Panasonic GH5S: für Videos optimiert

Ausgeprägte Lowlight-Fähigkeit
08.01.2018

Sehr stark auf Video ausgerichtet hat Panasonic seine neue GH5S. Das Schwestermodell zur GH5 bietet jedoch auch für Fotografen interessante Möglichkeiten.

Kaum hat Panasonic die professionell ausgestattete Lumix G9 vorgestellt (Test in der kommenden Ausgabe 2/2018), folgt schon der nächste Highend-Bolide: Die neue GH5S ist das besonders auf Videografen zugeschnittene Schwestermodell zur GH5, die als noch junges Best-of aus den Foto- und Videowelten im Programm verbleibt.  

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Panasonic GH5S GH5 Lumix G9 MFT Micro Four Thirds Video Film Lowlight Foto spiegellose Systemkamera

Rückwärtig gleicht die Panasonic GH5S ihrem älteren Schwestermodell GH5.

© Panasonic

Herzstück der Neuheit ist der mit effektiv 10,2 Megapixel vergleichsweise niedrig auflösende Micro-Four-Thirds-Sensor, dessen Pixelgrößen allerdings nahezu zwei Mal so groß sind wie in der GH5 (20,3 MP). Zum Vergleich, Sonys spiegelloser Vollformat-Videospezialist Alpha 7S II besitzt 12,2 Megapixel.

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Panasonic GH5S GH5 Lumix G9 MFT Micro Four Thirds Video Film Lowlight Foto spiegellose Systemkamera

Der Filmaufnahmeknopf ist bei der GH5S prominenter als bei der GH5 gekennzeichnet.

© Panasonic

Panasonic setzt bei der GH5S auf die neue Dual-Native-ISO-Technologie, bei der zwei analoge Schaltkreise hinter jedem Pixel dafür sorgen, dass trotz höherer Empfindlichkeit weniger Bildrauschen entsteht und der Signal-Rauschabstand um 9,7 db gesteigert werden konnte. Aus diesem Grund bezeichnet Panasonic die Spiegellose auch als Lowlight-Profi, wovon wir uns anhand von Filmausschnitten bereits eindrucksvoll überzeugen konnten. Über Erweiterungen reicht der Empfindlichkeitsbereich von ISO 80 bis 204.800. Ein Cropping des Bildausschnitts bei verschiedenen Bildformaten verhindert der Multi-Aspekt-Sensor, der übrigens nicht bildstabilisiert ist. Der Bildwinkel einer Brennweite bleibt nicht nur gleich, sondern der horizontale Bildwinkel vergrößert sich sogar minimal, wenn beispielsweise von 4:3 auf 16:9 oder 17:9 umgeschaltet wird.

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Panasonic GH5S GH5 Lumix G9 MFT Micro Four Thirds Video Film Lowlight Foto spiegellose Systemkamera

Mit dem Batteriegriff DMW-BGH5 verdoppelt sich die Arbeitszeit der Panasonic GH5S.

© Panasonic

Videos nimmt die GH5S in Cinema-4K (4:2:2 10-bit intern) mit maximal 60 B/s auf. Hochwertige Full-HD-Zeitlupenaufnahmen werden durch bis zu 240 B/s ermöglicht. Die Aufnahmedauer ist nahezu unbegrenzt, was auch am geschickten Ableiten der auftretenden Wärme liegt. Viele weitere Bildraten sind möglich. Bereits installiert sind V-Log L, Hybrid Log Gamma und eine LookUpTable-Display-Ansicht. Für Film-Settings mit mehreren Kameras wurde die Timecode-Synchronisation vereinfacht. Gespeichert wird variabel auf zwei SD-Karten (UHS-II-kompatibel).

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Panasonic GH5S GH5 Lumix G9 MFT Micro Four Thirds Video Film Lowlight Foto spiegellose Systemkamera

Das 3,2-Zoll-Display der Panasonic GH5S ist als Touchscreen ausgelegt.

© Panasonic

Im Fotobereich kommt die GH5S auf hohe Serienbildraten. Im neuen 14-bit-Modus schafft sie ohne AF-Nachführung 11 B/s, mit AF 7 B/s (jeweils 60 Raws in Folge). In 12-bit sind es 12 bzw. 8 B/s. Den 4K-Photo-Modus (für 8-Megapixel-Fotos) beherrscht die GH5S ebenfalls, hier schafft sie (wie auch schon die GH5, hier im Test) unbegrenzt 60 B/s. 6K-Photo ist hingegen nicht im Angebot. Fehlen wird auch der erste elektronische Verschlussvorhang. Wie bei der G9 (hier zum Praxiseindruck) ist die Lebensdauer des mechanischen Verschlusses für 200.000 Auslösungen ausgelegt.

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Panasonic GH5S GH5 Lumix G9 MFT Micro Four Thirds Video Film Lowlight Foto spiegellose Systemkamera

Bei der Panasonic GH5S wird der X-Synchronanschluss auch für das BNC-Konverterkabel genutzt.

© Panasonic

Einen Hauch langsamer als das ältere Schwestermodell ist die GH5S beim Autofokus, denn ihre Auslöseverzögerung soll 0,07 s betragen. Dafür punktet sie bei der Empfindlichkeit des Autofokus, selbst bei rekordverdächtigen -5 Lichtwerten soll er noch zuverlässig scharfstellen können. Als Lowlight-Spezialist hat Panasonic weitere hilfreiche Funktionen für Nachtaufnahmen integriert: Der Nachtmodus des Displays und Suchers versetzt sie in ein bei Dunkelheit für die Augen angenehmeres Rotlicht. Um auf dem Display das nächtliche Motiv erkennen zu können, kann der Live-View-Boost gewählt werden, der durch eine geringere Bildwiederholrate und Signalverstärkung die Bildkomposition erleichtert. Nicht nur im Dunklen hilft der Lupen-Assistent bei der Schärfekontrolle, er vergrößert nun bis zu 20fach.
Womit wir beim Sucher wären, er ist mit dem der GH5 identisch: Der OLED-Bildschirm verfügt über 3,7 Millionen Bildpunkte mit einer 21-mm-Austrittspupille und vergrößert 0,76fach (entsprechend Kleinbild). Keine Veränderung auch beim schwenkbaren Monitor, der 8-cm-Touchscreen hat 1,62 Millionen Bildpunkte. Laut Panasonic konnte die Bilderzahl pro Akkuladung auf 440 Aufnahmen gesteigert werden. Abgenommen um etwa 65 g hat hingegen das Gehäusegewicht auf ca. 660 g.  

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Panasonic GH5S GH5 Lumix G9 MFT Micro Four Thirds Video Film Lowlight Foto spiegellose Systemkamera

Panasonics drei Top-Modelle im Vergleich

© Panasonic

An die GH5S passt eine Menge Zubehör: Das beginnt beim Batteriegriff DMW-BGGH5, geht über eine Bluetooth-Fernbedienung und den Mikrofonadapter XLR1 bis hin zu Mikrofonen. Die GH5S wird im Februar in den Handel gelangen, das spritzwasser- und frostgeschützte Magnesiumgehäuse kostet dann knapp 2500 Euro  (GH5: ca. 2000 Euro UVP).

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Technikredakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.