Nikon stellt DX-Flaggschiff D500 vor

Ab März für ca. 2330 Euro erhältlich
06.01.2016

Die lange erwartete Nachfolgerin der D300s ist da: Die professionelle D500 übernimmt viele Merkmale der gestern vorgestellten D5

Immer wieder gab es Gerüchte über eine Nachfolgerin der professionellen DX-Kamera D300s vom August 2009. Dass diese nun nicht D400, sondern D500 heißt, deutet auf die Verwandtschaft mit der Vollformat-SLR D5 hin, die ebenfalls im März auf den Markt kommen soll. Tatsächlich hat Nikon zahlreiche Schlüsseltechnologien der großen Schwester übernommen. Dazu gehört der Autofokus mit 153 Messfeldern, davon 99 Kreuzsensoren (bei f/8 noch 15 Messfelder), und einer Empfindlichkeit bis -4 EV beim mittleren Messfeld. Gegenüber der D5 hat die D500 wegen des kleineren Sensors die bessere Randabdeckung, die in der Horizontalen fast komplett bis an den Bildrand reicht. Bemerkenswert ist auch das neue automatische AF-Finetuning, das auf einfache Weise Korrekturinformationen für verschiedene Objektive erfasst und speichert.

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D500 AF

Das AF-Modul deckt fast die gesamte Horizontale ab. Das mittlere Messfeld ist bis -4 EV empfindlich, die anderen Messfelder bis -3 EV

Nikon

Auch der Videomodus ähnelt dem in der D5 identisch: Dank EXPEED-5-Bildprozessor beherrscht er die 4K-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) mit bis zu 30 B/s (25 und 24 B/s sind ebenfalls möglich). Allerdings kann die D500 bis zu ca. 30 Minuten 4K aufnehmen, während die D5 nur 3 Minuten in dieser hohen Auflösung beherrscht. Bei Full-HD liegt die Frequenz bei maximal 60 B/s. Bei der Full-HD-Videoaufzeichnung lässt sich ein elektronischer Bildstabilisator zuschalten (auch dies ist ein Vorteil gegenüber der D5). Audio-Ein und -Ausgänge sind vorhanden und das Video lässt sich auch unkomprimiert per HDMI ausgeben. Zeitrafferaufnahmen kann die Kamera als 4K-Video speichern.

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Nikon D500

Nikon D500 mit beweglichem 3,2-Zoll-Touchscreen. Ein neuer Joystick hilft beispielsweise dabei das AF-Messfeld zu verschieben

Neuer Bildsensor

Der Bildsensor hat die übliche DX- beziehungsweise APS-C-Größe (23,5 x 15,7 mm) löst aber etwas geringer aus als in der D7200 oder D5500 (20,9 statt 24,2 Megapixel). Dafür ist die Empfindlichkeit besonders hoch: Sie reicht regulär bis ISO 51.200, und lässt sich ISO 50 bzw. bis ISO 1,64 Mio. erweitern – Rekord bei einer APS-C-Kamera.

Der Touchscreen-Monitor entspricht bei Größe und Auflösung ebenfalls dem in der D5 (3,2 Zoll, 2,36 Mio. Punkte), er ist aber beweglich gelagert und lässt sich knapp 90° nach unten und ca. 120° nach oben klappen (nicht schwenkbar). Der Sucher hat eine Vergrößerung von 1,0x (umgerechnet auf das Kleinbild 0,66x) und ist damit etwas größer als in der D7200 oder D300s. Erstmals hat Nikon in deiner APS-C-Kamera den Gehäuseblitz weggelassen. Mit externen Blitzen liegt die kürzeste Synchronzeit bei 1/250 s. Der Verschluss schafft 1/8000 s und ist für 200.000 Auslösungen getestet. Stärken zeigt die D500 bei Serienbildern: Sie schießt bis zu 10 Bilder/s mit AF-Nachführung; der Pufferspeicher ist für 200 Raws in Folge ausgelegt (14 Bit verlustfrei komprimiert, 79 unkomprimierte Raws in Folge). Die D500 hat zwei Speicherkarteneinschübe: Gespeichert wird auf XQD- oder SD(HC/XC)-Karten, wobei auch der neue UHS-2-Standard unterstützt wird.

Übertragungstechnik „SnapBridge“

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Nikon D500

Die Nikon D500 hat keinen eingebauten Gehäuseblitz

Eine Besonderheit ist die Integration von Bluetooth LE (Low Energy) zum schnellen Verbindungsaufbau mit einem mobilen Gerät: „SnapBridge“ nennt Nikon die Technologie, die eine sofortige und permanente Bildübertragung auf Smartphone oder Tablet ermöglicht, ohne dass die Verbindung jedesmal neu aufgebaut werden muss. Wi-Fi mit NFC-Verbindungsaufbau ist ebenfalls an Bord. Für eine besonders schnelle Übertragung, auch auf einen FTP-Server, bietet Nikon den Transmitter WT-7A an (ca. 935 US-Dollar). Weitere Besonderheiten sind die USB-3.0-Schnittstelle, leises Auslösen und der neue Belichtungsmesssensor mit 180.000 Pixeln.

Die D500 soll ab März für rund 2330 Euro erhältlich sein, mit dem AF-S 16-80 mm für ca. 3330 Euro.

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Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.