Panasonic Lumix GX8: Erste MFT-Kamera mit 20 Megapixeln

Ab August erhältlich
16.07.2015

Panasonics Micro-Four-Thirds-Kamera bringt neben dem neuen Sensor auch einen Spritzwasserschutz, 4K-Video und eine doppelte Bildstabilisierung mit. Wir konnten bereits erste Bilder mit einem Vorserienmodell machen

Die Lumix GX8 fällt in allen Dimensionen etwas größer aus als ihre Vorgängerin GX7. Anders als bei dieser ist das Druckgussgehäuse mit Magnesium-Legierung nun gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser geschützt. Auch die Bedienelemente hat Panasonic überarbeitet. So gibt es jetzt zwei Einstellräder (vorne und hinten), ein Belichtungskorrekturrad und eine zusätzliche Funktionstaste auf der Vorderseite am Handgriff. Einen Gehäuseblitz bringt die GX8 nicht mit, ein Blitzschuh ist natürlich vorhanden. Der OLED-Sucher mit 2,4 Mio. Bildpunkten lässt sich wie gehabt um 90 Grad nach oben kippen. Er ist allerdings deutlich größer geworden: Die Vergrößerung im Vergleich zum Kleinbild beträgt 0,77x, womit er zu den größten Kamerasuchern gehört. Verbessert wurde auch die Austrittspupille, die nun bei 21 mm (statt 17 mm) liegt und den Einblick für Brillenträger verbessert. Der OLED-Monitor hat zwar die gleiche Größe und Auflösung wie bei der GX7 (3,0 Zoll, 1,04 Mio. Punkte), er ist nun aber frei dreh- und schwenkbar. Dank Touchscreen lässt beispielsweise das AF-Messfeld intuitiv verschieben, selbst bei Nutzung des elektronischen Suchers (Touch-Pad-Funktion).

 

Höhere Auflösung und Dual IS

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Panasonic Lumix GX8

Der Bildstabilisator der GX8 wurde deutlich weiter entwickelt. Er kann Objektiv- und Sensor-Shift kombinieren und kompensiert Bewegungen auf allen Achsen

Der neue Bildsensor soll zusammen mit dem ebenfalls neuen Vier-Kern-Bildprozessor für eine bessere Bildqualität sorgen. Neben einer höheren Auflösung (20,3 statt 16,1 Megapixel) verspricht Panasonic auch einen um 26 Prozent höheren Dynamikumfang für eine bessere Schatten/Lichter-Zeichnung. Auch die Rauschunterdrückung soll effektiver sein. Die Empfindlichkeit reicht nun von ISO 200 bis 25.600, erweiterbar auf ISO 100 (vorher nur bis ISO 12.800).

Wie die GX7 besitzt auch die GX8 einen Bildstabilisator mit Sensor-Shift, der vor allem bei Objektiven ohne Stabilisator hilfreich ist – beispielsweise vom MFT-Partner Olympus oder bei per Adapter angebrachten alten Linsen. Neu ist, dass sich Sensor-Shift und optischer Bildstabilisator in Lumix-Objektiven kombinieren lassen – Panasonic nennt das Dual IS. Einige Objektive benötigen hierfür allerdings Firmware-Updates, die sukzessive bis Anfang 2016 nachgeliefert werden sollen. Die Kombination der beiden Stabilisatoren ermöglicht bei Fotoaufnahmen den Bewegungsausgleich auf fünf Achsen. Gegenüber der GX7 soll die Stabilisierung im Weitwinkel um den Faktor 3,5 und im Tele um 1,5x effektiver sein. Bei Videos kann der Stabilisator im Objektiv (O.I.S.) mit einem elektronischen 3-Achsen-Stabilisator (E.I.S.) kombiniert werden.

 

4K für Video und Foto

Wie die neuen Kameras FZ300 und G70 bringt auch die GX8 einen 4K-Videomodus mit: Filme nimmt sie mit 3840 x 2160 Pixeln, einer Frequenz von bis zu 25 Bildern/s und einer maximalen Datenrate von 100 Mbit/s auf. Bei Full-HD sind bis zu 50 B/s möglich. Die Tonspur bei Videoaufnahmen lässt sich durch den Anschluss eines externen Mikrofons verbessern.

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Panasonic Lumix GX8

Neben der schwarzen ist auch eine schwarz-silberne Variante erhältlich

Auch die 4K-Photo-Modi findet sich in der GX8 wieder. Hierbei nimmt die Kamera in zwei Sekunden 60 Bilder auf, aus denen der Fotograf dann die besten Standbilder mit 8 Megapixeln in der Kamera speichern kann. Bei „4K-Pre-Burst“ nimmt die Kamera schon vor dem Auslösen in einen temporäreren Speicher auf und speichert eine Sekunde vor und eine Sekunde nach dem Auslösen auf der Speicherkarte. Eine besonders spannende Funktion will Panasonic Ende des Jahres per Firmware-Update nachrüsten: „4K Post Focus“ nimmt ein kurzes 4K-Video auf, bei dem die Kamera den Fokusbereich von Nah bis Fern durchfährt. In der Bildwiedergabe kann der Fotograf dann den gewünschten Schärfebereich markieren und ein Standbild mit 8 Megapixeln speichern.

 

Verbesserter Autofokus

Wie in der FZ300, GH4, LX100, FZ1000 und G70  profitiert der Autofokus von der DFD-Technologie (Depth from Defocus) und kann so die Bewegungen vorausberechnen und Motive besser verfolgen. Der AF ist außerdem extrem lichtempfindlich und funktioniert selbst bei Mondlicht (-4 EV). Außerdem beherrscht er eine Augenerkennung. Serien schießt die GX8 mit 8 Bildern/s bzw. 6 B/s mit AF-Nachführung. Bei der manuellen Scharfstellung hilft das Fokus-Peaking. Der mechanische Verschluss schafft 1/8000 s, ein elektronischer Verschluss sogar 1/16.000 und das komplett lautlose Auslösen. Das integrierte Wi-Fi-Modul ermöglicht die Fernsteuerung der Kamera per Smartphone/Tablet-App. Eine Fernsteuerung ist auch über eine USB-Verbindung aus Adobes Lightroom möglich („Tethering“). Die aufgenommen Bilder werden dann auch gleich in den Lightroom-Katalog importiert. Weitere Funktionen sind Zeitrafferaufnahmen, 360-Grad-Panoramen, Wi-Fi mit NFC, die Raw-Entwicklung in der Kamera und eine elektronische Wasserwaage.

Die Lumix GX8 ist ab August in den Farben Schwarz oder Schwarz-Silber erhältlich. Der Preis liegt voraussichtlich bei rund 1200 Euro.

 

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Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.