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Ricoh Pentax K-1 Mark II
Ricoh Pentax K-1 Mark II
Bild: Ricoh

Ricoh Pentax K-1 Mark II: Pixel-Shift aus der Hand

Ab April für 2000 Euro
22.02.2018

Rund zwei Jahre nach der ersten digitalen Vollformatkameras K-1 hat Ricoh jetzt das Nachfolgemodell Mark II angekündigt. Eine neue Beschleunigereinheit soll Pixel-Shift-Aufnahmen aus der Hand, höhere ISO-Werte und ein geringeres Rauschen ermöglichen. Auch den Autofokus will Ricoh verbessert haben.

 

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Ricoh Pentax K-1 Mark II

Der Monitor ist beweglich gelagert, bleibt dabei aber immer in der optischen Achse.

Bild: Ricoh

Die neue „Beschleunigereinheit“ (offensichtlich eine Erweiterung des Bildprozessors Prime IV) optimiert laut Hersteller Rechenoperationen und damit auch die interne Bildverarbeitung. So soll das Rauschverhalten gegenüber der K-1 deutlich verbessert worden sein, sodass die maximale Empfindlichkeit von 204.600 auf 819.200 erweitert werden konnte. Wie bisher ist der Bildsensor beweglich gelagert, was zur Bildstabilisierung auf fünf Achsen (Sensordrehung, horizontale und vertikale Verschiebung, horizontale und vertikale Neigung) genutzt werden kann; die Effektivität liegt bei fünf Blendenstufen.

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Ricoh Pentax K-1 Mark II

Zahlreiche Einstellräder und Funktionsknöpfe charakterisieren die K-1 Mark II.

Bild: Ricoh

Der bewegliche Sensor ermöglicht auch die Pixel-Shift-Resolution-Funktion, bei welcher der 36-Megapixel-Sensor für vier Aufnahmen in ein Pixel-Schritten verschoben wird, um so die vollen RGB-Farbinformationen pro Pixel zu erfassen; die Informationen werden anschließend zu einem Bild verrechnet. Bisher war das nur vom Stativ möglich. Pixel Shift Resolution II soll nun auch Aufnahmen aus der Hand ermöglichen, die 70 Prozent der Effektivität der Stativ-Variante erreichen. Der Bildstabilisator steht dabei zur Verfügung. Das Autofokusmodul heißt weiterhin SAVOX XII und bringt 33 Messfelder (davon 25 Kreuzsensoren) mit. Neue Algorithmen sollen aber für besser AF-Geschwindigkeit, Tracking und AF-Genauigkeit sorgen. Serien nimmt die Neue wie ihre Vorgängerin mit 4,4 Bildern/s auf. Wenn man auf die geringere Auflösung des APS-C-Formats (15 Megapixel) umschaltet sind es 6,4 Bilder/s.

Sehr gute Ausstattung

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Ricoh Pentax K-1 Mark II

Es lassen sich zwei SD-Karten verwenden, allerdings nur mit UHS-I-Geschwindigkeit.

Bild: Ricoh

Die sonstigen Funktionen der sehr gut ausgestatteten Kamera sind von der K-1 bekannt. So lässt sich der beweglich gelagerte Sensor  nutzen um den Bildausschnitt horizontale und vertikal anzupassen. Auch eine automatische Horizontkorrektur und ein geringes Shiften sind möglich. Der Sensor kommt  für eine optimale Schärfe ohne Tiefpassfilter aus, bei moirégefährdeten Motiven lässt er sich aber in hochfrequente Vibrationen versetzen, um die Schärfe und damit Moirés zu reduzieren.

Eine weitere Besonderheit ist der 3,2-Monitor (1,04 Mio. Punkte). Seine spezielle Konstruktion ermöglicht ein Schwenken um 90 Grad nach oben, 45 Grad nach unten und 35 Grad zur Seite, wobei er immer in der optischen Achse bleibt. Das Monitorglas ist besonders gehärtet und damit vor Kratzern geschützt. Der optische Glasprisma-Sucher hat eine Vergrößerung von 0,7x und deckt 100 Prozent des Bildfeldes ab.

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Ricoh Pentax K-1 Mark II

Mikrofon- und Kopfhörer-Schnittstellen sind vorhanden.

Bild: Ricoh

Die neue Pentax-Kamera ist äußerst robust und soll bis -10 Grad und bei 85 % Luftfeuchtigkeit funktionieren. Das Metallchassis mit Magnesiumlegierung ist mit 87 Dichtungen gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser geschützt. LEDs beleuchten die Bedienelemente auf der Rückseite, das Bajonett und die Schnittstellen. Robust ist auch der Verschluss, der für 300.000 Auslösungen getestet ist. Die kürzeste Verschlusszeit liegt bei 1/8000 s (1/200 s Blitzsynchronzeit).

Video nur in Full HD

Nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist die K-1 Mark II beim Video. Sie nimmt lediglich Full-HD mit 30 Bilder/s oder 60 Halbbildern/s auf. Immerhin sind Mikrofon und Kopfhöreranschlüsse vorhanden. 4K steht nur für Zeitraffervideos aus Intervallaufnahmen zur Verfügung – zusätzlich sind auch Intervallaufnahmen in voller Auflösung und im Raw-Format möglich. Der duale Kartenslot für zwei SD-Karten unterstützt noch keine UHS-II-Geschwindigkeit und auch die Datenschnittstelle USB liegt in Version 2.0 und nicht in der schnelleren 3.0 vor. Die Akkulaufzeit hat sich gegenüber der K-1 verschlechtert, sie liegt nun bei 670 statt 750 Aufnahmen. Weitere Funktionen sind Mehrfachbelichtungen, eine elektronische Wasserwaage (2D im Sucher, 3D auf dem Monitor), HDR-Aufnahmen sowie Wi-Fi- und GPS-Module.

Die K-1 Mark II ist ab April für rund 2000 Euro erhältlich. Außerdem will Ricoh ein Update-Programm für die K-1 anbietet, bei dem die ältere Kamera auf das Niveau der Mark II aufgerüstet wird. Nähere Infos hierfür werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Sozialwissenschaftler und Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup) und Tageszeitungen (Hamburger Abendblatt, Berliner Kurier). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.