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Lesertest Rollei Rock Solid Carbon Alpha
© Bernd Neumann/Marco Grenz/Bernd Neumann

Rolleis Rock Solid Carbon Alpha Stativ

Fünf Lesertester haben das Stativ auf Herz und Nieren geprüft – sogar in der Gefriertruhe!
15.06.2016

Vier Wochen lang durften unsere Leser Bernd Neumann, Eddi Hettrich, Gerhard Stanke, Marco Grenz und Udo Brocks das Stativ testen

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Lesertester Bernd Neumann

Lesertester Bernd Neumann hat Spaß an seinem Test

© Bernd Neumann

BERND NEUMANN
Nach dem Auspacken und der Montage des Rollei Stativkopfes T7S ging Bernd Neumann erst in den Garten zum Stabilitätstest. Dort kam seine komplette Ausrüstung zum Einsatz: seine DSLR-Kamera mit Normalobjektiv, eine Mamiya 645 mit Prisma und angesetztem Pentacon 5,6/500 mm (ca. 6 kg) und eine Holz-Großformat Reisekamera (13 x 18). Keine Schwingungen, kein Wackeln. Auch ein schwingungsfreies Arbeiten im Macrobereich war möglich.Nun konnte es in die Landschaft gehen.

„Beim Fotografieren von Gänsen an einem Fluss mit böigem Seitenwind und einem 150-600 mm Objektiv bewies das Stativ seine ganze Stärke: Nach jeder Böe stand das System wieder sehr schnell stabil, so dass man fotografieren konnte – ohne zusätzliche Masse an dem Haken unter der Plattform.
Die Abspreizung der Beine über drei Stufen auf ca. 10 cm Arbeitshöhe ist sehr gut gelöst, hier ist der Vorteil der fehlenden Mittelsäule. Eine Überklappfunktion bei den Beinen gibt es nicht, ist aber auch nicht notwendig; auch so kann man Makroaufnahmen in Bodennähe sehr gut umsetzen.

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Rollei Rock Solid Carbon Alpha

Erster Test im Garten

© Bernd Neumann

Das Stativ lag über Nacht im Eisschrank bei -18°C

Die soliden Drehverschlüsse, denen ich eigentlich eher skeptisch gegenüber stand – ich mag Hebel lieber – überzeugten mich voll und ganz. Selbst bei minus 18°C (Stativ lag über Nacht im Eisschrank)  ließen sie sich problemlos öffnen und schließen, auch die Beine fallen von alleine rein bzw. raus, was Auf- bzw. Abbau beschleunigt.

Durch die dicken Beine lässt sich das Stativ sehr gut tragen bzw. anfassen.

Die max. Arbeitshöhe von ca. 1,67 m (inkl. Stativkopf) ist auch besonders für größere Fotografen ausreichend. Die Abspreizung der Beine über drei Stufen auf ca. 10 cm Arbeitshöhe ist sehr gut gelöst, hier liegt der Vorteil der fehlenden Mittelsäule. Eine Überklappfunktion bei den Beinen gibt es nicht, sie ist aber auch nicht notwendig.

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Rollei Rock Solid Carbon Alpha

Unterwegs mit dem Rollei Rock Solid Carbon Alpha

© Bernd Neumann

Das Stativ verfügt über eine solide austauschbare Plattform, mit zusätzlicher Wasserwaage. Bisher habe ich im Internet allerdings noch keine alternative Plattform zum Wechseln gefunden. Im Lieferumfang sind u. a. abdrehbare Füße  enthalten, die schöne, solide Spikes, welche auch zusätzlich mit Schneetellern bestückt werden können, enthalten.

Geliefert wird das Stativ in einer sehr gut gefertigten Stativtasche, in die das Stativ mit seinem 57 cm Packmaß  sehr gut hineinpasst, auch wenn ein größerer Stativkopf verwendet wird. In einer zusätzlichen Innentasche lassen sich gut die mitgelieferten Spikes unterbringen.
Der einzige negative Punkt, der eigentlich keiner ist, wenn man die richtige Adapterplatte hat … : Schwenkt man mit dem Kugelkopf vom Quer- ins Hochformat, bleibt man mit der Kamera an der Plattform hängen.

Man kann sagen, dass man für sein Geld nicht nur ein sehr edel aussehendes Carbon-Stativ erhält, sondern – mit seinen 8-lagigen Carbon-Beinen – auch ein sehr stabiles funktionales Stativ mit einer schönen Arbeitshöhe ohne Mittelsäule, was auch noch in einer schönen Verpackung geliefert wird.

EDDI HETTRICH
fotografiert schon seit ca. 30 Jahren und treibt sich am liebsten mit seiner Nikon-Kamera in der Natur herum. Seine große Leidenschaft: fliegende Objekte.

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Lesertester Eddie Hettrich

Eddie Hettrich war auf der Suche nach einem neuen Stativ. Da kam ihm der fM-Test gerade recht

© Eddie Hettrich

"Schon beim ersten Aufbau habe ich festgestellt, dass alle Teile stramm und spielfrei sind. Die Arretierung der Beine ist gewöhnungsbedürftig, da diese nicht wie von mir gewohnt, gedrückt sondern herausgezogen werden müssen. Auch die Längsverstellung mit Drehverschlüssen ist für mich ungewohnt. Ich arbeite seit Jahren mit Hebel- Knebelverschlüssen, die zusätzlich nachstellbar sind. Nach einigen Tagen konnte ich mich an die Handhabung gewöhnen und ein schneller Auf- und Abbau war nun möglich. Für meine Zwecke reicht die Verstellbarkeit allemal aus.

Die Spikes sind der Hammer! Sie geben dem Stativ einen sicheren Stand auf Wiese, Wald und Flur. Die Stabilität habe ich mit diversen Kombis getestet: Nikon D810 /MB - D12/ Tamron 5/6,3/150-600 mm, Gimbal head WH 200 Version II (ca. 5 kg). Gleiche Kamera mit Nikkor 4/ 24-120 mm, Einsteckfilter (Lee) plus Kugelkopf, also um einiges leichter. Oft wehte dazu ein kräftiger Wind. Doch das Rock Solid Carbon Alpha trägt seinen Namen zu Recht: Es stand felsenfest.

Das Stativ ist nicht nur erfreulich leicht bei hoher Stabilität, der Werkstoff Carbon hat zusätzlich eine angenehme Haptik und ist nicht so kalt wie z. B. Aluminium.

Übrigens lässt es sich auch bequem schultern.

Ich denke, der Preis ist aufgrund der Materialien (Carbon) und der hervorragenden Verarbeitungsqualität nicht überzogen. Die Tragetasche ist ebenfalls super verarbeitet, dürfte aber etwas länger sein (Stativ mit Gimbal head)."

GERHARD STANKE
Der Maschinenbauer fotografiert seit 40 Jahren mit diversen Nikon-Kameras und hat eine umfangreiche Objektivauswahl.

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Lesertester Gehrard Stanke

Gerhard Stanke ist zufrieden - das Rock Solid Carbon Alpha hält sein 600 mm Teleobjektiv ohne Verwacklungen

© Gerhard Stanke

„Ja, das ist ein Stativ, auf das man ohne Bedenken eine Vollformat-DSLR mit einem 600-mm-Tele montieren kann. Einen wichtigen Anteil daran hat der Kugelkopf Fotopro T7S. Bei dieser Kombination wackelt nichts. An dem Haken unter der Stativkopfplatte kann ein eingehängtes Gewicht (Fotorucksack) das Stativ zusätzlich stabilisieren.  
 
Ist das Stativ voll ausgefahren hat man die Kameraauflage auf dem Kugelkopf in der Höhe von 1,70 m. Das Stativ ohne Kugelkopf ist 1,60 m hoch. Ich bin 1,80 m groß und fahre das letzte Segment der Beine nur halb aus, jetzt ist der Sucher meiner Nikon in Augenhöhe.
 
Will man in Bodennähe arbeiten, spreizt man die Beine in die dritte Stellung und die Stativplatte ist ca. 12 cm über dem Boden (mit Kugelkopf ca. 22 cm).

Eine Mittelsäule vermisse ich bei diesem Stativ nicht.

Der Kugelkopf ist auf der Stativplatte mit einer kleinen Inbusschraube gesichert (Werkzeug für alle Verschraubungen ist im Lieferumfang enthalten, ebenso einschraubbare Metallspitzen und Schneeteller).
 
Wird der Kugelkopf sanft  angezogen, kann man die Kamera mit dem Teleobjektiv schön gleichmäßig schwenken oder in der Fotopause festziehen und nichts bewegt sich.

Die Einzelteile des Statives und die Montage der Teile begeistern jeden Techniker. Alle Teile sind präzise und solide aus Metall gefertigt. Keine Grate an den Kanten, keine klapprigen Kunststoffteile, selbst die Griffmanschette an einem Bein ist aus Leder und solide vernäht. Die Beinsegmente aus Carbon sind stabil und haptisch sehr angenehm.
 
Sind die Beinsegmente zusammengeschoben, kann man die drei griffigen, gummierten Verschraubungen jedes Beines gleichzeitig mit einer viertel Umdrehung lösen oder festschrauben. Die Beinsegmente gleiten sanft heraus.
Keine Verschraubung, weder am Kugelkopf noch am Stativ, muss mit Gewalt festgezogen werden, alles passt.
 
Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Man kauft stabilen, soliden aber leichten 'Maschinenbau', verpackt in einer sauber vernähten Stativtasche, in die das Stativ mit aufgeschraubtem Kugelkopf passt."
 

MARCO GRENZ arbeitet als Modefotograf und studiert neben seinem Beruf Fotodesign.

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Lesertester Marco Grenz

Marco Grenz besitzt bereits ein Rollei Compact Traveler Stativ. Das Carbon Stativ Alpha macht sein Sortiment nun komplett

© Marco Grenz

„Die Belastbarkeit des größten der Drei aus der Rock Solid Reihe ist beim Alpha mit 24 kg, dem Kugelkopf T7-S mit 35 kg angegeben. Normalerweise ziehe ich 20 % bei den Angaben aus „Marketing-Gründen“ ab, beim Alpha hänge ich an den Haken unterhalb der Stativplatte noch meinen Rucksack und warte auf einen Orkan. Der erste Eindruck ist wirklich beeindruckend!

Die stabilen Carbon-Beine lassen sich leicht und komfortabel über Drehklemmen in der Höhe variieren. Ein Nikon Fieldscope 85 mit (2,5 kg – bis 1750 mm) mit einer Nikon D810 plus Batteriegriff wird problemlos gehalten.
Die mit dem Kugelkopf gelieferte Platte hat eine aufgedruckte Millimeter-Rasterung und ist Arca Swiss kompatibel. Meine vorhandenen Platten unterschiedlichster Hersteller hielten alle einwandfrei und bombenfest.

Angegebene Maße und Gewichte von Rollei sind korrekt, manchmal sogar eher ‚defensiv’ angegeben.

Durch die leicht zu entnehmende Kopfplatte, welche durch lösen des Feststellhebels drehbar wird, wäre es komfortabel mit einer zweiten Platte verschiedene Stativköpfe nutzen zu können. Z. B. einen 3-Wege-Kopf für Studioarbeit, Mittel- oder Großformatkameras oder einen Nodalpunktadapter fest verbaut lassen zu können!"

Anmerkung der Redaktion:
Wir haben diesbezüglich bei der Firma Rollei nachgefragt und folgende Auskunft erhalten: Rollei ist dabei, einige Dinge für das Alpha ins Sortiment aufzunehmen. Es wird eine Kopfplatte mit Nivellierung geben. Des Weiteren entwickelt man eine kurze Mittelsäule.
Zukünftig wird das Alpha mit einer 3/8- und 1/4-Zoll-Schraube ausgerüstet sein. Es wird eine Skalierung an den unteren Beinsegmenten haben sowie Schaumstoffgriffe an den oberen Beinsegmenten.

"Da das Stativ über keine Mittelsäule verfügt, wird die Höhe über die Stativbeine geregelt. Hier dürfte es Unterschiedliche Ansichten geben, ich baue die Mittelsäule bei mobilen Stativen immer aus/um, lediglich beim Studiostativ möchte ich eine haben und gehe den Kompromiss eines weniger steifen Bereichs ein.
Mit der Möglichkeit, die Gummifüße durch mitgelieferte Spikes zu ersetzen, ist man für alle Untergründe gewappnet. Seltener bzw. spezieller werden die ebenfalls mitgelieferten Schneeteller zum Einsatz kommen. Ich finde es genial und hätte sie gerne diesen Winter bereits im Einsatz gehabt – wer auch mal mit Schneeschuhen und Fotoausrüstung unterwegs ist, weiß das wirklich zu schätzen.
Die Tasche, die eine schöne Beigabe ist und die man bei anderen Herstellern häufig separat kaufen muss, könnte am Tragegurt mit einem Polster ausgestattet sein. Alternativ oder ergänzend fände ich statt der ‚normalen’ Tragegriffe einfache Rücksackgurte gut.
Das Alpha ist bei mir künftig das Stativ für unterwegs."

UDO BROCKS
fotografiert mit seiner Nikon D200 und D800 am liebsten Landschaft, Architektur und Tiere.

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Lesertester Udo Brocks

Udo Brocks hat sich für das Stativ entschieden, da es keine Mittelsäule hat und Stabilität verspricht

© Udo Brocks

„Während das Stativ beim ersten Anblick bereits einen sehr guten Eindruck machte, ist die Stativtasche mit fest angenähtem Schultergurt ohne Polsterung und Plastikschnallen höchstens als Durchschnitt zu bewerten.

Das Stativ, welches keine Mittelsäule aufweist, ist mit einer Höhe von 156 cm (+ ca. 10 cm Kugelkopf + ca. 10 cm vom Kameraboden bis zum Sucher) selbst für große Fotografen mehr als ausreichend dimensioniert. Auch reicht die Traglast selbst für große Vollformat-Kameras mit lichtstarkem Teleobjektiv.

Die Verstellmöglichkeiten mit drei verschiedenen Spreizungen und einer minimalen Arbeitshöhe von 10 cm sind ebenfalls gut.
Bei der Größe und Stabilität verbunden mit einem Gewicht von nur 2,2 kg kann man eventuell negativ anmerken, dass die Stativbeine beim Aufbau nicht automatisch herausrutschen sondern manuell herausgezogen werden müssen.

Das Schwingungsverhalten kann als ausgezeichnet bewertet werden.

Es ist nur ein Stativbein mit einer Lederummantelung als Kälteisolierung versehen.
Des Weiteren auf der Negativ-Seite zu verzeichnen ist die Verriegelung der Beinabspreizung. Diese muss manuell zurückgesetzt werden. Bei den meisten Wettbewerbern und auch bei anderen Rollei-Stativen geschieht dieses automatisch mit einer Feder. Der Lasthaken ist sicherlich sehr sinnvoll, hat aber nur eine sehr kleine Öffnung, ist sehr flach und liegt etwas versteckt unter der Montageplatte. Er ist jedoch eingeschraubt und kann ohne weiteres ausgetauscht werden.

Insgesamt kann man das Stativ als leicht und groß aber äußerst stabil und schwingungsarm bezeichnen. Es enthält somit meine volle Empfehlung. Auch bezüglich des Preis-/Leistungsverhältnis. Auf meiner persönlichen Wunschliste würde nur noch eine Nivellierplatte anstelle der festen – aber austauschbaren – Montageplatte stehen. Vielleicht bietet Rollei hier in Zukunft ja noch etwas an."

-> zu den Ergebnissen Rollei Rock Solid Carbon Beta
-> zu den Ergebnissen Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon
-> zur Gesamtübersicht

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Ricarda Szola

Ricarda Szola gehört bereits seit 2003 zum Team der fotoMAGAZIN Redaktion. Die Medienfachwirtin hat jahrelange Erfahrungen im Agentur-, TV- und Verlagswesen. Sie verantwortet u. a. die Lesergalerie, koordiniert Wettbewerbe und Aktionen und ist beteiligt an der Gestaltung des Online-Auftritts.