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Sony RX10 III
Viel Zoom: Die RX10 III mit 2,4-4/24-600 mm Objektiv. Bild: © Sony

Die Ergebnisse aus unserem Sony RX10 III Lesertest

Testurteile aus Lesersicht
16.08.2017

Vier fM-Leser haben knapp zehn Tage lang Sonys Bridge-Kamera RX10 III testen können. Die höchste Punktvergabe gilt unter anderem dem 25fachen optischen Zoom

Elisabeth Wenzel

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Portrait Elisabeth Wenzel

Tierliebhaberin Elisabeth Wenzel macht ihre meisten Fotos auf Reisen. Da hat sie dann ihre Sony Alpha 7 dabei

© Elisabeth Wenzel

"Die Sony RX10 III ist eine Kamera, die ich nach einer guten Woche Testzeit nur ungern wieder her gebe. Sie ist enorm vielseitig. Und damit eine Kamera, mit der man für die meisten Situationen gerüstet ist. Mir kam es im Test besonders auf die Alltagstauglichkeit an: alle Fotos sind frei Hand gemacht, ohne Stativ oder ähnliche Hilfsmittel.
Der erste Eindruck sprach fast schon gegen die Sony-Bridgekamera, denn ein gutes Kilogramm in der Hand schien mir ein schwerwiegender Nachteil zu sein. Doch das Gewicht ist optimal verteilt, das Gehäuse ist sehr solide gebaut und liegt angenehm ruhig in der Hand.

Die RX10 III wirkt robust, da wackelt nichts,
da steht nichts über.

Auch auf längerer Strecke mit etlichen Höhenmetern ließ sie sich an einem gepolsterten Schultergurt bequem und kaum spürbar tragen. Durch das fest verbaute Objektiv kann auch Staub nicht so schnell eindringen. Dass sie spritzwassergeschützt ist, nehme ich ihr gerne ab, habe es aber nicht ausprobiert.
Der elektronische Sucher ist sehr genau. Der Dioptrienausgleich funktioniert, für Brillenträger wie mich sehr wichtig. Das Display ist groß und hell, die eingeblendeten Informationen sind gut lesbar. Besonders bei Videoaufnahmen ist die Klappfunktion besonders   hilfreich. Die drei Einstellringe am Objektiv für Blende und Schärfe laufen gut; allerdings habe ich in meiner Testwoche diese Einstellmöglichkeiten eher wenig genutzt.
Die wichtigsten Bedienelemente sind ergonomisch sinnvoll angeordnet und gut erreichbar. Durch diese Griffigkeit und den Zoomhebel am Auslöser lässt sich die RX10 III im Autofokusmodus fast komplett mit der rechten Hand bedienen. Das gefällt mir gut, denn wenn ich alleine unterwegs bin, muss ich mit einer Hand auch ab und zu mal die Hundeleine kontrollieren. Der Einhandbetrieb ist natürlich nicht in jeder Situation ideal, weil man vor allem bei weit ausgefahrenem Tele die Kamera mit beiden Händen einfach besser im Griff hat.

Die fast schon intuitive Bedienbarkeit ist auch gut so, denn das Menü könnte gerne etwas sinnvoller strukturiert sein.

Die dem Karton beiliegende Gebrauchsanleitung
enthält nur die nötigsten Infos.

Wie dort im Kleingedruckten beschrieben, ist es empfehlenswert, die detaillierte Online-Anleitung zu den zahlreichen Funktionen der Kamera herunterzuladen. Das habe ich leider etwas spät entdeckt. Ein altmodisch gedrucktes, gar nicht zu umfangreiches, erweitertes Handbuch hätte diese Kamera eigentlich verdient.

Trotz ihres Gewichts passte die Sony-Bridge noch in meine kleinste Kameratasche. Am Schultergurt getragen, hatte ich sie sofort zur Hand, wenn uns was Interessantes über den Weg lief. Das Einschalten allerdings könnte schneller gehen, das liegt am großen Zoombereich, der erst abgefahren wird.
Der Autofokus reagiert sehr schnell – nur bei kontrastarmen Motiven und im starken Telebereich wird er träge und es kann dauern, bis der Fokus sitzt. Manuelles Nachfokusssieren ist möglich, hilft aber nicht immer.
Auf dem beleuchtbaren Schulterdisplay hatte ich meine aktuellen Einstellungen schnell im Blick.

Gegen die jagenden Rotmilane, die bei uns sehr häufig vorkommen, hatte ich leider keine Chance. Es ist mir nicht gelungen, sie scharf und einigermaßen bildfüllend vor die Linse zu bekommen. Da hatte ich den Autofokus im großen Zoombereich überschätzt. Vielleicht ginge in diesem Bereich noch etwas – mit mehr Zeit oder Geduld.

Fasziniert hat mich dagegen die Makrofähigkeit
der Sony-Bridge.

Der Arbeitsabstand ist kurz, bei 600 mm nur 72 cm. Damit kommt man schon ziemlich nah ran! Und der Bildstabilisator zeigt dann, was er kann. Auch in der 100%- Vergrößerung ist der Fokusbereich noch scharf. Der Wegesrand wird so zur Schmetterlingswiese – das macht Spaß. Mit flatterhaften Insekten im hohen, windbewegten Gras hatte der Autofokus kein Problem. Das war neu für mich, denn bisher hatte ich gedacht, Kleintiere lägen mir nicht.

Die Bildqualität des 1-Zoll-Sensors ist richtig gut. Schon bei Offenblende sind die Bilder gestochen scharf – und das über den ganzen Brennweitenbereich. Mit ihrem riesigen Zoombereich von 24 - 600 mm und dem sehr guten  Bildstabilisator ist sie die perfekte Kamera für unterwegs: für die tägliche Hunderunde, die Wanderung am Wochenende oder die Ferienreise. Da wo kleines Gepäck gefragt ist – und die Ergebnisse trotzdem gut sein sollen.
 

Sogar als Reportagekamera kann ich mir die
Sony RX10 III gut vorstellen.

Mit 24 mm hat sie genug Weitwinkel für den Überblick; im Telebereich schafft sie das Ranholen entfernter Motive, und auch das Freistellen einzelner Personen reicht für dieses Einsatzgebiet.

Der elektronische Verschluss lässt sich lautlos auslösen; wer dann noch die Signaltöne ausschaltet, vergrämt weder Wild noch empfindliche Konzertbesucher. Mensch und Tier verhalten sich ungezwungener vor der Kamera, weil man ihnen durch den großen Telebereich nicht so dicht auf den Pelz rücken muss.

Sogar mein Mann kann sich für diesen „Alleskönner“ begeistern: sonst nur mit dem iPhone unterwegs, hatte er sich am Wochenende die Testkamera für eine Hunderunde ausgeliehen. Mit 600 mm müsste es doch ein Leichtes sein, sich an Rehwild heran zu pirschen. Und Bock und Ricke fühlten sich zwar beobachtet, doch ließen sich in ihrem Treiben nicht stören.

Eine Kamera also, die alles kann? Nicht ganz.

Durch die längere Einschaltzeit im Telebereich ist sie als Schnappschusskamera nur bei kleinen und mittleren Brennweiten  geeignet. Wirklich eine tolle Kamera, die Sony RX10 III, einfach ideal für unterwegs. Eine ganze Woche konnte ich sie nun testen, und habe noch nicht alles ausprobiert. Zum Beispiel, die Möglichkeiten, die Kamera zu individualisieren.

Mein Tipp: Wer sich trotz des recht hohen Preises zum Kauf entscheidet, der sollte für längere Touren noch einen zweiten Akku bei sich haben. Auch wenn mit 2,5 Stunden die Ladezeit nicht zu lang ist.

Danke für die Möglichkeit, diese Bridge-Kamera zu testen – es hat viel Spaß gemacht!"

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Ricarda Szola

Ricarda Szola gehört bereits seit 2003 zum Team der fotoMAGAZIN Redaktion. Die Medienfachwirtin hat jahrelange Erfahrungen im Agentur-, TV- und Verlagswesen. Sie verantwortet u. a. die Lesergalerie, koordiniert Wettbewerbe und Aktionen und ist beteiligt an der Gestaltung des Online-Auftritts.