Sony Alpha 7R II: Systemkamera mit 42 Megapixeln

Ab August für 3500 Euro erhältlich
10.06.2015

Überraschend hat Sony am Mittwochabend die Vollformat-Systemkamera Alpha 7R II vorgestellt. Neben der hohen Auflösung bringt sie zahlreiche weitere verbesserte Funktionen mit, darunter einen 5-Achsen-Bildstabilisator, einen schnelleren AF und 4K-Video

Gerüchte über eine neue hochauflösende Systemkamera von Sony gab es schon seit längerem. Anders als erwartet hat Sony die Auflösung gegenüber der Alpha 7R allerdings nur moderat von 36 auf 42,2 Megapixel angehoben und bleibt damit unter der Rekordmarke der Canon EOS 5DS und 5DS R. Stattdessen nutzt Sony erstmals bei einem Vollformatsensor eine BSI-Bauweise (bei Sony Exmor R genannt), bei der die lichtempfindliche Fläche durch die Verlagerung der Leiterbahnen auf die Rückseite des CMOS-Sensors erhöht wird. Auch die lückenlosen Mikrolinsen mit einer neuen Vergütung gegen Reflexionen soll dafür sorgen, dass mehr Licht eingesammelt wird. Die Kamera hat daher auch einen großen Empfindlichkeitsbereich von ISO 100 bis 25.600, der sich auf ISO 50 und bis zu 102.400 erweitern lässt. Wie gehabt verzichtet der Bildsensor für eine optimale Auflösung auf ein optisches Tiefpassfilter.

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Sony Alpha 7R II

Wie bei der Alpha 7 II hat Sony den Griff und den Auslöser ergonomischer gestaltet

Wie der Alpha 7 II hat Sony auch der Alpha 7R II einen Bildstabilisator mit Sensorshift spendiert, der auf fünf Achsen arbeitet und 4,5 Blendenstufen kompensieren soll. Um die hohe Sensorauflösung sinnvoll nutzen zu können hat Sony außerdem den Verschlussmechanismus überarbeitet, der nun geringere Vibrationen erzeugen soll. Der Verschluss ist für 500.000 Auslösungen ausgelegt. Im Silent-Modus erfolgt das Auslösen mit elektronischem Verschluss lautlos und ganz ohne Vibrationen.

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Sony Alpha 7R II

Auch der 5-Achsen-Bildstabilisator ist aus der Alpha 7 II bekannt

Neuer Autofokus
Der Autofokus soll um 40 Prozent schneller sein als beim Vorgängermodell. Sony setzt auf 399 Phasen-Detektionspixel auf dem Bildsensor und zusätzlich auf einen Kontrast-AF mit 25 Messfeldern. Der Phasen-AF soll besonders beim Einsatz von SLR-Objektiven für das A-Bajonett helfen, die per Adapter montiert werden. Serien schießt die Alpha 7R II mit Scharfenachführung und einer Frequenz von 5 Bildern/s.

4K-Video nimmt die neue Sony mit 3840 x 2160 Pixeln und bis zu 30 B/s sowie 100 MBit/s auf. Im sogenannten Super 35mm-Modus liest die Kamera nur einen Teil des Sensor aus und kommt so ohne qualitätsminderndes Pixelkombination aus. Die kleinbildäquivalente Brennweite verlängert sich dabei allerdings (1,8x Crop). Es ist aber auch möglich, 4K ohne Crop und mit Ausnutzung der gesamten Sensorfläche aufzunehmen. Full-HD zeichnet die Alpha 7R II mit bis zu 60 B/s und 50 MBit/s auf, im kleinen HD-Format (720p) sind Zeitlupen mit 120 B/s möglich. Per HDMI ist eine Ausgabe des Videosignals zur Aufzeichnung auf einem externen Rekorder möglich (Clean HDMI). Auch Timecode und verschiedene Bildprofile (unter anderem S-Log2) beherrscht die Kamera.

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Sony Alpha 7R II

Beim neuen Sensor liegen die Leiterbahnen auf der Rückseite und bestehen aus Kupfer statt Aluminium

Der große elektronische OLED-Sucher (Vergrößerung 0,78x, Grüße 0,5 Zoll) hat eine Auflösung von 2,4 Millionen Bildpunkten. Der Monitor hat wie gehabt eine Diagonale von 3,0 Zoll, eine Auflösung von 1,2 Millionen Bildpunkten und lässt sich nach unten und oben kippen. Wie die meisten aktuellen Sony-Kameras ist auch die Alpha 7R II mit Wi-Fi und NFC ausgestattet.

Die Alpha 7R II soll ab August für rund 3500 Euro erhältlich sein.

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Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.