Panasonic Lumix FZ300: Bridgekamera mit Spritzwasserschutz und 4K-Video

Ab September erhältlich
16.07.2015

Panasonic hat die populäre FZ200 weiterentwickelt: Die FZ300 kommt jetzt mit Spritzwasserschutz, 4K-Video, größerem Sucher, Touchscreen, verbessertem Bildstabilisator und Wi-Fi. Wir konnten uns bereits einen ersten Praxiseindruck verschaffen

Die FZ300 überrascht beim Erstkontakt mit einem neuen etwas kantigeren Design, das sich an die Systemkamera G70 anlehnt. Das Gehäuse ist im Vergleich zur Vorgängerin etwas größer geworden und nun gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser geschützt. Auch die Anordnung der Bedienelemente ähnelt der G70. So befindet sich der Fokusumschalter (AFC, AFS, MF) nun auf der Rückseite und das Daumenrad wurde weiter nach oben verlagert. Am Objektiv befindet sich ein zweites Wahlrad, sodass sich beispielsweise Blende und Verschlusszeit getrennt einstellen lassen.

Bildsensor und Objektiv sind bereits aus der FZ200 bekannt: Auch FZ300 ist mit einen 12-Megapixel-CMOS im kleinen 1/2,3-Zoll-Format (6,2 x 4,7 mm) und einem lichtstarken 24fach-Zoom mit Leica-Label ausgestattet (2,8/25-600 mm beim Kleinbild). Die Bildqualität soll trotzdem etwas besser geworden sein, da ein neuer Bildprozessor zum Einsatz kommt.

panasonic_lumix_fz300_splash.jpg

Panasonic Lumix FZ300

Das Gehäuse ist spritzwassergeschützt

Ein deutlicher Fortschritt zeigt sich beim Blick durch den OLED-Sucher, der jetzt die gleiche Größe hat wie in der G70 (KB-äquivalente Vergrößerung 0,7x statt 0,46 x). Die Auflösung hat ebenfalls leicht zugelegt (1,4 statt 1,3 Mio. Bildpunkte) kommt aber nicht an die G70 heran (2,4 Mio. Punkte). Auch den Monitor hat Panasonic verbessert. Er hat wie sein Vorgänger eine Diagonale von 7,5 cm (3,0 Zoll) und lässt sich drehen und schwenken. Die Auflösung wurde aber deutlich von 460.000 auf 1,04 Mio. Bildpunkten erhöht. Neu ist der Touchscreen. Damit lässt sich beispielsweise das AF-Messfeld verschieben, selbst dann, wenn der elektronische Sucher genutzt wird (Touchpad-Funktion). Zwischen Monitor und Sucher schaltet jetzt ein Augensensor um.

Verbessert hat Panasonic auch den Autofokus. Er ist nun wie bei der FZ1000 und einigen G-Systemkameras mit der DFD-Technologie (Depth from Defocus) ausgestattet, welche die Fokussierrichtung anhand von zwei unscharfen Aufnahmen berechnen kann. Vor allem das AF-Tracking im Telebereich soll vom DFD-AF profitieren. Serien schießt die FZ300 mit bis zu 12 Bildern/s, mit AF-Nachführung bringt sie es nun auf 6 (FZ200: 5,5) Bilder/s. Der mechanische Verschluss schafft eine kürzeste Belichtungszeit von 1/4000 s, mit elektronischem Verschluss ist auch 1/16.000 s möglich.

 

4K-Video mit Post-Focus

panasonic_lumix_fz300_slant2.jpg

Panasonic Lumix FZ300

Das Einstellrad am Objektiv ist neu

Die FZ300 ist bereits die sechste Panasonic-Kamera mit 4K-Video: Sie nimmt Bewegtbilder mit 3840 x 2160 Pixeln, einer Frequenz von bis zu 25 Bildern/s und einer maximalen Datenrate von 100 Mbit/s auf. Bei Full-HD sind bis zu 50 B/s möglich. Zeitlupenaufnahmen gelingen mit 100 Bildern/s (1280 x 720 Pixel) oder 250 B/s (640 x 480 Pixel). Die Tonspur bei Videoaufnahmen lässt sich durch den Anschluss eines externen Mikrofons verbessern.

Für Fotografen sind die 4K-Photo-Funktionen interessant. Wie die Lumix G70 nimmt die FZ300 dabei in zwei Sekunden 60 Bilder auf, aus denen der Fotograf dann die besten Standbilder mit 8 Megapixeln in der Kamera speichern kann. Bei „4K-Pre-Burst“ nimmt die Lumix schon vor dem Auslösen in einen temporäreren Speicher auf und speichert eine Sekunde vor und eine Sekunde nach dem Auslösen auf der Speicherkarte. Eine besonders spannende Funktion will Panasonic Ende des Jahres per Firmware-Update nachrüsten: „4K Post Focus“ nimmt ein kurzes 4K-Video auf, bei dem die Kamera den Fokusbereich von Nah zu Fern durchfährt. In der Bildwiedergabe kann der Fotograf dann den gewünschten Schärfebereich markieren und ein Standbild mit 8 Megapixeln speichern.

Der Bildstabilisator arbeitet bei Full-HD-Videoaufnahmen jetzt noch effektiver und kann durch die Kombination von optischer und elektronischer Stabilisierung Bewegungen auf 5-Achsen ausgleichen. Panoramen nimmt die FZ300 nun auch mit 360 Grad auf (8176 x 960 Pixel). Eine weitere Neuerung gegenüber der FZ200 ist das integrierte Wi-Fi-Modul, das neben der drahtlosen Bildübertragung auch die Fernsteuerung per Smartphone/Tablet-App ermöglicht. Weitere Merkmale sind Zeitrafferaufnahmen, die Raw-Bearbeitung in der Kamera, eine Akkukapazität von 580 Aufnahmen, eine Augenerkennung und Fokus-Peaking.

Die FZ300 ist ab September für voraussichtlich rund 600 Euro erhältlich.

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.