Panasonic GH4 mit 4K-Video und zahlreichen Verbesserungen

07.02.2014

Panasonic hat sein Flaggschiff aktualisiert: Die Lumix GH4 nimmt als erste spiegellose Systemkamera Videos mit 4K-Auflösung auf und bringt einen verbesserten Autofokus mit.

GH4_H_HS12035_slant_LCD.jpg

9 mm und ist 560 g schwer (mit Akku)

Die GH4 wurde gegenüber der GH3 in fast allen Punkten verbessert. Sie nutzt nach wie vor einen 16-Megapixel-Sensor im Micro-Four-Thirds-Format, der sich nun aber deutlich schneller auslesen lassen und den Rolling-Shutter-Effekt bei der Foto- und Videoaufzeichnung mit elektronischem Verschluss reduzieren soll. Ein neues Tiefpassfilter soll außerdem eine um fünf Prozent höhere Auflösung ermöglichen. Ein Blendenfilter kann die Schärfe je nach Frequenzbereich variieren und soll damit für einen räumlicheren Bildeindruck sorgen. Im Zusammenspiel mit dem neuen Bildprozessor Venus Engine 9AHD, der mit einer Quad-Core-CPU arbeitet, soll die GH4 den Gradationsumfang in den niedrigen Empfindlichkeitsstufen um maximal 1/3 Stufe verbessern. Langzeitbelichtungen können nun bis zu einer Stunde dauern, wobei eine verbesserte Rauschunterdrückung zum Einsatz kommt.

GH4_H_HS12035_top.jpg

es lässt sich aber auch ein externes anschließen

Schnellerer Autofokus

Beschleunigt hat Panasonic auch den Autofokus: Die neue DFD-Technologie (Depth from Defocus) ist in der Lage, den Abstand zum Motiv zu ermitteln. Der schnelle Autofokus kommt auch Serienbildern zugute. So kann der GH4 nun 12 B/s schießen (40 Raws der 100 JPEGs in Folge) und erreicht mit Autofokusnachführung immer noch 7 B/s (GH3: 4,2 B/s). Zur Verfügung stehen nun 49 Messfelder und eine Augenerkennung. Ein Augensensor sorgt dafür, dass die Fokussierung schon beginnt, wenn die Kamera ans Gesicht geführt wird. Für problemloses Fokussieren bei wenig Licht sorgt ein Messbereich bis -4 EV.
Der Sucher basiert nach wie vor auf OLED-Technologie hat jetzt aber eine Auflösung 2,359 Millionen Punkten, die Vergrößerung bleibt bei 0,67fach. Neue optische Elemente sollen die Darstellung am Bildrand verbessern. Ein Pluspunkt ist außerdem der hohe Kontrast von 10.000:1. Eine deutlich höhere Auflösung hat auch der Dreh- und Schwenkmonitor, der bei einer Diagonale von 3 Zoll (7,5 cm) 1,036 Millionen Punkte darstellt. Wie bei Panasonic üblich, ist der Monitor als Touchscreen ausgelegt. Eine drahtlose Bildübertragung oder Fernsteuerung der Kamera ist per Wi-Fi möglich, zum einfacheren Verbindungsaufbau wurde ein NFC-Chip integriert.

GH4-Mg-front_side.jpg

Das Magnesiumgehäuse ist gegen Staub- und Spritzwasser geschützt

4K-Video

Als erste spiegellose Systemkamera nimmt die GH4 Videos in 4K-Auflösung auf. Die maximal Auflösung beträgt 4096 x 2160 Pixel (Cinema 4K mit 24 B/s), im 16:9-Format liegt sie bei 3840 x 2160 Pixeln (max. 30 B/s). Bei der 4K-Auflösung hat sich Panasonic von dem ansonsten verwendeten AVCHD-Format verabschiedet und setzt nun auf Quicktime/MOV oder MP4 als Container. AVCHD steht aber noch für Full-HD-Videos mit bis zu 60 B/s zur Verfügung. Die Datenrate liegt bei einer Bildgruppenkomprimierung (IBP) bei maximal 100 Mbit/s. Lediglich bei Full-HD steht eine Einzelbildkomprimierung (All-I) zur Verfügung, die Datenraten bis 200 Mbit/s ermöglicht. Über HDMI kann die Kamera Videomaterial mit einer 4:2:2-Abtastung und 10 Bit ausgeben, beispielsweise zur Aufzeichnung mit einem externen Rekorder. Bei der Aufzeichnung auf SD-Karte bleibt die Abtastung bei 4:2:0 und 8 Bit. Zeitrafferaufnahmen sind mit bis zu 1,4facher, Zeitlupen mit bis zu 4mal langsamer Geschwindigkeit möglich. Als Zubehör bietet Panasonic unter anderem das Videointerface DMW-YAGH an, das SDI-Ausgänge und XLR-Eingänge bereithält.
Weitere Feature der GH4 sind ein spritzwassergeschütztes Magnesium-Gehäuse, ein Verschluss, der für 200.000 Auslösungen ausgelegt ist, geräuschloses Auslösen mit elektronischen Verschluss, eine kürzeste Verschlusszeit von 1/8000 s, eine Akkukapazität von 500 Aufnahmen, eine Mikrofonschnittstelle und Raw-Bearbeitung in der Kamera.
Einen präzisen Preis und ein Verfügbarkeitsdatum für die GH4 nannte Panasonic noch nicht, wir tippen aber auf knapp 2000 Euro. Die Lumix GH3 soll als Schwestermodell auf dem Markt bleiben.

Neuer Blitz

Neben der GH4 hat Panasonic auch den neuen Systemblitz DMW-FL580L vorgestellt. Er hat eine Leitzahl von 58, leuchtet Bildwinkel von 12-100 mm aus (7 mm mit Streuscheibe) und besitzt eine LED-Dauerleuchte. Den Preis gab Panasonic noch nicht bekannt.

 

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.