clampod_gurt_aufmacher.jpg

© Torsten Manteufel, Marlon Beissel

Lesertest: Clampod-Set und Kameragurt Single von Rollei

Das sagen unsere Leser über das Kleinstativ und den Kameragurt
09.12.2015

Jeweils fünf Tester durften vier Wochen lang prüfen, ob das Clampod-Set so flexibel ist, wie es verspricht und ob der Single-Gurt Profi-Ansprüchen genügt

Nach unserem Aufruf zum Lesertest im September haben wir wieder viel Post von potenziellen Testern erhalten. Die Menge an Bewerbern für den Kameragurt und das Klemmstativ hielt sich die Waage und je fünf Tester kamen per Losentscheid in den Genuss, das von ihnen gewünschte Produkt vier Wochen lang zu testen und uns im Anschluss einen Testbericht und entsprechende Bilder zuzusenden. Wie immer war es sehr interessant, was jeder einzelne für Erfahrungen gemacht hat:

Testergebnisse unserer Leser hier zusammengefasst

> direkt zum Clampot-Set springen
> direkt zum Kameragurt Single springen

Das Rollei Clampod-Set

markus-lambrecht-amgelaender.jpg

Markus Lambrecht beim Testen

Markus Lambrecht beim Testen

fM-Tester MARKUS LAMBRECHT
betreibt in der Nähe von Kassel ein Fotostudio und ist auf People-Fotografie und Hochzeitsreportagen spezialisiert. Zum Test hat er seine Fujifilm X-E1, die von dem kleinen Klemmstativ problemlos gehalten wurde, und sein Smartphone benutzt.

Hier seine Erfahrungen:
„Das Rollei Clampod ist eine leichte (ca. 200 g) und sehr stabile Klemme, mit der man ein Mobiltelefon (Tablet-Halterung ist als Zubehör erhältlich) oder eine Kompakt-, System- oder leichte DSLR-Kamera universell befestigen kann.

Mit dem Clampod kann die Kamera an alle möglichen und unmöglichen Gegenstände arretiert werden.

Regalbretter, Stangen, Geländer, Türblätter usw. werden damit zu einem sicheren Stativ, ideal beispielsweise für Langzeitaufnahmen. Das Clampod ist mit verschiedenen Gummifüßen für unterschiedlichste Untergründe ausgestattet. Eine ausklappbare Klemmbacke macht es möglich, die Klammer auch an dünne Stangen zu klemmen. Der mögliche Durchmesser ist mit 16 bis 30 mm angegeben, damit passt es leider nicht mehr an einen Wäschepfosten.   
Die Klemme eignet sich natürlich auch gut für die Strobisten unter uns, ein Systemblitz ist damit sicher und stabil befestigt.

Mit Hilfe eines mitgelieferten Fußes lässt sich die Clampod auch als normales Bodenstativ verwenden, das wird dann allerdings mit der Systemkamera schon sehr wackelig und instabil.

Markus Lambrechts Fazit
„Die Rollei Clampod sieht zwar recht filigran aus, ist aber sehr stabil gebaut und gut durchdacht. Die Schraube lässt sich richtig fest anziehen und damit sicher befestigen. Ich kann mir gut vorstellen, das Produkt zu meinen Hochzeitsreportagen mitzunehmen, um beispielsweise einen Blitz fest anzubringen. Lediglich der mitgelieferte Aufbewahrungsbeutel aus Baumwolle trübt etwas den hochwertigen Eindruck des Sets, ein Beutel aus Neopren wäre hier angebracht.“

 

michael_gauger_portrait.jpg

Michael Gauger

Tester Michael Gauger

fM-Tester MICHAEL GAUGER
ist ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf. Er hat das Clampod in „freier“ Wildbahn, auf einem Reiterhof sowie bei einer Alarmübung (Tag der offenen Tür) der Freiwilligen Feuerwehr getestet. Befestigt hat er es an Brückengeländern, Stativrohren oder solo als Stativ auf dem Boden.

Sein Eindruck:
„Bereits beim Auspacken fiel mir die hohe Wertigkeit des Produkts auf. Wichtige Teile sind aus Metall gefertigt und Verbindungen stabil genietet. Bewegliche Teile sind aus nichtrostendem Messing und meines Erachtens einem Outdoor-Einsatz durchaus gewachsen. Der 360°-Kugelkopf trägt oben eine Schnellwechselplatte, deren Ausrichtung und Austausch dank griffiger Feststellschrauben schnell erledigt ist. Genauso fix ist das Stativ an diversen gewünschten Oberflächen bis 5 cm Stärke mithilfe der Klemmschaube, die einen griffigen Knebel am Ende besitzt, befestigt. Drehbare „Würfel“  mit verschiedenen Profilen im Klemmbereich sorgen, je nach Oberfläche, für recht guten Halt. Pfiffig ist auch die Möglichkeit einen Kunststofffuß anzuklipsen, um das Ganze als kleines Tischstativ zu nutzen. Als Nonplusultra findet sich noch eine Smartphone-Halterung und ein Beutel zur Aufbewahrung des gesamten Sets im Paket.

Durch die einfache Handhabung ist das Clampod im Handumdrehen installiert und justiert, die Schnellhalterung ist ebenso fix an der Smartphone-Halterung oder einer Kamera befestigt, die Feststellschraube sollte dank einer Münze (als Schraubendreher-Ersatz) bombenfest halten.

Kleines Manko: das etwas zu kurze Gewinde der Feststellschraube vom Kugelkopf.

Diese ist nach zwei Gewindegängen bereits komplett gelöst. Wer hier zu optimistisch zu Werke geht, der dürfte sie plötzlich in Händen halten oder am Boden suchen. Ist aber definitiv reine Gewöhnungssache, schließlich befand ich mich noch in der Kennenlernphase.“

Michael Gaugers Fazit
„Gut durchdachtes, kleines, stabiles Klemmstativ. Eine empfehlenswerte Variante der raschen Befestigung einer Kamera, um verwacklungsfreie Bilder oder Filme zu erhalten oder eine stabile Befestigung der Actioncam bei rasanten Unternehmungen. Die mitgelieferte Smartphone-Halterung sollte allerdings nicht bei actionreichen Fahrten eingesetzt werden, das Telefon könnte schnell verloren gehen.“

> zum Seitenanfang

torsten_manteufel_clampod_im_einsatz_5.jpg

Torsten Manteufel beim Clampod-Test

Torsten Manteufel im Einsatz

Torsten Manteufel
fotografiert häufig Outdoor und nimmt oft auch spontan eine Kamera mit. In vielen Situationen
z. B. bei Langzeitbelichtungen ist für ihn ein Stativ unerlässlich, aber oft unhandlich mitzuführen. Etwas Kleines und Leichtes musste her, da kam das Clampod gerade recht.

Sein Eindruck:
„Ich sehe das Clampod als gute Alternative zum Stativ. Es ist leicht mitzuführen, kann schnell angebracht werden und bietet starken Halt. Ich kann es bedenkenlos weiterempfehlen.

Die Schraubverbindungen sind präzise verarbeitet und lassen sich somit leichtgängig drehen. Die Verarbeitung erscheint insgesamt hochwertig. Es lässt sich an nahezu allen erdenklichen Befestigungsmöglichkeiten bis zu 5 cm Durchmesser (z. B. Geländer, Fahrradlenker, Äste) anbringen. Die Befestigung ist einfach durchzuführen und das Clampod sitzt wirklich erstaunlich fest. Eine kleine Schnellwechselplatte wird in das ¼-Zoll-Gewinde an der Unterseite der Kamera geschraubt, dazu ist eine Cent-Münze gut geeignet um die Schlitzschraube leicht anzuziehen. Mit Hilfe der Schnellwechselplatte kann die Kamera leicht mit dem Clampod gekoppelt werden und wird dazu per Hand mit einer Schraube fixiert.

Das Kugelgelenk aus Metall bewegt sich leichtgängig, so kann die Ausrichtung der Kamera leicht in alle Richtungen justiert werden.

Ich habe das Clampod zuerst mit einer leichten Kamera getestet und später mit einer schweren SLR inkl. Teleobjektiv, all das war für das Clampod kein Problem. Zusätzlich habe ich auch die mitgelieferte Smartphone-Halterung getestet, in der das Smartphone eingeklemmt wird. Das Smartphone (ich habe mit dem iPhone 5 und dem iPhone 6 getestet) sitzt dabei fest in der Halterung.“

Torsten Manteufels Fazit
"Das Clampod von Rollei bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten und überzeugt mit enormer Haltekraft. Es kann auch an Stellen eingesetzt werden, an denen Stative unmöglich platziert werden können. Gewicht und Größe sind ein großer Vorteil um es leicht mitzuführen. Das Clampod ist sehr stabil und qualitativ hochwertig bei einem Gewicht von 210 Gramm. Das Kugelgelenk ist sehr nützlich zur Ausrichtung einer Kamera.“

 

volker_ortwein_teddyshooting.jpg

Volker Ortwein beim Teddy-Shooting

Volker Ortwein beim Teddy-Shooting mit dem Clampod

fM-Tester VOLKER ORTWEIN
fotografiert gerne Landschaften und Städte. Da er bei seinen Wanderungen gerne auf ein Stativ verzichtet, war er auf der Suche nach einem praktischen Mini-Stativ, das wenig Platz braucht, gut zu verstauen ist und ein geringes Gewicht hat.

Sein Erfahrungsbericht:
„Das Clampod ist sehr wertig und sieht stabil aus. Das Gewicht finde ich passend und die Handhabung ist selbsterklärend und  einfach. Die Idee, die verschiedenen Seiten der Klemmbacken für unterschiedliche Oberflächen zu benutzen, ist gut gelungen und praktisch. Egal ob auf Brückengeländern, an Türen oder an Rohren angebracht, sie halten das Gewicht meiner DSLR (ca. 1,3 kg) sehr gut. Etwas umständlich ist dagegen das Anbringen der Klemmbacken. Beim Zudrehen wackeln sie ständig hin und her und man muss schauen, dass sie dann auch in der Position bleiben, wo man sie eigentlich haben will.

Leider lässt sich der Schnellspanner nur mit einem Schraubenzieher/Münze festziehen.

Wenn man die DSLR dann öfters von der Montageplatte abschraubt, dann lockert sich der Schnellspanner an der DSLR recht schnell. Die DSLR am Stativ festzuziehen ist auch etwas umständlich, da der Schnelllöseknauf recht nah am Kameraboden liegt. Für meinen Geschmack könnte der Abstand größer sein. Auch empfinde ich den Schnellspanner als etwas zu klein geraten. Für die Smartphone-Halterung ist er aber passend. Die Standfunktion des Clampod ist mit einer DSLR eher instabil. Wenn die DSLR nicht genau in der Waagrechten steht, kippt sie um.
Handys bzw. kleinere DSLRs dürften da eine bessere Standfestigkeit haben. Etwas Abhilfe könnte ein größerer/längerer Fuß bringen. Habe ich das Clampod z. B. an einem Geländer befestigt um Fotos von einem Fluss zu machen, dann passiert es, dass sich das Kugelgelenk etwas nach unten senkt oder dass sich die DSLR in der Wechselplatte zur Seite dreht. Dies geschieht selbst dann, wenn man die Schrauben sehr fest anzieht. Besonders auffällig ist das bei Zoom-Objektiven. Dagegen sitzt die Klemmhalterung bombenfest.“

Volker Ortweins Fazit
„Insgesamt überzeugt mich das Clampod nicht ganz. Geeignet ist es eher für Leute, die mit kleinem, leichten Equipment unterwegs sind. Mit einer DSLR und Zoom-Objektiv muss man schon sehr genau schauen, was man damit macht. Die unverbindliche Preisempfehlung von 105 Euro empfinde ich als zu hoch. Da das Clampod aber ein kleines praktisches Teilchen ist, nehme ich es sicher gerne in der Fototasche mit, denn eine Stelle zum Anklemmen findet man meistens.“

> zum Seitenanfang
 

wolfram_schneider-mombaur.jpg

Wolfram Schneider-Mombauer

Wolfram Schneider-Mombauer

fM-TESTER WOLFRAM E. SCHNEIDER
sind Stative zu sperrig. Langzeitaufnahmen sind nicht sein Thema. Das Rollei Clampod schien ihm als praktische Lösung und platzsparend in der Kameratasche.

Seine Erfahrungen:
„Die Handhabung ist „idiotensicher“ in jeder Hinsicht. Was sich mir in den verschiedenen Situationen nicht erschlossen hat, sind die vier Oberflächen der Klemmbacken. Diese sind schwer zu arretieren (kein Einrasten der jeweiligen Fläche) und damit unpraktisch.

In der täglichen Anwendung ist das Clampod leicht zu verstauen und schnell einzusetzen und sinnvolles Zubehör.
Der zusätzliche Fuß, z. B. um das Clampod auf ebenen Flächen aufzustellen, ist mit einer Sony 7R mit Batteriehandgriff und Zeiss Batis-Objektiv 1,8/85 mm schon mehr als wackelig und nicht zu empfehlen. Der Fuß ist nur sicher bei kleinen Kompaktkameras."

Sein Fazit:

Ein Schnellboot unter behäbigen Dickschiffen.

„Praktisches Zubehör für viele Situationen. Schöne Ergänzung in der Fototasche und sicher häufiger im Einsatz. Ersetzt ambitionierten Fotografen aber kein Stativ."

Der Profi-Kameragurt Single

gerold_leschke_3070a.jpg

Gerold Leschke

Gerold Leschke mit seinem neuen Kameragurt

fM-Tester GEROLD LESCHKE
freute sich, als Tester ausgewählt zu werden, da er gerade auf der Suche nach einem passenden Gurt war.

Seine Erfahrungen
"Am Anfang den Gurt am besten ohne Kamera anlegen, später geht´s auch mit recht einfach. Das Schulterpolster liegt gut auf der Schulter.

Der Unterarmgurt verhindert, dass die Polsterfläche zum Hals hochrutscht. Die Länge des Gurtes ist einstellbar, und für meine 180 cm Größe ausreichend lang.
Der Gurtschlitten läuft locker auf dem Gurt und kann bei Bedarf festgestellt werden.

Die im Waffelmuster angeordneten Luftpolster sind angenehm und lassen eine Luftzirkulation zu.

Die Verbindung zur Kamera entsteht durch einen runden „Pullring“ und eine runde Grundplatte. Die Grundplatte wird an das Stativgewinde geschraubt und dann mit dem Pullring verbunden. Der Pullring lässt sich durch drehen festsetzen, sodass ein Lösen nicht mehr möglich ist. Hier muss man einmal kurz rausfinden, welcher Ring gegen welchen verdreht werden muss, aber ansonsten eine absolut sichere Sperre. Eine weitere Sicherung gegen das zufällige Abfallen der Kamera besteht in einem weiteren kleinen Gurt, den man zwischen Kamera und Kameragurt anbringen kann.
Wenn man die Kamera vom Gurt trennt, kann die an der Kamera verbleibende runde Grundplatte als Stativplatte verwendet werden. Dies geht beim  „Arca-Swiss“-System."

Sein Fazit:
"Der Gurt ist gut zu handhaben, hat eine stabile Materialstruktur und ist über einen längeren Zeitraum gut zu tragen. Ich bin zufrieden und nutze den Gurt. Ein kleines Manko: Es wäre gut, wenn der Gurt zu einem Doppelgurt erweiterbar wäre, sodass man je nach Bedarf eine oder zwei Kameras mitführen kann."

 

marlon_beissel_coverportrait.jpg

Marlon Beissel

Tester Marlon Beissel

fM-Tester MARLON BEISSEL
war auf der Suche nach dem passenden Kameragurt für seine DSLRs, den er nun mit dem Single gefunden hat.

Seine Erfahrung
"Schon während des Auspackens war ich von dem Rollei Kameragurt überzeugt. Zu allererst fiel mir die massive, aus Metall gefertigte Kupplung auf, mit der die Kamera am Gurt befestigt wird. In einer Sekunde ist die Kamera eingerastet, und dank des „Lock“-Drehrades auch vor einem versehentlichem Öffnen gesichert. Als weitere Sicherung verfügt der Rollei Kameragurt Single über einen zusätzlichen Riemen, der als eine zweite „Absturzsicherung“ an der Kamera befestigt werden kann. Die Schulterpartie ist gut gepolstert, und sorgt für hohen Tragekomfort.
Mit meiner Kamera, einer EOS 6D mit Sigma 24-105 mm Art kommen schnell einige Kilos zusammen. Doch auch nach längerem tragen und einer Testtour durch den Wald war es immer noch sehr angenehm.
Des weiteren verfügt der Gurt über eine Lock-Funktion, mit der die Kamera am Schlitten in einer Position fixiert werden kann, sodass die Kamera nicht hin und her rutscht.
Ein gut durchdachtes Detail ist ein zusätzlicher kleiner Gurt, der unter der Schulter in der Achselhöhle verläuft, und so den Gurt an der Schulter besser fixiert. Alle Kunststoff-Clips sind aus einem hochwertigen und stabilen Kunststoff.

Ein Manko musste ich aber doch feststellen:
Da ich oft aus der Hocke fotografiere, um ungewöhnliche Blickwinkel festzuhalten, ist mir  aufgefallen, dass der Gurt, so gut er im Stand und Laufen auch sitzt, in der Hocke leicht verrutscht, und man beim Aufstehen jedes mal wieder alles zurechtziehen muss.

Hauptsächlich habe ich mich für einen Kameragurt entschieden, um die Kamera auf Hochzeiten schnell griffbereit zu haben. Und ich bin mir sicher, mit dem Rollei Kameragurt einen zuverlässigen und hochwertigen Gurt gefunden zu haben.

Ich freue mich schon, den Gurt auf der nächsten Hochzeit im Dauereinsatz testen zu können.

Sein Fazit:
Ein Top Produkt! Ich kann diesen Gurt nur empfehlen und würde ihn wieder nehmen. Wenn auch der etwas höhere Preis zuerst abschreckend wirkt, ist er immer noch günstiger als eine neue Kamera, wenn sie einem wegen eines schlecht verarbeiteten Billiggurts auf den Boden fällt.

> zum Seitenanfang

martin_dargatz_gurt_in_aktion_2.jpg

Kameragurt im Einsatz

Martin Dargatz mit dem Kameragurt Single

© Martin Dargatz

fM-Tester MARTIN DARGATZ
hatte bislang das Vorurteil, dass ein Gurt eher eine „Baumelei“ sei. Andererseits sah er schon Freunde mit solch einem Haltesystem. Die Neugier war somit geweckt, vor allem, weil ihn das Ein- und Auspacken der Kamera bei Shootings nervte.

Seine Erfahrung
"Das Einstellen und Anlegen des Gurtes ist einfach und unkompliziert. Besonders positiv ist mir gleich der gut gepolsterte Schulterbereich des Gurts aufgefallen.

Die Verarbeitung des ganzen Systems ist ordentlich und hochwertig. Der Gurtschlitten funktioniert einwandfrei, sodass man nach kurzem Druck auf „Release“ die Kamera sofort vor das Auge führen kann.

Nichts schneidet ein oder belastet zu stark, obwohl ich gleich einmal meine recht schwere Nikon F5 anhängte.

martin_dargatz_kamera_am_gurt.jpg

Kameragurt im Einsatz

Tester Martin Dargatz mit dem Kameragurt im Einsatz

© Martin Dargatz

Allerdings gibt es ein Detail, das ich mir besser wünschte:
Es ist der Lock-Unlock-Ring, der die Kamera von dem System trennt. Man weiß nicht genau, wie weit man jeweils drehen muss, um die eine oder andere Funktion einzustellen. Empfehlenswert wäre eine halbe Drehung mit deutlicher Einrastung im Endbereich.

Sein Fazit
"Insgesamt ist das System ein tolles und praktisches Zubehör, wenn man ein Shooting durchführt oder auf Fototour ist. Man hat die Hände frei und kann blitzschnell zugreifen, um sein Bild zu schießen. In Bewegung baumelt auch nichts rum, mein Vorurteil ist somit begraben. Die hochwertige Verarbeitung und der Nutzen rechtfertigen den Preis. Daher kann ich diesen Kameragurt guten Gewissens weiterempfehlen."
 

ramona.jpg

Ramona Landers

Ramona Landers

fM-Testerin RAMONA LANDERS
ist mit den mitgelieferten Gurten der Kamerahersteller unzufrieden und freute sich, den Profigurt Single zu testen.

Ihre Erfahrungen
"Der erste Eindruck, als ich ihn so vor mir liegen sah, war: 'Sieht doch schon mal ganz gut aus'.
Ich nahm mir die Bedienungsanleitung, die meines Erachtens nicht sehr ausführlich ist, und legte los.
Das Anlegen des Gurtes hat beim ersten Mal einen Moment gedauert, bis ich den Schnellverschluss im Griff hatte, aber beim 2. Mal funktionierte es problemlos. Leider sind die Markierungen etwas klein: Als Brillenträger muss ich immer zweimal schauen, in welche Richtung ich drehen muss. Aber auch hier, wenn man es ein paar Mal gemacht hat, kann man es im Schlaf. Danach noch die doppelte Kamerasicherung ran und fertig. Sehr angenehm ist das luftgepolsterte Schulterpad. Gerade, wenn man eine schwerere Kamera trägt, hat man oft das Problem, dass einem die Schulter nach einer gewissen Zeit schmerzt. Dies ist hier nicht der Fall. Auch, dass man den Gurt zusätzlich unter dem Arm fixieren kann, finde ich sehr praktisch. Etwas negativ aufgefallen ist mir der Verschluss zum Verkürzen des Gurtes.

Irgendwie rutscht der Gurt.

Er bleibt leider nicht in der gewünschten Einstellung. Bei meiner Größe von 168 cm hängt der Gurt irgendwann immer auf Hüfte, sodass das Display meiner Kamera auf meine Hüfte schlägt. Empfehlenswert ist dieser Gurt trotzdem, da er allemal sicherer ist, als die herkömmlichen Gurte.

Ihr Fazit:
Ich kann sagen, dass der Kameragurt Single ein guter Kameragurt ist. Dank seiner Luftpolsterung lässt er sich angenehm tragen. Die doppelte Sicherung ist absolut von Vorteil. Sinnvoll wäre es, den Gurt in verschiedenen Größen herzustellen. Ansonsten ein sehr schönes Teil. Den Preis würde ich allerdings etwas günstiger machen. Wenn er aus Leder wäre, dann wäre der Preis okay.
 

robert_bunk_portrait.jpg

Robert Bunk

fM-Tester Robert Bunk

fM-Tester ROBERT BUNK
hatte bislang noch keinen professionellen Kameragurt. Jedes Mal war er genervt, zwischen zwei Fotos immer wieder im Rucksack oder der Kameratasche wühlen zu müssen.

Seine Erfahrung
"Das erste Anlegen war nicht weiter schwierig, nur kann es hilfreich sein, wenn eine zweite Person beim Einstellen der Gurte hilft. Als Zusatzsicherung dient ein kleiner Gurt, der am verstellbaren Schnellverschluss und einer Gurt-Öse an der Kamera befestigt wird. Dieser Zusatzgurt besitzt in seiner Mitte allerdings einen Metallverschluss, welcher beim Transport immer wieder an die Kamera schlägt und weshalb ich ihn  abmontierte. Wenn ich den Gurt nur über dem Shirt trage, muss ich ihn schon sehr eng ziehen. Mit Jacke sitzt der Gurt besser.

Was mir sehr zusagt, ist der Position Lock.

Damit lässt sich zum Beispiel gut verhindern, dass die Kamera nach vorne schwingt, wenn man sich vorbeugt. Für meinen Test verbrachte ich einen Tag im Zoo. Meine EOS 600D mit 50 mm Festbrennweite baumelte von Anfang an am Gurt. Während des gesamten Tages merkte ich das Gewicht der Kamera kaum und auch am Abend gab es keine schmerzenden Schultern.

Mit der Qualität des Gurtes bin ich sehr zufrieden. Man kann ihn auch wunderbar alleine anlegen, allerdings kann es vorkommen, dass sich ein Gurt verdreht, wenn man zu schnell vorgeht. Und ein paar Mal kam es vor, dass mir der Gurt von der Schulter rutschte, während ich die Kamera im Anschlag hatte und mich nach vorne beugte. Ich nehme an, es lag daran, dass ich dabei auch die Schultern ein wenig nach vorne schob.
Die Verbindung von Kamera zu Gurt ist gleichzeitig eine Arca-Swiss kompatible Stativplatte.

Sein Fazit
Ich würden diesen Gurt jedem empfehlen, der nach einer Möglichkeit sucht, seine DSLR den ganzen Tag griffbereit zu haben, ohne dass sie sich zwischendurch selbstständig macht und hin und her baumelt. Es kann eine Weile dauern, bis man den Gurt komplett passend für sich eingestellt hat, aber wenn man das hinter sich hat, ist der schmerzende Rücken nach der Fototour endlich Geschichte.

Herzlichen Dank an unsere Tester, dass sie sich so viel Mühe gemacht haben!

Auszüge aus Lesertests und ausführliche Labor- und Praxistests der Experten unserer Redaktion finden Sie in jeder Ausgabe des fotoMAGAZINs. Wir helfen Ihnen mit unseren Tests, die für Sie richtige Kaufentscheidung zu treffen. Das fotoMAGAZIN erscheint monatlich und ist als
Einzelheft oder Heftabonnement oder als ePaper einzeln oder im digitalen Abonnement erhältlich. 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Ricarda Szola

Ricarda Szola gehört bereits seit 2003 zum Team der fotoMAGAZIN Redaktion. Die Medienfachwirtin hat jahrelange Erfahrungen im Agentur-, TV- und Verlagswesen. Sie verantwortet u. a. die Lesergalerie, koordiniert Wettbewerbe und Aktionen und ist beteiligt an der Gestaltung des Online-Auftritts.