrahlungen und Geisterbildern, beispielsweise bei Nachtaufnahmen. Alle Korrekturen lassen sich zurzeit ausschließlich in Canons Raw-Konverter Digital Photo Professional durchführen.

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Unsere Testübersicht stellt die aktuellen EOS-Kameras (ohne die Cinema-Modelle) in drei Kategorien vor: Den größten Anteil haben hierbei die SLRs mit APS-C-Sensoren – von den Einsteigerkameras bis zum Profimodell EOS 7D Mark II. Auch im Vollformat ist Canon mit fünf Modellen breit vertreten.

Noch im Aufbau befindet sich die spiegellose EOS-M-Serie. Mit vier Kameras ist Canon zwar inzwischen einigermaßen gut aufgestellt; es fehlt aber noch ein spritzwassergeschütztes Spitzenmodell und das Objektivangebot fällt zu gering aus – vor allem bei lichtstarken Zooms und Festbrennweiten herrscht Nachholbedarf. Immerhin bietet Canon den „EF-EOS M“-Adapter an, mit dem sich Spiegelreflexobjektive an den spiegellosen Systemkameras nutzen lassen – dank „Dual Pixel CMOS AF“ auch mit brauchbarer Geschwindigkeit.

Näher gehen wir auf den folgenden Seiten auf die drei neuen Kameras ein: Die beiden Spiegelreflexmodelle EOS 77D und 800D sowie die spiegellose EOS M6.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.

Kameras im Test

Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.