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Sony Alpha 7 III
Bild: Andreas Jordan

Sony Alpha 7 III: Runderneuerte Vollformat-Kamera

Preis: ca. 2300 Euro (aktualisiert)
27.02.2018

Sony hat seine preiswerteste Vollformat-Kamera aktualisiert. Die Alpha 7 III übernimmt einige Funktionen des Flaggschiffs Alpha 9, ist mit rund 2300 Euro aber deutlich günstiger. Wir hatten bereits die Gelegenheit zu einem ersten Test.

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Sony Alpha 7 III

Die Alpha 7 III bringt nun auch einen Joystick zum Verschieben des AF-Messfeldes mit.

Foto: Andreas Jordan

Äußerlich ist die Alpha 7 III weitgehend identisch mit der Alpha 7R III. Im Vergleich zur Vorgängerin Alpha 7 II ist der Handgriff etwas größer geworden und es sind ein Joystick und eine AF-On-Taste hinzugekommen – damit liegt die Kamera auch mit größeren Objektiven gut in der Hand und lässt sich besser bedienen als ihre Vorgängerin. Gegen Spritzwasser ist die neue Alpha ähnlich gut geschützt wie die Alpha 7R III, der Verschluss reicht allerdings nicht an die teurere Kamera heran: Er ist für 200.000 Auslösezyklen ausgelegt, bei der Alpha 7R III sind es 500.000.

Der Monitor (7,5 cm Diagonale, 922.000 Punkte Mio. Punkte) erlaubt nun auch die Touch-Bedienung, bspw. das Setzen des AF-Messfeldes (aber nach wie vor keine Menü-Bedienung per Touch). Der Sucher hinterließ beim Praxistest einen sehr guten Eindruck: Er löst wie in der Alpha 7 II 2,4 Millionen Punkte auf, hat aber eine Vergrößerung von 0,78x statt 0,71x. Die Bildwiederholfrequenz liegt bei 60 Bildern/s.

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Sony Alpha 7 III

Sony Alpha 7 III mit FE 2,8/70-200 mm bei IS0 4000 mit Dauerlicht.

Foto: Andreas Jordan

Neuer Bildsensor

Beachtlich sind die Neuerungen bei weiteren inneren Werten. So wurde der Bildsensor neu entwickelt. Er löst zwar nach wie vor 24,2 Megapixel auf, ist nun aber rückseitig belichtet (BSI-Bauweise), was die Lichtausbeute verbessert und sich in der Erweiterung der Empfindlichkeit bemerkbar mach: Regulär sind 100 bis 51.200 möglich, per Erweiterung bis zu 204.800 und nach unten ISO 50. Neue Bildverarbeitungsalgorithmen sollen außerdem für bessere Hauttöne sorgen. Die Raw-Dateien haben eine Farbtiefe von 14 Bit und es steht ein komprimierter und ein unkomprimierter Modus zur Verfügung. Anders als beim Flaggschiff Alpha 9 verzichtet der Sensor allerdings auf integrierten DRAM-Speicher (kein Stacked-CMOS), was zur Folge hat, dass er sich nicht ganz so schnell auslesen lässt und es bei Videos bzw. Aufnahmen mit elektronischem Verschluss eher zu Rolling-Shutter-Effekten kommen kann.

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Sony Alpha 7 III

Sony Alpha 7 III: Im Gegensatz zur Alpha 9 ist das Moduswahlrad nicht gesperrt.

Bild: Andreas Jordan

Der 5-Achsen-Bildstabilisator wurde ebenfalls verbessert; er kompensiert nun 5 statt 4,5 Blendenstufen. Weitere Verbesserungen verspricht Sony beim Phasen-Detektions-Autofokus. Er hat 693 Messfelder wie in der Alpha 9 und deckt 93 Prozent des Bildfeldes ab (Alpha 7 II: 117 Messfelder); hinzu kommen 425 Kontrast-Messfelder. Der Augen-Autofokus führt die Schärfe nun bei AF-C nach. Den Serienbildmodus hat Sony von 5 auf 10 Bilder/s (8 mit Live-Live-View) beschleunigt, der Puffer reicht für 117 Aufnahmen – hier ist noch die größte Lücke zur Alpha 9, die 20 Bilder/s schafft und einen Puffer für 362 Aufnahmen hat. Lautlose Aufnahmen mit elektronischem Verschluss sind auch bei Serienbildern möglich.

4K-Video mit S-Log

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Sony Alpha 7 III

Sony Alpha 7 III mit FE 2,8/70-200 mm bei IS0 400.

Foto: Andreas Jordan

Die Alpha 7II beherrschte noch kein 4K – das hat sich bei der Nachfolgerin geändert. Die Alpha 7 III überbietet hier sogar die Alpha 9. So unterstützt sie S-Log2/3 und 4K-HDR mit Hybrid Log Gamma-Profil (HLG). Von der Alpha 9 bekannt ist das Full-Pixel-Readout in 6K (20 Megapixel), das auf 4K heruntergerechnet wird. Bei 4K liegt die maximale Bildrate bei 30p, in Full-HD bei 60p. Im S&Q-Modus sind Frequenzen von 1p bis 120p für Zeitraffer und Zeitlupen in Full-HD einstellbar.

Eine neue Bestmarke erreicht die Alpha 7 III bei der Akkulaufzeit, die mit dem neuen Z-Akku 710 Aufnahmen erreicht – selbst die Alpha 9 schafft nur 480 Bilder mit einer Ladung. Der Batteriegriff VG-C3M ist kompatibel. Als Speicher stehen zwei SD-Karten-Slots zur Verfügung, von denen einer UHS-II-kompatibel ist. Die Datenschnittstelle entspricht dem schnellen USB-3.1/USB-C-Standard und für die drahtlose Bildübertragung steht Wi-Fi zur Verfügung, auch Bluetooth (Version 4.1) ist an Bord. Die Alpha 7 III lässt sich vom PC mit der Imaging Edge-Software fernsteuern; Version 1.1 soll deutlich schneller geworden sein.

Die Alpha 7 III ist ab April für rund 2300 Euro erhältlich, im Kit mit dem FE 3,5-5,6/28-70 mm OSS werden 2500 Euro fällig.

Aktualisiert: Galerie erweitert um Vergleiche der Spezifikationen:

 

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Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.