Manuela Hall: Das Model und die Fotografin

Manuela Hall: Das Model und die Fotografin
Das Model und die Fotografin. Fotos: © Manuela Hall

Lesertest: Stative unter der Leser-Lupe

Rollei stellte drei Stative dem kritischen Auge unserer Leser
12.08.2015

Wow, wir sind begeistert! Unsere Leser sind die besten Tester. Danke, dass Sie sich so viel Mühe gemacht haben!

Im April hatten wir Leser gesucht, die bereit waren, Stative von Rollei im Anwendertest genau unter die Lupe zu nehmen und uns einige Fragen zu beantworten. Die Resonanz war enorm, und was wir an Feedback zurück erhalten haben, sind wertvolle Erkenntnisse!
Zum Test standen die Rollei-Stative Compact Traveler No.1, das Rollei T64-C und das Rollei C5i.

Testergebnisse unserer Leser hier zusammengefasst​

Rollei Compact Traveler No.1

Claudia Bahlke aus dem Rhein-Main-Gebiet ist häufig sportlich unterwegs und hat deshalb das kleine Compact Traveler No.1 getestet. Die Triathletin begeistert sich für das überschaubare Packmaß, das geringe Gewicht im Sportrucksack,  und dass sich das Stativ schnell aufbauen lässt.

Langzeitbelichtung mit dem Rollei Compact Traveler

Langzeitbelichtung mit dem Rollei Compact Traveler

Langzeitbelichtung mit dem Rollei Compact Traveler

Foto: © Uli Geißler

Unter windigen und wackeligen Bedingungen hat sie ihren Rucksack an den Haken der Mittelsäule gehängt und war mit der so gewonnenen Stablität zufrieden.
Ihren kompletten Erfahrungsbericht mit Fotos lesen Sie auf Ihrem Blog.

Uli Geißler aus Fürth empfindet das kleine Reisestativ, das er überwiegend bei Langzeitbelichtungen am Abend und in der Nacht getestet hat, insgesamt als hochwertig verarbeitet, stabil und leichtgängig im Aufbau. In seinem Bericht an uns spricht er einzig dem dünnen letzten Beinsegment weniger Vertrauen aus, und die Bedienung des Kugelkopfes empfand er als etwas fummelig. Deshalb wünscht er sich zur Nachrüstung Drehgriffe zur Kugelkopfbedienung und auswechselbare Standbeinabschlüsse (Gummikappen mit Spikes).

​Sein Fazit:
"Ein Reisestativ ist klar ein Kompromiss zwischen Gewicht, Packmaß, Arbeitshöhe, Funktion und Einstellmöglichkeiten. Das „Rollei Compact Traveler No. 1“ stellt daher einen sehr guten Kompromiss dar, denn die Verarbeitungsqualität und die praxisgerechte Handhabung zur Umsetzung fotografischer Anforderungen sind ausgezeichnet gelungen und auch der Preis ist angemessen."

Rolleiflex auf Rollei-Stativ

Rolleiflex auf Rollei-Stativ

Auch unter der alten Rolleiflex macht sich das Rollei-Stativ gut! Herr Siegert wünscht sich dennoch die schwarz-silberne Version.

Foto: © Helmut Siegert

Fototour auf High Heels

"Gott, wie niedlich!", war Helmut Siegerts erster Eindruck beim Auspacken des Stativs. "Ein Stativ mit schlanken Fesseln!" Der Analog-Fotograf aus Kerken hat seine 50 Jahre alte Rolleiflex und seine Leica V-Lux (920 g) auf das Traveler geschraubt – und hatte dabei einige
Anlaufschwierigkeiten. Die Platte auf dem Kugelkopf erschien ihm zu kleinflächig, und das Einstellen der Libelle in zwei Richtungen zu umständlich.
Auch er wünscht sich Spikes, hält das Reisestativ für leichtere Kameras aber durchaus für geeignet und freut sich über das geringe Gewicht und das kleine Packmaß.

 

Marius Turin aus Fürstenfeldbruck gefiel schon der erste Eindruck: "Qualitativ hochwertig verarbeitet, kompakt und schick."

Auch für eine Bergtour geeignet: Compact Traveler No.1

Auch für eine Bergtour geeignet: Compact Traveler No.1

Auch für eine Bergtour geeignet: Compact Traveler No.1

Foto: © Marius Turin

Die Schnellwechselplatte und den Kugelkopf mit Panoramafunktion empfand er in der Kombination mit der Canon EOS 70D als bequem, rät aber dazu, die Mittelsäule für mehr Stabilität nicht ganz auszuziehen oder sie mittels Haken mit einem Gewicht zu beschweren. Die drei kleinen Libellen im Kugelkopf würde er gegen eine größere Wasserwaage austauschen.

Sein Fazit:
"Die Ausstattung bei diesem Model ist trotz der Einwände TOP! Das Gewicht von 1,2 kg ist niedrig, das Packmaß von 32 cm einfach Spitze! Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut und es gibt daher von mir eine absolute Kaufempfehlung!"

Rollei T-64c

Manuela Hall begeisterten Verarbeitung und die Verpackung in Carbon-Optik

Manuela Hall begeisterten Verarbeitung und die Verpackung in Carbon-Optik

Manuela Hall begeisterten die gute Verarbeitung des Rollei T-64c und die Verpackung in Carbon-Optik.

Foto: © Manuela Hall

Die Portrait- und Fashion-Fotografin Manuela Hall aus Mannheim hat sich vom Rollei T-64 begeistern lassen. "Bei vielen Stativen hat man das Gefühl ewig an irgendwelchen Teilen rum schrauben zu müssen – hier nicht. Zwei Handgriffe und das Stativ war in seiner vollen Größe aufgebaut."

Einzig das Gewicht von 1,5 kg empfand sie als etwas zu schwer. "Wobei man beachten muss, dass es eine extrem hohe Tragkraft von 20 kg hat. Genau aus diesem Grund ist es auch in allen Höhen (min. 14,5 cm / max. 1,51 m) unglaublich stabil, so dass man keine Befürchtungen haben muss, dass es kippen könnte."

Stabilität für Langzeitaufnahmen

Stabilität für Langzeitaufnahmen

Die Stabilität des Rollei T-64c eignet sich besonders für Langzeitaufnahmen.

Fotos: © Luis Karcher

Wie Manuela Hall zeigte sich auch Luis Karcher über den Lieferumfang des T-64c begeistert: "Statt in einem einfachen Pappkarton wird das Rollei T-64C in einer hochwertigen Plastikbox geliefert, die mit dem beigelegten Tragegurt zur perfekten Transportmöglichkeit für das Stativ wird. Außerdem legt Rollei Inbusschlüssel und sogar Ersatz Gummifüße bei."

Der junge Landschaftsfotograf aus Kiel moniert, dass man die Beine durch die leichtgängigen Drehverschlüsse zwar schnell ausziehen kann, man aber dadurch auch schnell mal das ganze Bein in der Hand hat. Dennoch ist er vom Gesamtpaket überzeugt. Die verstellbare und komplett ausbaubare Mittelsäule, die kompakten Packmaße von 51 cm, die hohe Belastbarkeit und die Vielseitigkeit des Stativs haben es ihm angetan.

Stativ mit Wow-Effekt

Lübeck in der blauen Stunde

Lübeck in der blauen Stunde

Lübeck in der blauen Stunde: Perfekte Einsatzmöglichkeit für das T-64c

Foto: © Matthias Mende

​Auch den Lübecker Matthias Mende überzeugten Stabilität und Tragkraft des Rollei T-64C: "Das Stativ löste bei mir einen echten Wow-Effekt aus. Es ist sehr wertig verarbeitet und für seine sehr hohe Tragkraft nur 1,5 kg leicht." Und er hat das Stativ nicht geschont: "Auch die Dämpfung ist sehr gut gelungen. Stößt man das Stativ an, kommt es nur ganz kurz aus dem Takt. Ich habe dies mit einem Teleobjektiv von 600 mm (KB) mit maximaler Stativhöhe ausprobiert. Das T-64C lässt sich einfach nicht aus der Ruhe bringen." 

Im Case wünscht er sich noch
ein kleines Fach für den Inbusschlüssel. Den derzeitigen Straßenpreis  von ca. 400 Euro (UVP 549 Euro) hält er für angemessen. 

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Martin Wilczynski hat das T-64C getestet

"Während des Testes hatte ich ein solides, funktionelles „Arbeitsgerät“ was keine meiner Wünsche hinsichtlich Flexibilität, Handling oder Stabilität offen gelassen hat."

Foto: @ Martin M. Wilczynski

Martin Wilczynski aus Hatten war bisher nur selten mit einem Dreibein-Stativ unterwegs. Zu schwer erschienen ihm die bisherigen Lösungen, die er zuvor ausprobiert hatte. Nach dem Test des T-64C relativierte sich sein Eindruck, dass das Stativ zu teuer sei: "Doch stelle ich jetzt fest, dass das T-64C jetzt immer öfter mitgenommen wird. Es fällt nicht sonderlich ins Gewicht und von daher relativiert sich der Preis wieder – da es öfter zum Einsatz kommt."

Sehr gefallen hat ihm die Möglichkeit, durch den Umbau der Mittelsäule bodennah fotografieren zu können: "Besonders hervorheben möchte ich auch die Möglichkeit, dass das Stativ auf eine Höhe von ca. 15 cm, ab Boden, einzustellen ist – für Aufnahmen aus der Bodenperspektive sehr hilfreich."

Fels in der Brandung

Timo Zilz arbeitet oft auf schwierigen Untergründen

Timo Zilz arbeitet oft auf schwierigen Untergründen

Timo Zilz arbeitet oft auf schwierigen Untergründen. Hier helfen die Spikes unter den Gummischutzfüßen für eine stabileren Stand.

Foto: © Timo Zilz

Timo Zilz aus Haiterbach hat besonders die Standfestigkeit des leichten Carbon-Stativs kritisch unter die Lupe genommen. Und hat diese für gut befunden: "Bei solch ,leichten' Stativen bin ich immer etwas kritisch was die tatsächliche Standfestigkeit betrifft. Rollei wirkt dem mit einem Haken an der Mittelsäule entgegen, bei dem man nach Bedarf noch ein Gewicht anbringen kann. Doch das Stativ hält was es verspricht! Es steht wie ein Fels in der Brandung, selbst bei starken Winden."

Einen Kritikpunkt hat er jedoch: "Die Raster am Stativbein lassen sich einfach bedienen, sind jedoch meiner Meinung nach anfällig für Schmutz und etwas schwergängig."

Rollei C5i

Tim Alsfasser hat das Rollei C5i getestet

Tim Alsfasser hat das Rollei C5I getestet

Tim Alsfasser hat das Rollei C5i getestet.

Foto: © Tim Alsfasser

Tim Alsfasser aus Bad Arolsen in Hessen hat sich ein wenig über die Schnellwechselplatte des Stativs geärgert: "Negativ aufgefallen ist mir die Schnellwechselplatte. Zum einen vermisse ich eine Verdrehsicherung. Zum anderen verhindern zwei kleine Schrauben, die als Durchrutschsicherung in Vertiefungen am Kopf greifen, dass ich die Platte schnell auf anderen Arca-Halterungen nutzen kann. Dafür müssen die Schrauben raus, den dafür nötigen Inbusschlüssel muss man sich selbst besorgen. Bei der anschließenden Suche nach den kleinen Schrauben mussten dann die Kinder helfen." Dafür ist er vom Kugelkopf positiv überrascht: "Er lässt sich gut einstellen, die Haltekraft ist top. Selbst die schwere Kombination aus 105er 2,8 Makro, D800 und Makroschiene hält er stabil, auch in extravaganteren Positionen. Dass er nach dem Festziehen ein ganz klein wenig nachrutsch, fiel mir nur bei Makrofotos und objektivlastiger Kombination auf. Das kenne ich aber auch von Köpfen, die so viel Kosten wie hier das komplette Stativ."

Geht auch als Steadycam: C5I

Geht auch als Steadycam: C5i

Auch für Bewegtbild-Produktionen lässt sich das C5i wegen seines geringen Gewichtes kurzfristig einsetzen.

Foto: © Clarissa Kues

Im Bewegtbildeinsatz hat Clarissa Kues aus Uslar das C5i getestet. Dabei kamen ihr besonders die um 360° drehbare Mittelsäule für ruckelfreie Videoaufnahmen, als auch die Schnellwechselplatte zugute. 

Ihr Fazit: "Das Rollei C5i Stativ überzeugt durch gutes Handling, wertige Verarbeitung, beste technische Ausstattung und nicht zuletzt durch eine ansprechende Optik. Das C5i lässt sich in unterschiedlichsten Situationen und vielen Positionen einsetzen. Ob Makrofotografie oder Videoaufnahme, ob auf Freifläche oder in beengter Umgebung – das Rollei C5i ist stets ein idealer Begleiter, auch auf Reisen. Klares 'Ja' auch zum Preis-Leistungs-Verhältnis."

Ihr Freund Tobi hat das C5i auch gleich nochmal getestet und auf seinem Youtube-Kanal ein Video darüber eingestellt:

Magnus Panter testete das Rollei C5I

Magnus Panter testete das Rollei C5i

"Das Angebot an möglichen Einstellungen, Funktionen und Zubehör des C5i ist für diese Preisklasse wirklich ungewöhnlich vielfältig."

Foto: © Magnus Panter

Auf Sand gebaut und doch stabil

"Das Stativ bietet für die Preisklasse wirklich viele Einstellmöglichkeiten." bestätigt auch Magnus Panter aus Hoppegarten. 
"Flach auf dem Boden, mittelhoch, ganz hoch, Kamera nach unten hängend, Kamera zu Seite abgeklappt. Ein Haken für Gewichte ist schnell und einfach montierbar, und das Stativ kann zum Einbein umgebaut werden. Letzteres ist allerdings sehr umständlich und für meinen Geschmack sind hierfür zu viele Schritte notwendig."

Stativ mit Gummistiefeln

Gummistiefel hat Roland Rechberger immer im Gepäck, denn für seine Langzeitbelichtungen steht er häufig mitten im Wasser.  Zu diesem Zweck haben ihm die "Gummistiefel" des C5i auch ausgereicht, generell würde er sich aber Spikes unter abnehmbaren Gummifüßen wünschen.

Langzeitbelichtungen auch im Wasser

Langzeitbelichtungen auch im Wasser

Langzeitbelichtungen sind mit dem C5i auch im Wasser möglich.

Foto: © Roland Rechberger

Den Straßenpreis von rund 110 Euro hält er für realistisch, den UVP von 169,99 Euro allerdings zu hoch. Dennoch lobt er das geringe Gesamtgewicht und Handling des Kugelkopfes: "Beim Fotografieren fand ich das leichte und mühelose Montieren der Kamera (mit der Wechselplatte) auf dem Kugelkopf einfach, und der Kopf funktioniert wirklich sehr gut, richtig weich, ist einstellbar und hat drei Wasserwagen, ausgezeichnet!"

Auch auf Treppen sicher

Etwas fummelig: Wenig Platz zum Schrauben beim C5I

Etwas fummelig: Wenig Platz zum Schrauben beim C5i

Etwas fummelig: Wenig Platz zum Schrauben beim C5i

Foto: © Norbert Sülzner

Im Teutoburger Wald hat Norbert Sülzner aus Dissen das Rollei C5i unter anderem auf einer Treppe getestet. In seinem Bericht auf seinem Blog und in unserem Testfragebogen berichtet er, dass er mit dem Ausklappen und Einrichten der Beine keine Probleme hatte, wohl aber mit der Feststellschraube der Stativplatte: "Für dickere Finger ist der Platz zwischen Feststellschraube (Stativplatte) und Kameraboden sehr klein und auch die Schraube um die Stativplatte an der Kamera zu befestigen ist zu klein."

Wir möchten uns herzlich bei allen Testern für Ihren Einsatz und ihre Mühen bedanken! Lesertests sind zur Erkenntnisgewinnung sehr wertvoll für uns, da jeder, der ein Stativ einsetzt, eine andere Herangehensweise und andere Bedürfnisse hat, und jeder unter anderen Begebenheiten testet.

Auch in Zukunft wird es weitere Lesertests geben, zum Beispiel wird als nächstes die Panasonic G70 getestet. 

> Zum Lesertest Panasonic G70

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Das waren die Test-Stative:

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Sandra Schink

Sandra Schink arbeitete seit den frühen 1990ern als Fotoreporterin für BILD, EXPRESS und die Westdeutsche Zeitung. Seit 1996 ist sie online und nie wieder offline gegangen. Sie nutzt das Internet als Netzwerk-, Recherche- und Blogplattform und hat Foren und Communities betreut, darunter bei stern die VIEW Fotocommunity. Seit 2014 arbeitet sie für das fotoMAGAZIN. Für das SMART SHOT Magazin macht sie Konzept und Redaktion. Im Team Socialgrafr gibt sie Workshops zur Smartphone-Fotografie.