Sigma steigt in den spiegellosen Markt ein: sd Quattro

Zwei Modelle mit unterschiedlichen Sensorgrößen
23.02.2016

Die beiden Wechselobjektiv-Kameras sd Quattro und sd Quattro H warten mit hohen Auflösungen auf

Sigma ist den naheliegenden Schritt gegangen und hat eine Kamera entwickelt, die eine Mischung aus der Spiegelreflex SD1 Merrill und den Kompaktkameras der dp-Quattro-Serie ist. Heraus kam eine spiegellose Systemkamera mit dem Sigma-Bajonett SA, und zwar gleich in zwei Versionen: Die „sd Quattro“ besitzt einen APS-C-großen Sensor (23,5 x 15,5 mm) mit effektiv rund 29 Megapixeln, die „sd Quattro H“ einen etwas größeren APS-H-großen Sensor (26,6 x 17,9 mm) mit effektiven 44,8 Megapixeln.

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Sigma sd Quattro dp H spiegellose Systemkamera Foveon Direktbildsensor

Die "kleine" Sigma sd Quattro, die neue spiegellose Systemkamera mit Foveon Direktbildsensor

© Sigma

Sigma setzt weiterhin auf den firmeneigenen Foveon-Sensor in der X3-Quattro-Variante, das heißt die drei Schichten von Photodioden haben ein Pixel-Verhältnis von 1:1:4 (unten:Mitte:oben). Der Direktbildsensor verzichtet auf ein Tiefpassfilter und kann Farben sehr akkurat erfassen. Laut Sigma entsprechen die 29 Megapixel der „kleinen“ sd etwa herkömmlichen 39 Megapixeln, die 44,8 der H-Variante rund 51 Megapixeln. Der ISO-Bereich geht jeweils von 100 bis 6400.
Um die Datenmengen zu verarbeiten, finden sich im Inneren des Gehäuses aus einer Magnesiumlegierung zwei separate TRUE-III-Bildprozessoren. Sie bringen die sd auf eine Serienbildgeschwindigkeit von 3,6 Raws/s und bis zu 14 Bildern in Folge bei höchster Auflösung (sd H: bis zu zehn in Folge). Raws werden mit einer Farbtiefe von 14-bit aufgezeichnet, bei Bedarf lassen sie sich direkt im Kameragehäuse unter einigen Kriterien zu JPEGs entwickeln. Raw- und JPEG-Aufzeichnung sind auch parallel möglich. Gespeichert wird auf SDXC-Karten.

Im Super-Fine-Detail-Modus werden (vornehmlich von statischen Motiven) in schneller Folge sieben Aufnahmen gemacht, die mit der Software Sigma Photo Pro zu rauschfreien Bildern mit weitem Dynamikumfang verrechnet werden sollen.
Neben zwei Displays auf der Rückseite – eines 3 Zoll groß mit 1.620.000 Bildpunkten, das andere LCD kleiner als Status-Display mit den wichtigsten Aufnahmeinformationen – haben die gleich großen sd-Modelle einen elektronischen Sucher. Er löst rund 2.360.000 Bildpunkte auf, zeigt nahezu 100 Prozent des Bildes an und bietet eine 1,09fache Vergrößerung. Die Verschlusszeiten reichen von 1/4000 bis 30 Sekunden. Die Gehäuseabmessungen betragen 147 x 95,1 x 90,8 mm.

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Sigma sd Quattro dp H spiegellose Systemkamera Foveon Direktbildsensor PG-41

Sigma PG-41 zur sd Quattro (H)

© Sigma

An das speziell abgedichtete Sigma-Bajonett lassen sich alle Objektive der Art-, Sport- und Contemporary-Linien anschließen. Die sd Quattro besitzt einen Cropfaktor von 1,5, die Quattro H einen von 1,3. Dichtungen schützen die Modelle vor Staub und Nässe. Zur Scharfstellung nutzt das Pärchen einen Hybrid-Autofokus mit neun größenverstellbaren AF-Sensoren, die ab Lichtwert -1 EV arbeiten. AF-Hilfslicht und Gesichtserkennung sind ebenfalls an Bord, genauso wie Focus-peaking zur Kontrolle des scharfgestellten Bereichs.
Die erwähnte Photo-Pro-Software für den Heimrechner wird durch die Capture-Pro-Software ergänzt. Letztere ermöglicht via USB das Einstellen und Auslösen der Kamera beispielsweise im Studio. Als Anschlüsse stehen ein HDMI-Typ-C-Port, ein USB-3.0-Micro-B-Port und ein Kabelauslöseranschluss zur Verfügung.

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Sigma sd Quattro dp H spiegellose Systemkamera Foveon Direktbildsensor EF-630

Blitzgerät EF-630 zur Sigma sd Quattro H

© Sigma

Ein Blitzgerät ist nicht eingebaut, aber ein Blitzschuh, in dem beispielsweise das ebenfalls vorgestellte Blitzgerät EF-630 Platz findet. Dafür gibt es auch ein USB-Dock FD-11, um neue Firmware aufzuspielen.
Strom beziehen die sd-Kameras von einem Li-Ion-Akku BP-61. Gleich zwei davon passen in den Batteriegriff PG-41, sodass mit drei Akkus auf Fototour gegangen werden kann. Auch ein Netzbetrieb ist möglich. Zu der Anzahl von Aufnahmen pro Akkuladung gab es bislang keine Angaben.
Bei Redaktionsschluss standen von den Neuheiten weder die Erscheinungstermine noch die Preise fest.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Technikredakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.