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DxO PureRaw
DxO PureRaw.
Bild: DxO, Aurore Alifanti

DxO PureRaw: Vorverstärker für Photoshop und Lightroom

Einführungspreis: 89,99 Euro
14.04.2021

Mit wenigen Mausklicks optimiert DxO PureRaw Bilddateien zur Weiterverarbeitung mit einem anderen Raw-Konvertern wie Adobe Lightroom. Wir haben das neue Tool bereits ausprobiert.

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Oberfläche von DxO PureRaw

Die Oberfläche von DxO PureRaw ist einfach gehalten. Zur Auswahl stehen drei Qualitätsstufen bei der Raw-Entwicklung. Die beste ist DeepPRIME. Speichern lässt sich ein DNG oder ein JPEG.

Bild und Screenshot: Andreas Jordan

DxO bot bisher neben der Filtersammlung Nik Collection primär das große Programm PhotoLab (früher DxO Optics Pro) an, das neben der reinen Raw-Konvertierung auch umfangreiche Bildbearbeitungsfunktionen mitbringt. Die Spezialität dieser Software waren schon immer die hervorragenden Korrekturmodule, die auf einer präzisen Messung von Kameras und Objektiven basieren – aktuell stehen über 60.000 Kamera-Objektiv-Profile zur Verfügung. In Version 4 kam die auf Deep Learning basierende Entrauschungstechnologie DeepPRIME (Probabilistic Raw IMage Enhancement) hinzu.

Der große Markterfolg bliebt PhotoLab trotz der anerkannt sehr guten Qualität verwehrt. Zu stark ist die Dominanz der Adobe-Tools Lightroom bzw. Photoshop mit Adobe Camera Raw (ACR). Laut DxO Labs nutzen weltweit schätzungsweise 90 Prozent derjenigen, die ernsthaft Raw-Bearbeitung betreiben, Lightroom oder Photoshop. Daher bietet DxO seine Technologie nun auch als Ergänzungs-Tool zu Lightroom und Photoshop an.

DxO PureRaw im ersten Test

Bei DxO PureRaw handelt es sich um ein leicht zu bedienendes Programm: Die zu konvertierenden Dateien werden geladen und – falls noch nicht vorhanden – das passende Korrekturmodul aus dem Internet nachgeladen. Fuji-Fotografen sollten wissen, dass keine Kameras mit X-Trans-Sensoren unterstützt werden. Nach einem Klick auf „Bild entwickeln“ stehen drei Qualitätsstufen zur Verfügung: HQ, PRIME und DeepPRIME. Letzteres liefert die beste Qualität, ist aber auch am rechenintensivsten. Auf unserem Macbok Pro von 2019 mit 2,6 GHz Intel Core i7 dauerte es knapp eine Minute, um eine 45 MP Raw-Dateien aus der Nikon Z7 II zu konvertieren. Das Ergebnis lässt sich als schlankes JPEG oder als DNG-Datei speichern. Letzteres ist empfehlenswert, wenn die Datei mit Lightroom oder anderen Raw-Konvertern wie Capture One weiterverarbeitet werden soll. Nachteil: Die DNG-Dateien sind sehr speicherintensiv. Im unserem Beispiel war die Ausgangs-Datei 33,4 MB groß und das konvertierte DNG 207,3 MB – das ist deutlich größer als eine LZW-komprimierte 8-Bit-TIF-Datei (83,2 MB).

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Raw-Entwicklungen im Vergleich

Raw-Entwicklungen im Vergleich: Links oben: JPEG direkt aus der Kamera, rechts oben: Capture One mit Standardeinstellungen, links unten: ACR mit Standardeinstellungen (Modus verbesserte Qualität), rechts unten: DxO Pure-Raw, DeepPRIME. Aufnahme mit EOS R5, ISO 12.800. Darstellung: 100 % in Photoshop.

Bild: Andreas Jordan

Qualitativ kann PureRaw überzeugen: Die Ergebnisse weisen deutlich weniger Bildrauschen auf als in der Standardeinstellung von Lightroom bzw. ACR. Verstärkt man in Lightroom die Rauschunterdrückung, so gehen wiederum mehr Details verloren als in PureRaw. Auch die Option „Verbessern“ für eine hochwertigere Raw-Kovertierung ändert daran nichts – sie reduziert in ersten Linie Artefakte wie Moirés, verbessert das Rauschen aber nicht. Unter dem Strich liefert PureRaw die klar besseren Ergebnisse. Nicht ganz so groß ist die Lücke zu Capture One, welches Rauschen in der Standardeinstellung deutlich stärker reduziert als Lightroom aber nicht ganz so viele Details erhält wie PureRaw.

Preise und    Verfügbarkeit

DxO PureRAW für Windows und macOS ist bis zum 31. Mai zum Einführungspreis von 89,99 Euro statt 129 Euro erhältlich. Eine kostenlose 30-tägige Testversion ist unter https://www.dxo.com/de/dxo-pureraw/download/ verfügbar.

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Journalist und Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup) und Tageszeitungen (Hamburger Abendblatt, Berliner Kurier). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.