Fujifilm X-T2: Systemkamera mit 4K-Video

Ab September für ca. 1700 Euro erhältlich
07.07.2016

Fuji stellt der X-Pro2 ein zweites Topmodell an die Seite: Die X-T2 nutzt ebenfalls einen 24-Megapixel-Sensor, verzichtet aber auf den Hybrid-Sucher. Stattdessen hat sie andere Vorteile wie den 4K-Videomodus. Wir konnten bereits ein Vorserienmodell ausprobieren

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Fuji X-T2

Der Einstellrad zur Belichtungskorrektur bringt jetzt die Position C mit, über die bis zu 5 EV einstellbar sind

Fujifilm

Das grundlegende Design hat sich gegenüber der X-T1 nicht geändert: Die X-T2 ist mit den klassischen Einstellrädern für Zeit, ISO und Belichtungskorrektur (jetzt bis 5 EV) ausgestattet und auch für die Serienbilder und die Belichtungsmessung gibt es mechanische Hebel. Die beiden Einstellräder auf der Vorder- und Rückseite sind etwas größer und ergonomischer geworden und haben jetzt einen Druckpunkt. Hinzugekommen ist ein Joystick (AF-Hebel), der sowohl zur schnellen Wahl des AF-Messfelder als auch zur Menü-Navigation dient. Den roten Videoknopf hat Fuji weggelassen, stattdessen lässt sich die Filmaufzeichnung nun über das Serienbildrad aktivieren. Das Speicherkartenfach ist jetzt verriegelt, sodass die Abdeckung nicht mehr so leicht versehentlich aufgeschoben werden kann – eine sinnvolle Ergänzung zum Spritzwasserschutz des Magnesiumgehäuses, das wie die X-T1 an 63 Stellen abgedichtet ist.

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Fuji X-T2

Der Monitor lässt sich nach oben und unten kippen

Fujifilm

Flexibler Monitor

Ungewöhnlich ist die neue Monitorkonstruktion. Auf den ersten Blick scheint sich nichts geändert zu haben: Das 3,0-Zoll-Display mit 1,04 Mio. Punkten kann nach oben und unten geklappt, aber nicht frei geschwenkt werden. Über einen Hebel an der Seite lässt er sich aber um ca. 50 Grad in eine Richtung ausklappen und so beispielsweise bei Hochformataufnahmen vom Stativ besser nutzen.
Der große OLED-Sucher hat wie in der X-T1 eine Vergrößerung von 0,77x (entsprechend Kleinbild) und löst 2,36 Mio. Punkte auf. Er passt sich aber automatisch der Umgebungshelligkeit an und ist heller geworden, was sich beim Fotografieren bei wenig Licht positiv bemerkbar macht.

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Fuji X-T2

Erstmals lässt sich der Monitor auch zur Seite klappen

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Über die Viererwippe lässt außerdem eine Boost-Funktion aktivieren, bei der die Sucherfrequenz von 60 auf 100 Bilder/s erhöht wird. In vielen Situationen ist kaum ein zwischen den beiden Modi sichtbar, bei bestimmten Motiven zeigt der Sucher im Boost-Modus aber weniger Moirés und reagiert flüssiger. Verkürzt wurde außerdem die Dunkelphase des Suchers, sodass sich das Motiv im Serienbildmodus besser verfolgen lässt. Bei der manuellen Fokussierung lässt sich das digitale Schnittbild jetzt in einem größeren Fenster darstellen.

Verbesserte Hybrid-Autofokus

Der Hybrid-Autofokus bringt 91 Messfelder mit (davon 40 mit Phasen-Detektion), die sich auf 325 erweitern lassen (dann 169 mit Phasen-Detektion). 40 % des Bildfeldes werden durch den Phasen-AF abgedeckt. Der Autofokus machte im Test bereits einen sehr schnellen Eindruck. Auch die Motivverfolgung im AF-C-Modus wurde verbessert. So lässt sich nun die Verfolgungsempfindlichkeit, die Beschleunigungserfassung und die Zonen-Bereichs-Priorität individuell konfigurieren. Um die Auswahl zu vereinfachen, hat Fuji die Einstellungen für fünf Sport- und Action-Szenarien in Presets zusammengefasst. Im sechsten Preset kann der Fotograf eine eigene Einstellung hinterlegen.

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Fuji X-T2

X-T2 mit dem ebenfalls spritzwassergeschützten Batteriegriff VPB-XT2

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Die neuen AF-Einstellungen sollen im Oktober Firmware-Update auch für die X-Pro2 zur Verfügung stehen. Serienbilder mit AF-Nachführung schießt die X-T2 laut Hersteller wie die X-Pro2  mit 8 Bildern/s (33 Raws in Folge), mit Batteriegriff sind sogar 11 Bilder/s möglich und mit elektronischem Verschluss 14 Bilder/s. Der mechanische Verschluss ist wie gehabt für 1/8000 s ausgelegt, der elektronische Verschluss schafft 1/32.000 s. Die Blitzsynchronzeit liegt bei 1/250 s.

Die X-T2 nutzt den gleichen X-Trans CMOS III-Bildsensor wie die X-Pro2. Er zeichnet sich durch seine spezielle Farbfilteranordnung aus, die trotz des Verzichts auf des Tiefpassfilters Moirés vermeiden soll. Der reguläre Empfindlichkeits-Bereich reicht bis ISO 12.800 und lässt sich bis 51.200 erweitern (die hohen ISO-Stufen stehen anders als bei früheren Fuji-Kameras auch im Raw-Modus zur Verfügung). Die Bildqualität unseres Vorserienmodells lag bereits auf dem sehr guten Niveau der X-Pro2 (Test in fM 5/2016).

4K-Video

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Fuji X-T2

X-T2-Vorserie mit XF 1,2/56 mm bei f/1,6. Mehr Belegbilder in der Galerie

Andreas Jordan

Videos mit 4K-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) zeichnet die X-T2 mit maximal 30 Bildern/s und 100 MBit/s auf, wobei die Länge auf 10 Minuten begrenzt ist (mit Battriegriff verlängert sie sich auf rund 30 Minuten). Ein Clean-HDMI-Ausgang für die unkomprimierte Aufzeichnung mit externen Rekordern ist vorhanden (Farbunterabtastung: 4:2:2, Farbtiefe: 8 Bit). Mit F-Log bietet Fuji auch erstmals eine logarithmische Gamma-Kurve, die mehr Spielraum für die Video-Nachbearbeitung lässt. Weitere Ausstattungsmerkmale sind Wi-Fi (inkl. Fernsterung per App), Filmsimulationen (erstmals auch beim Video), eine Filmkornsimulation, USB 3.0 und zwei UHS-II-kompatible SD-Karten-Slots.

Die X-T2 ist ab September für rund 1700 Euro erhältlich, im Kit mit dem XF 2,8-4/18-55 mm R LM OIS werden ca.2000 Euro fällig. Als Zubehör Fuji unter anderem den Batteriegriff VPB-XT2 für rund 330 Euro an. Er nimmt zwei zusätzliche Akkus auf, sodass insgesamt drei Akkus genutzt werden Die Batterielaufzeit verlängert sich damit von 340 auf 1000 Aufnahmen. Der Griff bringt außerdem einen Kopfhöreranschluss mit und beschleunigt wie oben beschrieben den Serienbildmodus und verlängert die Dauer der 4K-Aufzeichnung. Weiterhin dient der VPB-XT2 auch als Akkuladegerät.

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Fuji EF-X500

Der EF-X500 hat eine Leitzahl von 50

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Neuer Blitz

Als neues Zubehör soll ebenfalls ab September der bereits im Februar angekündigte Blitz EF-X500 erhältlich sein (UVP: ca. 550 Euro). Er hat eine Leitzahl von 50 ist spritzwassergeschützt und unterstützt die Highspeed-Synchronisation sowie Wireless-TTL mit mehreren Blitzgeräten in drei Gruppen. Der Zoomreflektor deckt eine kleinbildäquivalente Brennweite von 24-105 mm ab (20 mm mit Weitwinkelstreuscheibe). Außerdem bringt er eine LED-Videoleuchte mit.

Fujifilm X-T2

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Sozialwissenschaftler und Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup) und Tageszeitungen (Hamburger Abendblatt, Berliner Kurier). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.