Sony bringt Kamera-Module für Smartphones

04.09.2013

Mit den Kamera-Modulen SmartShot QX10 und QX100 präsentiert Sony zwei Geräte, die ein Smartphone in eine hochwertige Kompaktkamera verwandeln. Wie konnten beide bereits ausprobieren.

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Das SmartShot-Modul QX100 mit Zeiss-Objektiv und 1-Zoll-Sensor an einem Sony-Xperia-Smartphone

Die Grundidee erinnert an Ricohs GXR-System: Auch bei den Sony-Modulen sitzen Objektiv, Bildsensor und Bildprozessor in einem kompakten Modul. Anders als bei Ricoh werden sie aber nicht an ein Kompaktkamerarückteil mit Monitor und herkömmlichen Bedienelementen angesteckt, sondern kommunizieren per Wi-Fi mit dem Smartphone und werden über eine entsprechende Android- oder iOS-App (Play Memories mobile) gesteuert. Sony liefert eine Halterung mit, mit der sich die Module an den meisten Smartphones anbringen lassen, prinzipiell können sie aber auch entfesselt, also ohne physischen Kontakt mit einem Smartphone oder auch einem Tablet genutzt werden. In unserem ersten Test klappte der Verbindungsaufbau mit dem ebenfalls neu vorgestellten Sony-Xperia-Z1-Smartphone problemlos, dank NFC-Chip in beiden Geräten entfällt hierbei auch die manuelle Eingabe eines Passwortes.

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Die Halterung für das Smartphone liefert Sony mit. Hier das Modul QX10

18 und 20 Megapixel

Die beiden Module entsprechen weitgehend den Kompaktkameras RX100 II (QX100) und Cyber-shot WX200 (QX10). Das QX100 ist also mit einem relativ großen 1-Zoll-CMOS-Sensor (13,2 x 8,8 mm) ausgestattet, der 20 Megapixel auflöst. Das Carl-Zeiss-Objektiv zoomt 3,6fach(1,8-4,9/28-100 mm beim Kleinbild). Beim QX10 kommen ein kleiner ½,3-Zoll-Sensor mit 18 Megapixeln und ein 10fach-Zoom (3,3-5,9/25-250 mm beim Kleinbild) zum Einsatz. Beide Module sind mit Bildstabilisator, Lithium-Ionen-Akku (ca. 220 Aufnahmen), Stereomikrofon, Auslöseknopf, Stativgewinde, Zoomhebel und einem Speicherplatz für microSD oder Memory Stick micro ausgestattet. Das QX100 hat außerdem wie die RX100 II einen Objektivring, über den sich unterschiedliche Funktionen (beispielsweise Zoom oder ISO) steuern lassen. Neben dem Monitor fehlen den Modulen ein eigener Blitz, ein Zubehörschuh, eine HDMI-Schnittstelle und ein Raw-Modus; Videos werden mit maximal 1440x1080 Pixeln und 30 Bildern/s aufgezeichnet.
Beide Module sollen Ende September erhältlich sein; das QX100 für rund 450 Euro, das QX10 für ca. 200 Euro.

 

 

 

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eine Zoomwippe und ein Auslöser zur Verfügung

 

Das meint die Redaktion

Die Idee ist faszinierend: Zu einem moderaten Preis machen die beiden Module aus dem Smartphone eine Kompaktkamera mit Zoom und im Fall des QX100 sogar eine besonders hochwertige mit vergleichsweise großem 1-Zoll-Sensor und lichtstarkem Carl-Zeiss-Objektiv. Ganz neue Möglichkeiten vom Party-Einsatz bis zur Tierfotografie ergeben sich aus dem der Option, die Module auch entfesselt vom Smartphone bzw. Tablet zu nutzen. Keine Frage, die beiden Sony-Module gehören zu den interessantesten Innovationen des Jahres.

 

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.