Panasonic und Sony entwickeln neue Bildsensoren

Doppelkameras, Global Shutter und organische Sensoren
05.03.2018

Panasonic und Sony haben in den letzten Wochen erste Einblicke in die Entwicklung neuer Bildsensoren gegeben, die mit sehr niedrigem Rauschen und elektronischen Verschlüssen neue Möglichkeiten in der Fotografie eröffnen könnten.

Den neusten Einblick gewährte Sony auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Mit Hilfe eines Doppelkameramoduls für Smartphones sollen Empfindlichkeiten bis ISO 51.200 möglich sein – ein konkretes Smartphone-Modell mit diesem Konzept wurde  allerdings noch nicht vorgestellt. Bisher werden Doppelkameras in Smartphones für verschiedene Brennweiten, künstliche Bokeh-Effekte oder eine Verbesserung der Bildschärfe genutzt. Das Rauschen durch zwei parallele Belichtungen zu reduzieren, ist ein neuer Anwendungsbereich. Bei herkömmlichen Kameras von Sony oder Canon existieren ähnliche Rauschunterdrückungsverfahren, die aber zwei aufeinanderfolgende Aufnahmen miteinander verrechnen.

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Bildsensor von Panasonic

Der 8K-Sensor von Panasonic soll einen größeren Dynamikumfang bewältigen als herkömmliche Sensoren.

Bild: Panasonic

Sensoren mit Global Shutter

Schon Mitte Februar hatte Sony angekündigt, den ersten rückseitig belichteten CMOS-Sensor mit Global Shutter zu entwickeln. Dabei werden alle Pixel parallel statt, wie sonst üblich, zeilenweise ausgelesen. Der berüchtigte Rolling-Shutter-Effekt (Verzerrungen bei sich schnell bewegenden Motiven) in Videos oder Fotos, die mit elektronischem Verschluss aufgenommen wurden, lässt sich so vermeiden. Die erste Version des neuen Sensors dürfte für Fotografen aber kaum von Interesse sein, da die Auflösung bei lediglich 1,46 Megapixeln liegt.

Spannender klingt die Ankündigung von Panasonic, einen 8K-Sensor mit 36 Megapixeln und Global Shutter zu entwickeln (siehe auch unseren Bericht von 2016). Er nutzt einen organischen, photoleitenden Film (Organic Photoconductive Film, OPF) und soll eine verbesserte Rauschunterdrückung mitbringen und hohe Kontraste bewältigen können. Die Bildwiederholrate soll bei 60 fps liegen.

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Bildsensor von Panasonic

Mit dem Global Shutter sollen Verzerrungen durch den Rolling-Shutter-Effekt der Vergangenheit angehören.

Bild: Panasonic

Im Gegensatz zu herkömmlichen Sensoren, benötigt der OPF für die Global-Shutter-Funktion keine zusätzlichen elektronische Bauelemente, welche die lichtempfindliche Fläche reduzieren. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sich ein elektronischer ND-Filter implementieren lässt. Als Einsatzgebiete gibt Panasonic TV-Kameras, Überwachungskameras sowie industrielle Anwendungen an.

 

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Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.