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Rollei C5i Carbon Stativ Lieferumfang
Der Lieferumfang des Rollei C5i Carbon Stativs

Lesertest: Rollei C5i Carbon-Stativ

Das sagen die fM-Leser zum neuen C5i Carbon
21.04.2017

Zehn fotoMAGAZIN-Leser wurden nach unserem Aufruf zum Lesertest in fM 3/17 ermittelt. Neun Teilnehmer haben das Rollei C5i Carbon Stativ in aller Ausführlichkeit getestet und konnten es in ihrem Foto-Alltag einsetzen.

Erhalten haben unsere Tester das Rollei C5i Carbon im vollen Lieferumfang mit dazugehöriger Tasche, Werkzeug, Ersatzgummifüßen, einer Gürtelhalterung und einem einschraubbaren Lasthaken. Alle waren neugierig, wie sich das Stativ mit seinem geringen Gewicht von 1335 Gramm (inkl. Kugelkopf) bei einer Tragfähigkeit von 8 Kilogramm in der Praxis macht und vertrauten dem C5i ihre zum Teil schwere Kameraausrüstungen an.

Lesen Sie hier die einzelnen Testergebnisse:

Hartmut Lux
„Die Verpackung ist robust und praxisgerecht. Die Ersatzgummifüße und der Gewichtshaken sind eine gute Idee. Die drei Beine waren ziemlich straff festgezogen, dank des beiliegenden Schlüssels ließen sie sich aber gut einstellen. Das Stativ ist angenehm leicht (durch Carbon-Einsatz) und trotzdem sehr steif und stabil. Damit prädestiniert es sich für den Outdoor-Einsatz mit einer leichten bis mittelschweren Kameraausrüstungen (bis 8 kg).
Im Praxiseinsatz zeigte das Stativ einen stabilen und sicheren Halt.

Bei Wind und auf einer Holz-Fußgängerbrücke kam das Stativ an seine Grenzen. Hier ist es ratsam, den angebrachten Haken für Gewichte genutzt werden.

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Portrait Hartmut Lux

Hartmut Lux fotografiert seit über 30 Jahren mit Fujifilm und Nikon

© Hartmut Lux

Die Handhabung bewährt sich in der Praxis. Einfache und leichte Bedienung helfen, die Aufgaben in verschiedenen Locations schnell und sicher zu erledigen. Die Verstell-Möglichkeiten reichen für den Alltag des Foto-Enthusiasten vollkommen aus. Die Ausstattung ist praxisgerecht und für den Preis des Statives gut.

Der Umbau zum Einbein-Stativ hätte allerdings einfacher gestaltet werden können. Z. B. durch eine veränderte Konstruktion der Mittelsäule, damit diese nach oben herausgezogen werden kann, ohne den Stativkopf abschrauben zu müssen.

Das Rollei C5i Carbon kostet 249,-- Euro. Dafür bietet das Stativ ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Dieser Preis ist attraktiv, und mit den Erfahrungen des Tests würde ich das Stativ uneingeschränkt kaufen. Vorteile sind das geringe Gewicht, die Handhabung und Qualität, sowie die Verstell-Möglichkeiten und die damit verbundenen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.“

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Lesertesterin Melanie Solbach

Melanie Solbach hat den Stativ-Test mit ihrer Canon EOS 50D durchgeführt. Ihre bevorzugten Genres sind die Portrait- Makro- und Industriekultur-Fotografie

© Melanie Solbach

Melanie Solbach
„Das Rollei Stativ C5i Carbon kam gut verpackt in einer Tasche an, die auch mit einem längeren Griff ausgestattet ist, so dass man sich das ganze Equipment auch mal über die Schulter schwingen kann. Lediglich die Schnellwechselplatte war gut versteckt und ließ sich erst nach einigem Suchen auffinden. Die Handhabung des Stativs ist super und geht nach kurzer Zeit in 'Fleisch und Blut' über. Besonders toll ist der Umbau zum Einbeinstativ, sowie die um 180 Grad umkehrbare Mittelsäule für bodennahe Aufnahmen. Haptisch macht das Stativ einen guten Eindruck, die Schaumstoffgriffe tragen ihren Teil dazu bei.

Die Drehverschlüsse zum Fixieren der Beinlängen sind leichtgängig und bieten mit dem Maß von knapp 165 cm eine ausreichende Höhe. Die Verstellmöglichkeiten sind für mich ausreichend, ich fotografiere hauptsächlich Portrait, Makro und Industriekultur. Bei der Arbeit kommt auch gelegentlich die Produktfotografie zum Einsatz. Bei letzterer macht sich auch die integrierte Wasserwaage bezahlt, zum vertikalen und horizontalen Ausrichten. Das minimale Gewicht und das Packmaß haben mich wirklich überzeugt. 

Ladys aufgepasst: das Rollei C5i Carbon passt
sogar in eine Handtasche!

Da ich nicht auf 2500 Meter Höhe oder im Dschungel unterwegs bin, sondern eher auf Städtetrips oder in der heimischen Flora und Fauna, ist das 'Handtaschenformat' extraklasse.Man sollte man  sich doch das Carbon- statt des Aluminium-Stativs gönnen, um nicht im Nachhinein festzustellen, dass das leichtere und handlichere Carbon C5i die bessere Variante wäre. Auch als ambitionierter Hobby-Fotograf ist es günstiger sofort das 'Richtige' zu erwerben.
Das Preis-/Leistungsverhältnis ist angemessen, würde mir definitiv dieses Stativ kaufen und zur Not etwas länger dafür sparen.

Als Verbesserungsvorschlag wünsche ich mir eine ausführlichere Beschreibung; die momentane Version ist doch sehr abgespeckt.

Alles in allem hat mich das Stativ sofort überzeugt, mein großer Pluspunkt sind das geringe Packmaß und das Gewicht. Daumen hoch!“

 

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Lesertester Ulrich Schwarz

Ulrich Schwarz bevorzugt die Landschaftsfotografie und Naturdetails. Sein liebstes Motiv zur Zeit ist Wasser - fließend, spiegelnd und gefroren

© Ulrich Schwarz

Ulrich Schwarz
„Schon beim Auspacken spürte ich: das ist ein Begleiter, kein Zuhause-Rumlieger: handlich, leicht, – ideal für meine Streifzüge durch die wilden Ecken unserer Natur. Zweiter Eindruck: alles wirkt sehr robust und bis in die Details wertig. Die Auszüge laufen leicht und sind mit einem kurzen Dreh an den Feststellschrauben in jeder Position fest fixierbar. Mit den griffigen Feststellknöpfen am Kugelkopf lässt sich die Kamera präzise und ruckelfrei ausrichten. Ich bin gespannt auf den Praxistest in der Natur.

Das Stativ lässt sich auch in schwierigem Gelände rasch positionieren, mit den verschiedenen Abspreizwinkeln und den stufenlos ausziehbaren Segmenten der Beine ist die Kamera schnell und stabil ausgerichtet. Beim Einsatz knapp über dem Boden (bzw. über der Wasseroberfläche) muss ich allerdings den Kugelkopf an das untere Ende der Mittelsäule montieren. Der dazu benötigte Imbusschlüssel (um den Kugelkopf zu lösen) ist leider nicht dabei –  im Eifer des Gefechts am steilen Bachufer verloren gegangen! Da wäre eine eingebaute Lösung wünschenswert. Oder hab ich nur nicht kapiert, wie man die Mittelsäule ohne Werkzeug drehen kann? Dann wäre eine bessere Beschreibung angebracht. Die weniger stabile aber praktikable Notlösung: Kamera an der normal montierten Mittelsäule, kopfüber, unter Verzicht auf die Einrastungen der Beine (Stativ in Transportstellung, aber mit ausgezogenen Beinen).

Die Ausstattung ist ziemlich umfangreich: sehr guter Kugelkopf mit weich und doch präzise arbeitenden Drehgriffen plus Arca-Suisse-Kupplung und mehrere Wasserwaagen; dazu eine praktische und wertige Transporttasche mit kleinem Werkzeugfach; ein Haken, um das Stativ zusätzlich (mit einem Gewicht) zu stabilisieren; griffige Polster an den Beinen; abnehmbare Gummis an den Füßen, darunter die Spikes (plus: Ersatzgummis); die (für mich theoretische) Möglichkeit des Umbaus zum Einbeinstativ… auch nach mehreren ausgiebigen Fototouren mit dem Stativ fällt mir nichts ein, was noch fehlen könnte. Die Vielseitigkeit, Leichtigkeit und Stabilität sind begeisternd, eine Kombination wie für mich geschaffen. Das Rollei C5i carbon ist sein Geld auf jeden Fall wert.

Wenn es stimmt, was Berenice Abbott sagte, dass man ohne Stativ knipst, mit Stativ aber fotografiert, dann hat mich das C5i Carbon zum Fotografen gemacht.

Ich bin kaum noch ohne unterwegs und bin begeistert von der Stabilität, einfachen Bedienbarkeit und Vielseitigkeit. Einziger Wermutstropfen: der nur mit Werkzeug mögliche Umbau zur Retrostellung!“

 

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Lesertester Mario Krämer

Mario Krämer ist als Fototrainer fast täglich in der Natur unterwegs

© Mario Krämer

Mario Krämer
"Für mich gab es keine Frage an diesem Test mitzuwirken, da ich täglich als Fototrainer in der Natur unterwegs bin und schon einige Stative dabei hatte. Dass es diesmal wieder ein Carbon Stativ war, kam mir bei den langen Touren und den unterschiedlichsten Terrains sehr gelegen.

Die Verpackung ist, wie bei Rollei üblich, sehr stabil und mit allen Informationen zum Produkt versehen. Sehr schön finde ich, dass wirklich das gesamte Zubehör in ein Futteral passt, was sich auch noch recht bequem umhängen lässt. So habe ich das Stativ von meiner Kamera mitsamt Objektiven getrennt und nichts kann beschädigt werden.

Mein erster Einsatz war in einer alten stillgelegten Fabrik. Hier galt es für mich mal wieder einige HDR-Aufnahmen zu machen und in oberen Etagen eine kleine Übersicht mit wunderschönen blauen Himmel und einigen vorbeiziehenden Wolken einzufangen. Das gelang mir dann auch recht gut, so dass ich als bekennender SW-Liebhaber meine Sony Alpha 7 II auf dem Rollei C5i Carbon befestigte und mit Langzeitbelichtungen Mystik kreierte.

Was mir beim Aufbau des Statives sofort auffiel war, dass ich mit nur einer Hand und einem kleinen 'Dreh' sofort alle drei Feststelleinheiten an einem Stativbein lockern und wieder festziehen konnte. Dies ist auch der hervorragenden Griffigkeit der Ummantelung zu verdanken. Selbst mit kalten Händen stellt das absolut kein Problem dar.

Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich die Winkelverstellung der drei Schenkel, insbesondere die Metallkipphebel.

Drücken und ziehen ... Das hatte ich aber recht schnell im Griff und konnte mich voll aufs Fotografieren konzentrieren.

Ein weiterer ungemein positiver Punkt ist für mich als 'Nichthandschuhträger' die Neopren Ummantelung an den Beinen. Wer kennt es nicht, wenn man mit eiskalten Händen das Stativ verrückt und tragen muss und anschließend die Knöpfe der Kamera bedienen soll. Kleine Sache mit großer Wirkung, die man erst vermisst, wenn man in solch einer Lage war. Und wenn ich schon beim Tragen bin, muss auch erwähnt sein, dass es wirklich ein Leichtgewicht ist und selbst mit angebrachter Kamera eine sehr ausgewogene Gewichtung hat.
 
Bei meinen Aufnahmen im Felsen der Talsperre Pirk machte das Rollei einen perfekten Job. Mit aufgesetzter Kamera musste ich für einige ausgesuchte Standorte tief am und im Fels runterklettern.

Der Kugelkopf mit seinen zwei Schraubverschlüssen erwies sich auch hier wieder als äußerst stabil und leicht zu handhaben. Für eine Hochformataufnahme hat es zwar hier nicht gereicht, aber später mehr dazu.
Praktisch und einfach finde ich die Benutzung der Schnellwechselplatte. Kamera rein, festziehen und alles sitzt perfekt. Gerade hier habe ich anfangs immer Probleme, da ich der Verbindung zwischen  Kamera und  Stativ vertrauen muss. Oftmals trage ich auch die Kamera mit angebrachtem Stativ am Schulterriemen der Kamera, so dass hier besondere Vorsicht von Nöten ist.
Die griffigen Drehregler am Kugelkopf sind einfach zu bedienen, selbst mit kalten Fingern haben diese überzeugt. Selbst, als ich eine Hand zum Abstützen am Fels benötigte, konnte ich die Kamera gut einhändig ausrichten. Natürlich habe ich den Kameragurt dabei um den Hals gehabt, da nicht wirklich sicher war, wie das Verstellen einhändig klappte. Aufgrund der Größe und der Griffigkeit der Feststellschraube am Kopf und der naheliegenden Stativplatte konnte ich das meistern. Bitte nicht ohne Kamerasicherung probieren oder erst mal im Trockenen üben!

Im ausgefahrenen Zustand (Mittelsäule voll bei 173 cm Körpergröße) in Verbindung mit der etwas leichten Sony Alpha 7 II mit Batteriegriff kann ich absolut nichts negatives schreiben. Selbst bei Wind und flatternden Kameragurt  sind nur ganz geringe Vibrationen zu erkennen.
Nach ca. 1 Stunde Entspannung im Fels konnte ich das Stativ einfach und blind zusammenbauen und unter dem Arm tragen. TOP!

An anderer Stelle musste ein Motiv vom Ufer der Talsperre Pöhl eingefangen werden. Auch hier war es für mich sinnvoll, eine längere Belichtungszeit zu nutzen. Vom Parkplatz zum Ufer waren es nur 15 Minuten, was für mich  hieß: Stativ unter den Arm. Alles leicht und klein – meine Ausrüstung konnte ich in einer kleinen Tasche verstauen.
Wasser schadet dem Rollei überhaupt gar nicht. Man sollte  aber nach dem Shooting die Gummi-Gamaschen abnehmen, damit das Wasser aus den Beinen herauslaufen kann. Selbst beim Einfahren der Beine wird etwas Wasser durch den Überdruck ausgepresst, was aber nicht heißt, dass auf eine anschließende Trocknung verzichtet werden kann.

Alles in Allem bin ich mit den Verstellmöglichkeiten des Rollei zufrieden, außer einer Sache. Die Mittelsäule. Über die Stabilität gibt es nichts zu mäkeln, aber über die Funktionalität. Mir ist es einfach nicht möglich, ohne meine Kamera an der Mittelsäule unten anzubringen, bodennahe Aufnahmen zu machen. Also war umrüsten angesagt, was sich für mich als eher nervig anfühlte, statt  beim Fotografieren die Gedanken schweifen lassen zu können. Ich kann es eigentlich nicht glauben, dass das Team von Rollei, das ja bekanntlich über sehr erfahrene Fotografen verfügt, da nicht selbst darauf kommen. Ich vermute es handelt sich dabei um eine Marketingstrategie.
Würde man einfach das Mittelrohr kürzen bzw. ein ganz kurzen Stummel beilegen, wäre das Problem der bodennahen Aufnahmen schon geklärt.

Die Mittelsäule ist derart lang, dass man auch bei
weit gespreizten Stativbeinen nicht 'ins Gras' kommt,
ohne die Kamera am anderen Ende, also
zwischen den Beinen, zu halten.

Die Lösung bieten andere Hersteller an und überzeugten mich. Vielleicht wäre dies eine Überlegung wert, wobei der 'Stummel' nicht mal unbedingt aus Carbon bestehen müsste, denn die Aluminium-Version ist sicher auch ein Leichtgewicht. Beim Testen des Einbeinstatives fällt auf, dass es sehr einfach abzuschrauben geht und dass ich das Reststativ über den Gurt meiner Umhängtasche verstauen konnte.

Mein Fazit des Tests:
Ich würde mir das Stativ selbst zulegen, auch für den Preis von annähernd 230 Euro. Für mich ist es auf unwegsamen Touren durch Stadt und Land ein treuer Begleiter geworden. Ganz besonders freue ich mich über die Leichtigkeit der Verstellmöglichkeiten und den einfach zu bedienenden Kugelkopf."

www.fotoschule-zwickau.de

Bilder von Mario Krämers Test-Tour

 

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Lesertester Gerhard Hohl

Gerhard Hohl fotografiert u. a. auch Hochzeiten und vermietet für Shootings seinen Ford Mustang 1966

© Gerhard Hohl

Gerhard Hohl
„Beim Auspacken fällt sofort as geringe Gewicht auf zusammen mit der Frage wie stabil es wohl sein mag? Aber der Reihe nach.
Die Verpackung ist wertig und zeigt auf der Außenseite alle wichtigen Informationen zur Handhabung und Einsatzmöglichkeiten. In der hochwertigen, gepolsterten Tasche mit Tragegurt befindet sich das Rollei C5i Carbon Stativ und das Zubehör, bestehend aus Fotopro-Kugelkopf, zusätzlichen Gummifüßen, Ring- und Inbusschlüssel, Lasthaken, Gürteltasche und Kameraplatte (Arca-Swiss kompatibel) sowie eine bebilderte Bedienungs- und Montageanleitung.
Die Montage des mitgelieferten Kugelkopfes ist einfach. Er wird auf der Mittelsäule mit einer Inbusschraube gegen Verdrehen oder Lösen gesichert. Das verzögert allerdings auch den Umbau zum Einbeinstativ, ist aber noch akzeptabel. An der Unterseite der Mittelsäule befindet sich ein durch Drehen versenkbares Gewinde für die Montage des Lasthakens oder der Nutzung als Einbeinstativ. Der aufgesetzte O-Ring ging allerdings im Einsatz schnell verloren. Nach der Montage wiegt das gesamte Stativ inkl. des mitgelieferten Kugelkopfes 1360 Gramm, was angenehm wenig ist.

Der Aufbau und die Höhenverstellung aller vier Segmente der Stativbeine ist durch die Drehverschlüsse einfach, wenn auch nicht so schnell wie Klemmverschlüsse. Dafür aber immer fest und es ist keine Nachstellung der Klemmkraft erforderlich. Am oberen Drehverschluss der Beine befindet sich eine Kennzeichnung der jeweiligen Drehrichtung zum Arretieren bzw. Lösen. Unter den abnehmbaren Gummifüßen befinden sich Spikes für den sicheren Stand auf entsprechenden Oberflächen. Die Mittelsäule lässt sich mittels einer Zentralmutter verstellen (auch kopfüber montieren) und zusätzlich arretieren, die Beine in drei Winkelpositionen arretiert spreizen bis hin zum flachen Einsatz (90° zur Mittelsäule). Der Kugelkopf ist leicht zu verstellen und arretiert sauber ohne Nachsinken auch bei schweren Kamera- / Objektivkombinationen.

Lediglich das Drehen (Panoramaschwenk) des
Kugelkopfes könnte gefühlt leichter sein.

Damit sind eigentlich alle Anforderungen bezüglich der Verstell-Möglichkeiten für die verschiedensten Aufnahmesituationen und -positionen abgedeckt. Auch helfen die in der Aufnahme der Kameraplatte und im Feststell-Knopf integrierten Wasserwaagen-Libellen bei der Ausrichtung der Kamera. Gut ist der integrierte Herausfallschutz der Kameraplatte. Der Arretier-Knopf des Kugelkopfes hat eine Skala von 1 bis 10, ebenso eine Gradeinteilung für die Panoramaachse. Abgerundet wird die Ausstattung durch zwei Kunststoffgriffe als Kälte- bzw. Rutschschutz. Insgesamt ist der Qualitätseindruck sehr gut bis ausgezeichnet.

Wie aber schlägt sich das Leichtgewicht im Praxiseinsatz?

Aufbau und Kamera- / Objektivmontage sind schnell gelöst, schön wenn die Objektive schon eine Arca-Swiss kompatible Stativschelle besitzen wie die für meinen Test zur Verfügung stehenden Tamron-Objektive 5-6,3/150-600 mm G2 und das neue Tamron 2,8/70-200 mm G2. Gleichzeitig aber auch eine heftige Belastungsprobe, schließlich kommen bei dem großen 150-600 Zoom mit Kamera und Batteriegriff gut 4 kg Gewicht und lange Hebel zum Einsatz. Das Ganze sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus (die massive Kamera- / Objektivkombi und das zierliche, schlanke Stativ mit dem kleinen Kugelkopf. Natürlich ist ein Einschwingen zu sehen, aber dann kehrt tatsächlich Ruhe ein und selbst mit dieser Extremkombination ist das Stativ verwendbar. Rollei selbst gibt ein Maximallast von 8 kg für das C5i Carbon an.

Auch bei anderen Motiven aus der Makrofotografie oder bei nächtlichen Langzeitbelichtungen sind keine Probleme erkennbar, man kann ja schließlich noch die Spiegelvorauslösung der Kamera einsetzen um Erschütterungen zu vermeiden oder das Stativ an dem mitgelieferten Lasthaken mit der Kameratasche beschweren um einen stabileren Stand bei Windeinfluss zu erzielen. Ein Kabelauslöser oder besser Funkauslöser (Smartphone) sind sowieso Pflicht. Aber das waren nicht wirkliche Probleme im Praxiseinsatz und die Ausbeute an scharfen Aufnahmen selbst mit 50 Megapixeln war sehr hoch. Immer von Vorteil wenn niedriges Gewicht (auf Reisen) gewünscht ist.

Neben den kompakten Abmaßen ist es praktisch, die Beine um 180° klappen zu können um bei (zuerst) durchgeschobener Mittelsäule das Stativ sehr kompakt zusammenlegen zu können (ca. 10 cm Durchmesser und 43 cm lang). Somit passt es für die Reise noch in jeden Koffer, da ja Stative nicht mehr in der Flugzeugkabine transportiert werden dürfen.

Ausgezogen kommt man auf eine Arbeitshöhe (Mitte Objektiv) von ca. 136 cm, mit ausgezogener Mittelsäule auf ca. 163 cm was allerdings nur bei leichten Kameras wirklich sinnvoll ist. Als Verbesserungsmöglichkeit kann ein etwas leichtgängiger Kugelkopf (Panoramaachse) und ein vereinfachter Umbau zum Einbeinstativ (ohne Demontage des Kugelkopfes) genannt werden, aber das ist fast schon Jammern auf hohem Niveau.

Der von Rollei genannte Preis von 249 Euro ist für die gebotene Qualität durchaus in Ordnung und das Rollei C5i Carbon Stativ erhält von mir in dieser Kombination eine klare Kaufempfehlung, vereint es doch geringes Gewicht mit hoher Stabilität als ideales Reisestativ."

 

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Lesertester Christian Jehmlich

Christian Jehmlich ist Mathematiker und Leiter des Fotoklubs Zittau. Seit über 60 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Fotografie, speziell der Landschaftsfotografie und ihren Details, sowie kulturhistorischen Objekten

© Luisa George

Christian Jehmlich
"Das Rollei C5i Carbon-Stativ ist ein sehr durchdacht konstruiertes Gerät, das für Fotos nach meinen Erfahrungen ein Optimum an schneller, zuverlässiger Bedienbarkeit, Stabilität, Belastbarkeit und geringem Gewicht darstellt.
Auch mit dem Kugelkopf lässt sich die Kamera präzise und feinfühlig positionieren. Für Videoaufnahmen sollte der Kugelkopf allerdings durch einen  3D-Videoneiger ersetzt werden, gegebenenfalls mit einem Zwischenstück zum Nivellieren.

Als sehr sinnvoll erachte ich die  verschiedenen Raststellungen der Beine und desweiteren die Beinbeweglichkeit des Statives welche sich mit einen Mutternschlüssel  justieren lässt. Dagegen ist der Umbau zum Einbeinstativ etwas langwierig, das Herausziehen der Mittelsäule und Umschrauben des Kugelkopfes sind umständlich.

Mit dem Stativ fotografierte ich in Gundremmingen an der Donau und in meiner Heimatstadt Zittau. Ich  setzte es mit einer Nikon D800 mit angesetztem Batterieteil und den Objektiven Walimex pro 2,8/12, Sigma 4-5,6/12-24, Sigma A 4/24-105, Tamron SP 2,8-4/17-35. Tokina 4,5-5,6/80-400, einem Spiegelobjektiv MTO 10/1000 und einem Orestegor 4/300 von Meyer-Optik Görlitz mit Zweifachkonverter  ein.
Die Kamera löste ich elektrisch aus, sowie  mit Spiegelvorauslösung (MUP – mirror up). Ein Einfluss des Spiegelschlages auf die Bildschärfe zeigte sich nicht.  Bei hohen oder bodennahen Aufnahmen mit am Stativ hängender Kamera musste ich Liveview benutzen. Die Steuerung der D800 durch ein über USB mit der Kamera verbundenes Androidhandy mit der App DslrDashboardapp erwies sich als unzuverlässig.

Auf hochformatige Aufnahmen verzichtete ich im Wesentlichen, da ich die Bilder in Multivsionsvorträgen und in Kalendern im Format 17:9 verwende. Bei einem Versuch mit dem Normalzoom 24-105 mm stieß ich an die Grenze der Stabilität der Schraubverbindung zwischen Kamera und Adapter. Das durch das Objektiv hervorgerufene Drehmoment war stärker als die Haftreibung zwischen Batterieteil und Adapter. Eine weitere Ursache für kleine Bewegungen ist die Schraubverbindung zwischen dem Gehäuse und dem Batterieteil. Die Arretierung des Kugelkopfes erwies sich als stabil. Für hochformatige Fotos wäre ein Schwenkwinkelgerät (wie im ehemaligen Exaktasystem) sinnvoll. Bei einer Aufnahme mit dem 80-400 mm Objektiv nutzte ich das Einbeinstativ.

Das Stativ finde ich ideal für Fototouren, der Preis ist angemessen.

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Lesertesterin Mira Buchmann

Mira Buchmann hat 2012 ihre Leidenschaft für die Fotografie entwickelt. Für ihre Landschafts- Reise- und Food-Fotos benutzt sie ihre Sony Alpha 7 II mit diversen Optiken

© Mira Buchmann

Mira Buchmann
"Auf den ersten Blick überraschte mich das kompakte Packmaß, ein aufgrund des Carbons sehr geringes Gewicht und eine hervorragende Verarbeitung. Mit nur wenigen, raschen und wirklich einfachen Griffen kann das Stativ in vielfältiger Weise auf- und umgebaut werden. Die Teleskopbeine lassen sich  mit den 'Quick T-Lock' Schnellspannringen rasch lösen, ausziehen und festspannen; das geht buchstäblich im Handumdrehen und überzeugte mich sofort. Da wackelt und knarzt nichts – im Unterschied zu meinen bisherigen Erfahrungen mit einseitig wirkenden Spannhebeln, welche die Teleskopsegmente oft nicht richtig spielfrei spannen. Die gleiche solide Ringspanntechnik kommt an der höhenverstellbaren Mittelsäule zum Einsatz. Meine anfängliche Skepsis hinsichtlich der Stabilität wegen des geringen Gesamtgewichts von nur ca. 1,3 kg war bereits nach den ersten Versuchen im Gelände und bei Wind ausgeräumt.

Der Kugelkopf lässt sich gleichmäßig und ruckelfrei einstellen und erlaubt eine schnelle Änderungen der Bildausschnitte und Bildwinkel.

Die Haltekraft ist gut und die Ausstattung mit Wasserwaagen und Libelle oft sehr hilfreich für eine rasche, korrekte Ausrichtung. Um die Stabilität temporär zu vervielfachen,  etwa für Teleaufnahmen bei kräftigem Wind, bei einer größeren/schwereren Kamera oder bei Verwendung mit einem Spektiv, kann unter der Mittelsäule an einem mitgelieferten Haken zusätzliches Gewicht eingehängt werden. Richtig pfiffig finde ich die Möglichkeit, das Dreibein- in ein Einbeinstativ verwandeln zu können. Dazu wird einfach eines der Teleskopbeine abgenommen  und unten an der Mittelsäule angesetzt. Gefreut habe ich mich darüber, dass zum Lieferumfang auch eine Packtasche, ein praktisches Gürtel-Trageholster,  Mutlifunktionsschlüssel sowie Ersatz-Gummifüße gehören.

In der Summe aller Eigenschaften überzeugt mich das Rollei C5i Carbon durch eine sehr praktische Handhabung, eine gute und durchdachte technische Ausstattung, hohe Verarbeitungsgüte und ansprechendes Design. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist dafür sicher angemessen.
Ein toller Begleiter auf Reisen!

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Lesertester Rolf Daubenberger

Rolf Daubenberger fotografiert mit seiner Canon EOS 70D am liebsten Landschaften, Tiere und Architektur

© Rolf Daubenberger

Ralf Daubenberger
"Ein Stativ für gute Ansprüche. Das Rollei Stativ C5i besticht durch seine sehr große Steifigkeit und Leichtigkeit, was als Reisestativ enorm wichtig ist. Die Bedienung ist logisch aufgebaut und die Klemmungen sind gut haltbar, also kein durchrutschen gegeben. Die Vielseitigkeit in der Anwendung ist durch den Umbau zum tragbaren Einbeinstativ am Körper bei beengten Platzverhältnissen sehr willkommen und gut praktikabel. Durch die Ausstattung mit 3D-Kugelkopf und der Schnellwechselplatte mit der großen Belastung bis zu 8 kg ist die Anpassung an alle fotografischen Ansprüche  möglich. Auch zum Ablichten von Dokumenten kann der Kugelkopf unten an die Mittelsäule angeschraubt werden und damit sind senkrechte Aufnahmen nach unten problemlos möglich. Das Stativ C5i von Rollei ist in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, daher kaufenswert."

Meine Verbesserungsvorschläge

1. Lasthaken:
Bei niedrigstem Winkel der Stativbeine (alle ganz eingezogen) stößt der Lasthaken am Boden an. Er muss also vorher abgeschraubt werden. Was lose ist, kann auch leichter verloren gehen.

2. Schnellwechselplatte:
Die Bügellasche der Zentralschraube sollte etwas schwergängig  sein, damit bliebe sie in ihrer Lage stehen und das Festschrauben der Kamera ginge flott. (Siehe Galerie-Bild Nr. 01, unten)

3. Mittelsäule: 
Diese Befestigung erfolgt durch Klemmung über den Mittelsäulen-Drehknopf. Zusätzlich kann eine weitere Klemmung durch die radiale Rändelschraube (Gewinde M6)  erfolgen. Sie ist in der Bedienungsanleitung nicht erwähnt. Diese Rändelung ist nicht sehr griffig, wie die anderen gummierten Klemmschrauben.

4. Gummikappen:
Sie sind in der Bedienungsanleitung der Stativbeine nicht erwähnt. Ihre  Funktion ist sehr gut, dass sie etwas schwer herunter zu hebeln sind, sollte erwähnt sein.

5. Zusatzhalterung:
Normal transportiere ich die Kamera am Schultertragegurt. Dort ist sie mit der 1/4-Zoll-Schraube befestigt. Um sie am Stativ zu befestigen und umgekehrt, muss diese gelöst und die Schnellwechselplatte angeschraubt werden. Dies ist umständlich. Hier wäre eine Kombilösung hilfreich.

 

 

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Lesertester Reinhard Endler

Reinhard Endler entwickelte seine Fotos noch in der Dunkelkammer, bevor er vor 12 Jahren zur digitalen Fotografie wechselt. Aktuell ist er mit einer Canon EOS 750D und einer 500D unterwegs

© Reinhard Endler

Reinhard Endler
"Gleich zu Anfang muss ich eine Anmerkung machen: Mein persönlicher Favorit wäre das Rollei C6i mit größerer Auszugshöhe! Der Grund: meine Körpergröße über 1,99 m. Dafür würde ich Mehrpreis und -gewicht akzeptieren.
 
Aber auch mit dem 'kleineren'  C5i, die sonstigen Features sind ja identisch, lässt sich hervorragend arbeiten. Es steht stabil, die Verstellmöglichkeiten  genügen allen Aufnahmesituationen, Aufbau, Ausstattung ist sehr hochwertig und praktisch. Auf Grund weiter Spreizung sind auch sehr niedrige Kamerastandpunkte  gut realisierbar. Hilfreich sind auch die beiden Wasserwaagen für senkrechte und waagrechte  Kamerapositionierung. Die Nutzungsmöglichkeit als Einbeinstativ ist ebenfalls ein sehr sinnvolles Feature. Das geringe Gewicht in Verbindung mit der trotzdem vorhandenen Stabilität ist sensationell. Für Reisen zudem vorteilhaft ist das geringe Packmaß.

Preis-/Leistungsverhältnis ist o.k., ich würde das Stativ
auch jederzeit weiterempfehlen.

Selbst würde ich mir aber,  wie bereits erwähnt,  das C6i kaufen.

Der nicht so häufig benötigte Umbau für nach unten hängenden Stativkopf kommt mir etwas umständlich vor. Das zugehörige Piktogramm zum Umbau ist unverständlich, wie insgesamt  die mitgelieferte Bedienungsanleitung  für Verbesserungen sehr viel 'Luft nach oben hat'!
Positiv  ist aber, dass die Mittelsäule nach unten mit daran montierter Kamera gesichert ist und nicht bei einer versehentlich geöffneten Klemmschraube einfach nach unten 'durchrauschen' kann!  

Herzlichen Dank an unsere Tester, dass sie sich so viel Mühe gemacht haben!

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Über den Autor
Ricarda Szola

Ricarda Szola gehört bereits seit 2003 zum Team der fotoMAGAZIN Redaktion. Die Medienfachwirtin hat jahrelange Erfahrungen im Agentur-, TV- und Verlagswesen. Sie verantwortet u. a. die Lesergalerie, koordiniert Wettbewerbe und Aktionen und ist beteiligt an der Gestaltung des Online-Auftritts.