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Pentax KP
Pentax KP
Bild: Ricoh

Ricoh Pentax KP: Kompakte Retro-SLR mit APS-C-Sensor

Ab Februar für ca. 1300 Euro erhältlich
26.01.2017

Durch ihr Retrodesign und ein neues Bedienkonzept hebt sich die Pentax KP von der Masse der Spiegelreflexkameras ab. Verbessert wurde der Bildsensor, der nun Empfindlichkeiten bis ISO 819.200 unterstützt

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Pentax KP

Der Monitor lässt sich ausklappen

Bild: Ricoh

Die KP lehnt sich beim Design an klassische Pentax-Kameras der M- und LX-Baureihe an. Das Gehäuse ist minimal kleiner und etwas leichter als das des bisherigen Pentax APS-C-Flaggschiffs K-3 II: Die K-P misst 131,5 x 101 x 76 mm, die K-3 II ist genauso breit, aber 1,5 mm weniger hoch und tief und wiegt 82 Gramm mehr. Der Handgriff der KP lässt sich austauschen – drei Griffe mit unterschiedlicher Größe werden mitgeliefert. Beim Bedienkonzept hat Ricoh die Anzahl der Bedienelemente reduziert und der Monitor dient als Informations- und Schaltzentrale für die Kamerabedienung. Das Schnellmenü lässt sich wie schon in der Vollformat-SLR Pentax K-1 individuell anpassen. Auf dem Funktionswahlrad stehen fünf User-Modi für eigene Einstellungen zur Verfügung. Vier sind ab Werk mit den Einstellungen für HDR, Makro, Astrofotografie und manuelle Objektive vorprogrammiert. Weitere Einstellungen lassen sich über das „Smart-Function“-Rad aufrufen. Das Kameragehäuse ist wie von Ricoh Pentax gewohnt sehr robust und mit 67 Dichtungen gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser geschützt sowie bis -10 Grad Celsius frostsicher. Der optische Glasprisma-Sucher hat wie bei der K-3 II ein Bildfeld von 100 % und Vergrößerung von 0,95x (0,61x im Vergleich zu einer Kleinbildkamera). Der kippbare 3,0-Zoll-Monitor besitzt eine Auflösung von 921.000 Punkten. Der mechanische Verschluss ist wie bei der K-70 für 1/6000 s ausgelegt (K-3 II: 1/8000 s). Neu ist der elektronische Verschluss, der Zeiten bis zu 1/24.000 s möglich macht.

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Pentax KP

Eine Mikrofon-Schnittstelle ist vorhanden

Bild: Ricoh

Neuer Sensor

Laut Hersteller nutzt die KP einen verbesserten APS-C-Sensor, dem der neue PRIME IV-Bildsensor zur Seite steht. Die maximale Empfindlichkeit hat Ricoh von 51.200 bei der K-3 II auf ISO 819.200 angehoben. Wie gehabt kommt der Sensor ohne weichzeichnendes Tiefpassfilter aus. Der bewegliche gelagerte Bildsensor kann aber, wie aus anderen Pentax-Kameras bekannt, das Tiefpassfilter durch leichte Vibrationen simulieren, um bei kritischen Motiven Moirés zu vermeiden.

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Pentax KP

Die Rückseite wirkt relativ aufgeräumt

Bild: Ricoh

Auch sonst ist der bewegliche Sensor ein zentrales Merkmal der Kamera. So ermöglicht er eine Bildstabilisierung auf fünf Achsen – die Effekitvität soll bei fünf Blendenstufen liegen. Des weiteren kann die Kamera bei Aufnahmen vom Stativ den Sensor um jeweils einen Pixel nach oben und unten verschieben und so aus vier Aufnahmen ein Bild mit verbesserter Schärfe und Farbdarstellung erzeugen (Pixel-Shift-Resolution). Bewegungen zwischen den Aufnahmen werden dabei erkannt und die Kamera zieht in den entsprechenden Bereichen nur eine Belichtung heran. Weitere Funktionen des beweglichen Bildsensors sind eine Horizontalkorrektur um +/- 1 Grad, die Simulation eines Tilt-Shift-Objektivs (Verkippen um 1,5 mm) und der Astrotracer, bei dem die Bewegung der Erdachse bei längeren Belichtungen durch die Bewegung des Sensor ausgeglichen wird.

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Pentax KP

Auf dem Funktionswahlrad stehen fünf User-Modi zur Verfügung

Bild: Ricoh

Autofokus

Wie bei der K-3 II kommt in der KP das Autofokusmodul SAFOX 11 zum Einsatz, das 27 Messfelder, davon 25 Kreuzsensoren mitbringt. Der Live-View beruht auf einem reinen Kontrast-AF. Im Videomodus nimmt die KP Full-HD-Videos auf, allerdings mit nicht mehr ganz zeitgemäßen 60 Halbbildern bzw. 30 Vollbildern/s.  Für den besseren Ton lässt sich ein externes Mikrofon anschließen. Zeitrafferaufnahmen kann die Kamera zum einem Film in 4K-Auflösung kombinieren. Serien schießt die KP mit 7 Bildern/s (28 JPEGS oder 8 Raws in Folge). Ein Wi-Fi-Modul ist ebenfalls an Bord und kann auch zur Fernsteuerung der Kamera per Smartgeräte-App genutzt werden.

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Pentax KP

Die Kamera ist an 67 Stellen abgedichtet

Bild: Ricoh

Weitere Funktionen der KP sind Objektivkorrekturen (Verzeichnung, Vignettierung, chromatische Aberration), eine elektronische 3D-Wasserwaage, Mehrfachbelichtungen, eine Raw-Konverteung in der Kamera und eine Akkulaufzeit von 400 Aufnahmen (K-3 II: 750 Aufnahmen). Die Pentax KP ist ab Februar für rund 1300 Euro in Schwarz oder Silber erhältlich. Als Zubehör bietet Ricoh unter anderem den Batteriegriff D-BG7 und das GPS-Modul O-GPS1 an.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Sozialwissenschaftler und Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup) und Tageszeitungen (Hamburger Abendblatt, Berliner Kurier). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.