Sony-NEX: Kompakte Systemkameras ohne Spiegel

11.05.2010

Bereits im Frühsommer bringt Sony seine ersten spiegellosen Systemkameras auf den Markt. Trotz des relativ großen Sensors im APS-C-Format sind die NEX-Modelle extrem kompakt.

NEX3_Farbvarianten_klein.jpg

Die NEX-3 ist in drei Farben erhältlich

Mit zwei Kameras startet Sony in das neue Marktsegment: Das Spitzenmodell Alpha NEX-5 ist ab Ende Juni mit 18-55-mm-Objektiv für rund 650 Euro erhältlich, die NEX-3 ab Anfang Juli für 100 Euro weniger. Die meisten Merkmale der beiden Kameras sind identisch: Sie verwenden wie die aktuelle Spiegelreflex-Generation von Sony einen 14,2-Megapixel-CMOS-Sensor im APS-C-Format (23,4 x 15,6 mm), der ISO-Werte von 200 bis 12.800 unterstützt. Er lässt sich schnell auslesen und ermöglicht Serienraten von 7 Bilder/s (ohne AF-Nachführung) beziehungsweise 2,3 Bilder/s mit Autofokus. Eine sehr hohe Auflösung von 920.000 Pixeln bringt der um 125 Grad kippbare 3-Zoll-Monitor mit. Die Kameras selber haben keinen Sucher, Sony bietet aber einen optischen Aufstecksucher für das neue 16-mm-Objektiv an. Ein elektronischer Sucher ist nicht geplant. Vermutlich aus Platzgründen besitzen die beiden NEX-Modelle keinen integrierten Blitz, Sony liefert allerdings ein Blitzgerät mit, das sich über einen Spezialanschluss (Smart Accessory Terminal) aufstecken lässt. Ansonsten sind die beiden Kameras sehr gut ausgestattet: Die üblichen manuellen und halbautomatischen Belichtungsprogramme bieten die NEX-Alphas genauso wie die auf Live-View und Kontrast-Autofokus aufbauenden Automatiken mit Gesichts- und Lächelerkennung und intelligenter Motivprogrammwahl. Wie bei einigen Kompaktkameras lassen sich mit den NEX-Modellen auf einfache Weise Schwenkpanoramen erzeugen. Zukünftig sollen sich sogar 3D-Panoramen erzeugen lassen vermutlich wird sich diese Funktion nach Markteinführung per Firmware-Update nachrüsten lassen. Auch die aus den SLRs bekannte Dynamikoptimierung  (Dynamic-Range-Optimizer) ist mit an Bord. Als Speicher können sowohl SDHC- und SDXC-Karten, als auch der Memory-Stick-Duo verwendet werden.

 

NEX5_black_SEL16F28_klein.jpg

Die NEX-5 gibt es in Schwarz und Silber - das Gehäuse hat eine Metallfront

Unterschiede beim Video

Der vielleicht entscheidende technische Unterschied zwischen den beiden Modellen zeigt sich beim Videomodus: Die NEX-5 nimmt mit voller HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel), 50 Halbbildern und im AVCHD-Format auf, die Tonspur in Dolby-Digital/AC-3. Bei der NEX-3 steht dagegen nur die kleine HD-Auflösung (1280 x 720 Pixel, 30 Bilder/s) und Ton im MPEG-4/AAC-LC-Format zur Verfügung. Externe Stereomikrofone lassen sich bei beiden Kameras anschließen. Weitere Unterschiede zwischen den neuen Modellen zeigen sich beim Gehäuse: Die NEX-5 hat die hochwertigere Magnesium-Front, bei der noch etwas flacheren NEX-3 besteht die Außenhülle aus Kunststoff. Beide Kameras sind in Schwarz und Silber erhältlich, die NEX-3 zusätzlich in Rot.

 

NEX5_black_lcd_klein.jpg

Die Monitore beider Kameras – hier die NEX-5 – sind kippbar

Drei Objektive

Zum Start des neuen Systems bringt Sony drei Objektive für das neue E-Bajonett, die für Videoaufnahmen optimiert wurden. Das 22,5 mm flache E 2,8/16 mm deckt wegen des Cropfaktors des APS-C-Sensors einen Bildwinkel ab, der 24 mm beim Kleinbild entspricht. Es lässt sich mit einem Weitwinkel- und Fisheye-Konverter erweitern (auf 20 mm und 16 mm beim KB). Das Standardzoom E 3,5-5,6/18-55 mm OSS und das Superzoom E 3,5-6,3/18-200 mm OSS sind mit einem Bildstabilisator ausgestattet OSS steht für Optical Steady Shot. Dieser befindet sich also, anders als bei den Spiegelreflexmodellen der Alpha-Serie, nicht in der Kamera vermutlich aus Platzgründen. Sony bietet einen Adapter an, der die Verwendung der Spiegelreflexobjektive für das Alpha- beziehungsweise Minolta-A-Bajonett (mit Ausnahme der Xi-Zooms) an den NEX-Kameras ermöglicht, wobei der Autofokus nicht funktionieren soll der Fotograf muss also manuell fokussieren. Da das Auflagemaß des neuen Systems lediglich 18 mm beträgt, sollten sich mit entsprechenden Adaptern fast alle Objektive verwenden lassen.

Weitere Infos von Sony-Deutschland
Video in HD-Auflösung zur NEX
 

Kits und Preise:

- NEX-3 mit 16 mm: ca. 500 Euro
- NEX-3 mit 18-55 mm: ca. 550 Euro
- NEX-3 mit 16 mm und 18-55 mm: ca. 650 Euro
- NEX-5 mit 16 mm: ca. 600 Euro
- NEX-5 mit 18-55 mm: ca. 650 Euro
- NEX-5 mit 16 mm und 18-55 mm: ca. 750 Euro
- NEX-5 mit 18-200 mm: ca. 1100 Euro (ab August)

Unverbindliche Preisempfehlung optionales Zubehör:

- Externes Mikrofon ECM-SST1: 149,00 Euro
- Objektiv-Adapter LA-EA1: 199,00 Euro
- Fischaugen-Konverter VCL-ECF1: 179,00 Euro 
- Ultra-Weitwinkel-Konverter VCL-ECU1: 159,00 Euro
- Optischer Sucher FDA-SV1: 219,00 Euro 
- GPS-Recorder GPS-CS3KA: 139,00 Euro
- Tragegurte  STP-XH1: 39,00 Euro
- Stationäres Netzteil AC-PW20: 100,00 Euro 
- Ersatz-Akku NP-FW50: 99,00 Euro
- Zubehör-Kit ACC-FWCA mit Einschlagtuch, Tragegurt, Akku und Schutztasche für die Objektivkappe: 129,00 Euro
- Memory Stick PRO Duo (MSMT16GN) mit 16 GB: 74,99 Euro
- SDHC Class 4 Speicherkarte (SF16N4) mit 16 GB: 49,99 Euro 

 

Abmessungen:

NEX-3: 117 x 62,5 x 33,4 mm
NEX-5: 118 x 58,8 x 38,2 mm
E 2,8/16 mm: Länge: 22,5 mm
E 3,5-5,6/18-55 mm OSS: Länge: 60 mm
E 3,5-6,3/18-200 mm: Länge: 99 mm

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.