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Lesertest Rollei Rock Solid Carbon Beta
© Udo Kredlbach/Udo Kröner/Rüdiger Fanslau

Rolleis Rock Solid Carbon Beta Stativ

Fünf Lesertester haben das Stativ auf Herz und Nieren geprüft
15.06.2016

Vier Wochen lang durften unsere Leser Gerd Herm, Rüdiger Fanslau, Udo Kredelbach, Udo Kröner und Uwe Schrader das Stativ testen

GERD HERM ist gerne am Meer unterwegs. Daher ist für ihn ein Stativ ,das salzwasserbeständig ist, das Tüpfelchen auf dem i.

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Lesertester Gerd Herm

Gerd Herm hat seine erste Kamera bereits mit neun Jahren bekommen

© Gerd Herm

"Bereits beim Auspacken erfreut das Stativ durch sein geringes Gewicht.

Es fällt sofort die große Anzahl an Libellen auf, die für eine saubere Ausrichtung der Kamera sorgen sollen. Das Stativ steht auch mit voll ausgefahrenen Beinen bei stärkerem Wind völlig sicher.

Der Stativkopf ist hochwertig, sicher verpackt und lässt sich problemlos installieren. Mit der Handhabung hatte ich jedoch meine kleineren Kämpfe. Das liegt auch daran, dass ich noch nie einen Kugelkopf auf einem Stativ hatte. Und: Ich bin Rechtshänder. Das heißt, die Kugelarretierschraube steht nach rechts. Das macht auch Sinn, da man dann die Libelle der Wechselplatte sehen kann. Kippt man die Wechselplatte in den Hochformatschlitz, schlägt die Arrietierschraube der Wechselplatte an der Panoramaskala an. Ein Drehen des Kugelkopfes zur anderen Seite (damit die Arretierschraube nach rechts schaut) würde aber bedeuten, dass erstens die Kamera abgesetzt und umgedreht werden muss und zweitens die Libelle nicht mehr zu sehen ist. Selbst für Architekturaufnahmen kaum akzeptabel, denke ich, denn genau da brauche ich die Libelle. Im Makrobereich auch schwer akzeptabel, da ein Tier weggeflogen sein kann, bis ich die Kamera gedreht habe. Abgesehen davon, dass ich mich dann bewege. Aber damit habe anscheinend nur ich ein Problem. Trotz allem ist es für mich ein Spitzenstativ.

Für Panoramaaufnahmen war die Panoramaskala ungeheuer hilfreich.

Bei meiner Makrofotografie kam mir sehr entgegen, dass ich die Stativbeine ganz flach stellen konnte und mit der kurzen Mittelsäule die Kamera befestigen konnte.

Insgesamt ein sehr hochwertiges Stativ, das für meine fotografischen Bedürfnisse genau richtig ist."

RÜDIGER FANSLAU, ausgebildeter Diplomphotoingenieur, fotografiert häufig auf Veranstaltungen. Liebt aber auch die Architektur- und Städtefotografie.

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Lesertester Rüdiger Fanslau

Rüdiger Fanslau bekam zur Konfirmation seine erste Kamera geschenkt: eine Agfa-Sensor

© Rüdiger Fanslau

"Als erstes fällt auf, dass das Stativ angenehm leicht ist (einschl. Stativkopf). Man kann es ohne Probleme an einem Fotorucksack schnallen und ist dann vollständig ausgestattet und mobil. Als zweites erweisen sich die Schiebefeststeller für den Anstellwinkel der Stativbeine als Pluspunkt: Während man bei einer Feststellwippe die Hand immer an der Wippe und dem Stativbein gleichzeitig ansetzen muss und damit wegen des zwangsläufig kurzen Hebelwegs zur Verstellung der Beinwinkel immer die größte Kraft aufwenden muss, erlaubt die Rollei-Lösung zunächst das Lösen des Anschlags und dann das leichte Verschwenken der Stativbeine am langen Ende.

Dass Stativ auszurichten beziehungsweise die Mittelsäule ins Lot zu bringen, geht dank präziser Libelle am Stativ ruckzuck.

Zusammen mit den Libellen und der Wasserwage am Stativkopf gelingt die Basiseinstellung ungewohnt schnell und akkurat.

Das Auswechseln der Füße ist zwar umständlich und birgt die Gefahr, beim Hantieren Teile zu verlieren, bietet aber den Vorteil, massive und extrem robuste Spikes einsetzen zu können. Während bei den Gummifüßen perfekter Weise noch O-Ringe die Gewinde vor Sand schützen, fehlen diese unverständlicherweise bei den Spikes, wo diese doch – im Gegensatz zu den Gummifüßen – eher im Dreck stecken werden. Nach meiner Beobachtung reicht allerdings auch ein festes Anziehen der Spikes mit Hilfe einer der mitgelieferten Imbusschlüssel.
Die Montageplatte ist erfreulich groß und kann auch massige Stativ- oder Panorama-Köpfe oder Gimbals aufnehmen.

Als große Schwäche erwies sich die Stativ-Kugelkopf-Kombination: Aufnahmen mit langer Brennweite (145 bis 200 mm am APS-C-Sensor) zeigen ausnahmslos vertikale Verwacklungen, und das im gesamten Bereich der genutzten Belichtungszeiten von 6 Sekunden bis zu 1/320 Sekunde (fotografiert mit einer Nikon D300s und einem AF Nikkor 2,8/80-200 mm D, insgesamt rund 2,3 kg). Zunächst hatte ich die Verwacklungen und Unschärfen auf eigene Fehlbedienungen zurückgeführt. Bei einer Aufnahmeserie von der Frankfurter Skyline mit einer Entfernung von mehreren Kilometern traten die vertikalen Verwacklungen dann sehr massiv auf. Mein Verdacht war der Spiegelschlag als Verursacher. Ich habe dann die Serie wiederholt und mein altes Manfrotto-Stativ mit Zweiwegekopf als Referenzmodell genutzt. Es bestätigt mein Eindruck, dass der ausgewählte Kopf nicht der Qualität des Stativs gerecht wird."

Anmerkung der Redaktion:
Bei diesen Schwierigkeiten wären folgende Fragen zu beantworten: Wie weit war die Mittelsäule ausgefahren? Wie windig war es? Wie stabil stand das Stativ?
Und ein ganz springender Punkt: War die Kamera so ausgerichtet, dass das Objektiv über einem Bein verlief oder zwischen zwei Beinen? Denn wenn ein schweres Objektiv zwischen zwei Beinen positioniert ist, ist es nicht so stabil, wie die Ausrichtung über einem Stativbein.

 

UDO KREDELBACH hat sich besonders für das Rock Solid Carbon Beta interessiert, um es für bodennahe Aufnahmen einzusetzen.

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Lesertester Udo Kredelbach

Udo Kredelbach fotografiert schon über 40 Jahre. Zur Zeit mit einer Canon-SLR und einer Fuji S5 Pro. Lieblingsmotive: Portrait und Architektur

© Udo Kredelbach

"Der erste Eindruck beim Auspacken ist schon  sehr positiv. Ein schönes Material, solide verarbeitet, das Carbon hat eine 'Prägung', die mir gut gefällt. Als Verpackung dient eine schwarz-orange Umhängetasche, die einen gut verarbeiteten Eindruck macht, so dass man das Stativ mit allem Zubehör gut transportieren kann.

Die Handhabung ist intuitiv, wenn man schon einmal ein Stativ in der Hand gehabt hat: Dieses Exemplar funktioniert ähnlich. Die Verstellschrauben sind leichtgängig, lassen sich aber dennoch sehr gut festziehen und halten anschließend auch.

Am Tag des Tests war es relativ windig. Trotz seines erfreulich leichten Gewichtes stand das Stativ auch in der ausgezogenen Position fest und sicher.

Mein Interesse galt in der Hauptsache der bodennahen Verwendung, da ich öfters Blumen und Makros fotografiere.

Auch hier hat man das Stativ nach einigen Minuten Training schnell in der gewünschten Position. Die auswechselbare Mittelsäule ist ohne zusätzliches Werkzeug schnell montiert und man kommt wirklich bis auf den Boden runter.
Der Kugelkopf ist hochwertig und für meine Bedürfnisse, vor allem bei Portraits, völlig ausreichend. Es gibt eine Schnellwechselplatte, die leicht zu handhaben ist.
Für mich und meine fotografischen Interessen ein sehr gutes, umfassend ausgestattetes Stativ, das man durch die schon besprochene Tasche inklusive seines Zubehörs (Kugelkopf, Spikes für die Füße, kurze Mittelsäule) immer dabei haben kann."

UDO KRÖNER fühlte sich beim Auspacken seines Pakets von Rollei vor lauter Erwartungen und Spannung an seine Kindheit erinnert.

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Lesertester Udo Kröner

"Der Umbau zum Einbeinstativ ist einfach."

© Udo Kröner

„Die Verpackung ist sehr ansprechend. Die Transporttasche mit der kleinen Vortasche für die mitgelieferten Spikes, den Inbusschlüsseln und der Platz für weitere Kleinigkeiten ist sehr praktisch. Der Tragegurt würde durch eine breitere rutschsichere Auflage gewinnen.

Das Rollei-Stativ macht durch den relativ großen Rohrdurchmesser und der griffig gummierten Verriegelung (Überwurfmuttern) der Stativbeine einen sehr stabilen Eindruck.

Die Kunststoffummantelung an einem der Stativbeine fühlt sich gut an und bietet beim Tragen die nötige Griffigkeit. Nach nur einer viertel Drehung (mit einer Hand) entriegelt man alle drei Segmente an einem Bein und sie fallen aus ihren Führungen. Nach der Höheneinstellung und Verriegelung der Beine wähle ich die passende Spreizung der Stativbeine. Dafür ziehe ich die Alu-Verriegelung aus der Nute, stelle das jeweilige Bein in die gewünschte Position und drücke die Verriegelung wieder in die Nute. Nutzt man eine der oberen Rastpositionen für den Beinanstellwinkel, sollte man unbedingt nach einem Anheben des Stativs die Verriegelung kontrollieren! Durch das Anheben des Stativs kann ein leichtgängiges Stativbein etwas absacken. Dabei wird die Verriegelung durch die untere Rastung aus der sicheren Position angehoben. Bei entsprechender Belastung kann das Stativbein dann hochklappen und das Equipment fällt um. Eine Feder, die die Verriegelung in der Nute hält, würde mein Gefühl für die Standsicherheit erheblich erhöhen.

Durch die Umrüstung der Gummifüße auf die beiliegenden Spikes hat das Stativ auf Schotter guten Halt. Für die schnelle Höhenverstellung nutze ich die 380 mm lange Mittelsäule, die Längsnute verhindert ein ungewolltes Verdrehen.

Die Höhenverstellung mittels der dreiflügeligen Überwurfmutter empfinde ich als sehr praktisch.

Auch der Umbau der Mittelsäule für bodennahe Aufnahmen ist einfach und schnell erledigt.
Die breite Auflage der Montageplatte vermittelt eine sichere Basis für die Aufnahme des Stativkopfes. Nach dem Aufschrauben des Kugelkopfes 'Fotopro T7S' habe ich den Kopf  mit der Inbusschraube gesichert. Leider zu gut, sodass ein Schwenken nur sehr schwergängig möglich war. Beim zu starken Anziehen der Inbusschraube verkleinert sich das Spaltmaß am Stativkopf für den horizontalen Schwenk. Hier fehlt ein entsprechender Hinweis in der Bedienungsanleitung.

Sitzt die Kamera aber erstmal fest, macht es richtig Spaß sie auszurichten (Dank der drei Libellen) oder einen Schwenk zu machen. Alles butterweich und sehr angenehm im Handling. Besonders gefallen haben mir die Sicherungsstifte und die große Auflagefläche.

Das gesamte Handling ist bis auf die kleinen genannten Schwächen sehr gut.

UWE SCHRADER macht gerne HDR-Aufnahmen an der Ostsee. Dafür benötigte er noch ein reisetaugliches und wetterbeständiges Stativ.

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Lesertester Uwe Schrader

Uwe Schrader macht gerne HDR-Aufnahmen und "arbeitet" dafür auch gerne mal nachts

© Uwe Schrader

"Das Rollei Rock Solid Carbon Beta ist ein sehr stabiles solides Stativ das seinen Namen zu recht trägt. Besonders gut kam es bei meinen HDR Aufnahmen zum Einsatz, aber auch bei Makro Aufnahmen bzw. bei Aufnahmen mit dem 150-600 mm Objektiv zeichnet es sich durch perfekte Handhabung aus.
Alle Einstellungen sowie Auf- und Abbau lassen sich problemlos und sehr zügig bewerkstelligen. Auch gefällt mir die klappbare Schraube für die Schnellwechselplatte. Diese lässt sich gut an der Kamera befestigen.

Das Gewicht ist mit etwas über 2 kg für dieses solide Stativ angemessen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist absolut in Ordnung.

Stativ und Stativkopf sind grundsolide verarbeitet, und lassen keine Wünsche offen.

Mein einziger Verbesserungsvorschlag: Der Tragegurt der Stativtasche sollte abnehmbar sein, um ihn auch direkt am Stativ befestigen zu können."

-> zu den Ergebnissen Rollei Rock Solid Carbon Alpha
-> zu den Ergebnissen Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon
-> zur Gesamtübersicht

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Ricarda Szola

Ricarda Szola gehört bereits seit 2003 zum Team der fotoMAGAZIN Redaktion. Die Medienfachwirtin hat jahrelange Erfahrungen im Agentur-, TV- und Verlagswesen. Sie verantwortet u. a. die Lesergalerie, koordiniert Wettbewerbe und Aktionen und ist beteiligt an der Gestaltung des Online-Auftritts.