Leica CL mit elektronischem Sucher

Außerdem neu: Elmarit-TL 2,8/18 mm ASPH.
21.11.2017

Leica bringt seine erste APS-C-Systemkamera mit einem integrierten elektronischen Sucher auf den Markt. Wir hatten die CL bereits kurz in der Hand

leica_cl_back.jpg

Leica CL

Die Rückseite der CL mit 3,0-Zoll-Monitor

Bild: Leica

Die Leica CL ist trotzt des integrierten E-Suchers sehr kompakt und leicht (131 x 78 x 45 mm, betriebsbereit 403 g) und damit nicht wesentlich größer als die sucherlose TL2 (siehe Test im aktuellen fotoMAGAZIN 12/18), die parallel auf dem Markt bleibt. Der Sucher machte beim ersten Praxis-Check einen sehr guten Eindruck. Er ist relativ groß (Vergrößerung 0,74x) und scharf (Auflösung 2,6 Millionen Bildpunkte). Anders als die TL2 ist die CL nicht auf die reine Touchscreen-Bedienung ausgelegt. Das Design bleibt zwar puristisch es gibt aber einige zusätzliche mechanische Bedienelemente. So wurden die beiden Einstellräder auf der Oberseite um Tasten erweitert, die standardmäßig das Belichtungsprogramme und die ISO-Einstellungen aufrufen. Sogar ein kleines Statusdiplay findet auf der Oberseite noch Platz. Auf der Rückseite sind eine Wiedergabe-, eine Funktions- und eine Menütaste hinzugekommen. Der Monitor fällt kleiner aus als bei TL2 (3,0 statt 3,7 Zoll). Eine Touch-Bedienung ist möglich (Touch-AF, Blätter- und Spreizgesten), im Vergleich zur TL2 sind hiervon allerdings die Menüs ausgenommen.

leica_cl_right.jpg

Leica CL

Leica CL mit Super-Vario-Elmar-TL 3,5-4,5/11-23 mm ASPH.

Bild: Leica

24-Megapixel-Sensor

Der Sensor unterscheidet sich nicht von der TL2: Der CMOS-Bildwandler im APS-C-Format (23,6 x 15,7 mm) löst wie gehabt effektiv 24,2 Megapixel auf und kommt ohne Tiefpassfilter aus. Der kontrastbasierte Autofokus hat 49 Messpunkte, die sich bis an den Bildrand platzieren lassen. Serien schießt die CL mit bis zu 10 Bildern/s (140 JPEGs oder 33 DNG-Raws in Folge), allerdings nach wie vor ohne AF-Nachführung. Der mechanische Verschluss ist für eine kürzeste Belichtungszeit von 1/8000 s ausgelegt, kürzere Zeiten bis zu 1/25.000 s sind mit elektronischem Verschluss möglich. Dieser lässt sich im Gegensatz zur TL2 auch manuell aktivieren (bei der TL2 nur automatisch bei Zeiten kürzer als 1/4000 s), sodass bei allen Belichtungszeiten ein lautloses Auslösen möglich ist.

leica_cl_top.jpg

Leica CL

Einen eingebauten Blitz hat die CL nicht, ein Blitzschuh ist aber vorhanden

Bild: Leica

Video nimmt die CL mit 4K-Auflösung (3840 x 2160 Pixel, 30 B/s) oder in Full-HD mit 60 Bildern/s auf. Puristisch ist die Schnittstellen-Ausstattung. So gibt es weder einen Mikrofon- noch einen USB- oder HDMI-Anschluss. Wi-Fi für die drahtlose Bildübertragung und die Steuerung der Kamera per Smartphone-App (iOS und Android) ist dagegen vorhanden. Weitere Funktionen sind ein Blitzschuh, HDR- und Panoramamodi und die Unterstützung für UHS-II-SD-Karten.

leica_elmarit-tl_2.8_18_asph_black.jpg

Elmarit-TL 2,8/18 mm ASPH.

Das Elmarit-TL 2,8/18 mm ASPH. ist nur gut 2 cm lang

Elmarit-TL 2,8/18 mm ASPH.

Elmarit-TL 2,8/18 mm ASPH.

Das Objektivsortiment für das L-Baonett erweitert Leica um das sehr kleine Pancake-Objektiv Elmarit-TL 2,8/18 mm ASPH. (20,5 mm lang, 80 Gramm leicht). Es nutzt vier asphärische  Elemente und hat eine Naheinstellgrenze von 30 cm.

Die Leica CL hat einen empfohlenen Verkaufspreis von 2490 Euro. Das Elmarit 2,8/18 kostet einzeln 1190 Euro – im Kit mit der CL werden 3490 Euro fällig. Ein zweites Kit mit dem Vario-Elmar-TL 3,5-5,6/18-56 mm schlägt mit 3650 Euro zu Buche.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.