Samsung NX1: spiegelloses APS-C-Flaggschiff

15.09.2014

Spritzwasserschutz, 28 Megapixel, 15 Bilder/s, 4K-Video ... Die Samsung NX1 verspricht Großes. Wir hatten bereits ein frühes Vorserienmodell der spiegellosen Systemkamera in der Hand

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Samsung NX1

NX1 mit dem lichtstarken 2-2,8/16-50 mm

Als kompakte Systemkamera geht die NX1 nicht durch – und das ist auch gut so. Das 550 Gramm schwere Magnesiumgehäuse fühlt sich ausgesprochen robust an und ist gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser geschützt. Mit dem optionalen Batteriegriff ED-VGNX01 kommt Profi-Feeling auf. Ungewöhnlich für eine spiegellose Systemkamera ist das Status-Display auf der Oberseite, das auch bei ausgeschaltetem Monitor die wichtigsten Einstellungen anzeigt. Apropos Monitor: Das 3,0-Zoll-OLED-Display mit 1,04 Millionen Punkten lässt sich nach oben und unten kippen. Per Touchscreen kann der Fotograf beispielsweise das AF-Messfeld setzen und auslösen. Per Augensensor schaltet die Kamera automatisch zwischen Monitor und Sucher um. Der OLED-Sucher machte auch schon bei dem frühen Vorserienmodell einen hervorragenden Eindruck: Er ist groß (kleinbildäquivalente Vergrößerung 0,7fach), hochauflösend (2,36 Millionen Punkte), stellt Kontraste gut dar und verzögert weniger als der Sucher der NX30 (laut Samsung 5 bis 10 Millisekunden). Modus- und Betriebsarten-Wahlrad sind gegen ein versehentliches Verstellen gesperrt.

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Samsung NX1

Modus- und Serienbildrad sind gegen versehentliches Verstellen gesperrt

Neuer 28-Megapixel-Sensor
Der neue CMOS-Bildsensor hat mit 28,2 Megapixeln die höchste Auflösung in der APS-C-Klasse. Durch die erstmals bei einem APS-C-Sensor verwendete BSI-Bauweise soll die lichtempfindliche Fläche gegenüber dem bisherigen 20-Megapixel-CMOS weitgehend gleich geblieben sein, die Empfindlichkeit reicht von ISO 100 bis 25.600, erweiterbar auf 51.200. Die Bildverarbeitung erledigt der neue DRIMe-V-Prozessor. Den Hybrid-AF auf dem Bildsensor hat Samsung deutlich weiterentwickelt. Er deckt 90 Prozent des Bildes ab und bringt 205 Phasen-Messfelder, davon 153 mit Kreuzsensor-Empfindlichkeit, und 209 Kontrast-Messfelder mit. Laut Samsung soll es möglich sein, Serien mit 15 Bildern/s aufzunehmen und dabei den Autofokus nachzuführen. Der schnelle Hybrid-AF kommt auch bei der Videoaufzeichnung zum Einsatz. Hierbei beherrscht die NX1 die 4K-Auflösung (4086 x 2160 Pixel mit 24 B/s), mit der etwas kleineren Ultra-HD-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) sind 30 B/s möglich, in Full-HD sogar 60 B/s. Als erste Kamera nutzt die NX1 den neuen H.265-Codec, der eine effektivere Komprimierung ermöglicht als das aktuelle H.264. Die maximale Datenrate beträgt 40 MBits/s. Unkomprimiertes Video zur Aufzeichnung auf einem externen Rekorder kann die Kamera per HDMI ausgeben (4:2:2-Farbabtastung, 8 Bit). Für den guten Ton lassen sich sowohl ein externes Mikrofon als auch ein Kopfhörer anschließen.
Schnell ist die NX1 auch beim Verschluss. 1/8000 s schafft der mechanische, mit einem elektronischem Verschluss ist sogar 1/12.000 s möglich.

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Samsung NX1

NX1 mit dem lichtstarken 2-2,8/16-50 mm

Wi-Fi und Bluetooth
Eine Selbstverständlichkeit ist bei Samsung das integrierte Wi-Fi-Modul (neuster Standard 820.11ac, 80 MBit/s) mit NFC-Chip, das auch eine Fernsteuerung der Kamera per Smartphone-App ermöglicht. Mit Bluetooth ist sogar eine zweite Funktechnologie an Bord, die für die Kommunikation mit entsprechenden Zubehörprodukten gedacht ist.
Weitere Funktionen der NX1 sind eine drahtlose TTL-Steuerung von externen Blitzgeräten per Gehäuseblitz, ein HDR-Modus, Fokus-Peaking, Belichtungsreihen (neben Helligkeit auch mit Weißabgleich und Bild-Wizard-Einstellungen). Gespeichert wird auf SD(HC/XC)-Karten (ein Kartenslot), Strom liefert ein kräftiger Lithium-Ionen-Akku.
Die Samsung NX 1 soll ab Mitte Oktober für rund 1500 Euro erhältlich sein. Daneben soll es zwei Kits geben: mit dem lichtstarken 2-2,8/16-50 mm S ED OIS und dem kleinen 3,5-5,6/16-50 mm OIS PowerZoom.

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.