Die kommende APS-C-Topklasse: Nikon D7500

Erster Praxiseindruck
12.04.2017

Den heißen Jubiläumssommer zum 100. Geburtstag eröffnet Nikon mit der D7500. Die Spiegelreflexkamera bietet eine attraktive Ausstattung

Die doch recht beachtliche Lücke zwischen der D500 und der D7200 wird Nikon mit der kommenden D7500 füllen. Die Spiegelreflexkamera mit APS-C-großem Sensor (DX-Format) soll Ende Juni in den Handel gelangen.

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Nikon D7500 APS-C Spiegelreflexkamera Kamera Foto

Die Diagonale des flachen Monitors beträgt 8,2 cm

© Nikon

Nicht nur preislich platziert sie sich mit ihrer UVP von 1499 Euro zwischen dem APS-C-Flaggschiff D500 (ca. 2330 Euro) und der D7200 vom März 2015 (etwa 1130 Euro/bleibt im Programm), sondern auch technisch. So hat Nikon einige Kernfunktionen aus der professionellen D500 (hier im Test) 1:1 der D7500 spendiert. Dazu gehört die Bildqualität (was wir in einem kommenden Labortest überprüfen werden), die auf einem gleich hoch auflösenden CMOS-Sensor mit 20,9 Megapixeln (ohne Tiefpassfilter), dem Expeed-5-Prozessor, der ISO-Empfindlichkeit von 100-51.200 (erweiterbar auf ISO 50 bis 1.640.000) und dem 180.000-RGB-Sensor zur Belichtungsmessung beruht. Das bedeutet interessanterweise auch, dass die D7500 weniger Pixel besitzt als ihre Vorgängerin D7200.

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Nikon D7500 APS-C Spiegelreflexkamera Kamera Foto

Auf dem Oberdeck findet sich ein Statusdisplay

© Nikon

Ebenfalls aus der D500 stammen der Auto-Area-AF mit Gesichtserkennung (allerdings mit „nur“ 51 AF-Messfeldern des Nikon Advanced Multi-CAM-3500-II-Moduls mit TTL-Phasenerkennung wie in der D7200) und die Aufnahme von 4K-Videos mit 30 B/s, die bis zu 30 Minuten dauern können und auf Wunsch als MP4-Format auch parallel zur Aufzeichnung in der Kamera auf einen externen Rekorder unkomprimiert abgespeichert werden können.

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Nikon D7500 APS-C Spiegelreflexkamera Kamera Foto

Das Display lässt sich nach oben und unten neigen

© Nikon

Timelapse-Videos sind in 4K möglich, eine elektronische Bildstabilisierung funktioniert beim Filmen nur in HD/Full-HD. Während der Aufnahme kann die Blende verstellt werden, hinterher lassen sich die Ergebnisse an Bord editieren.

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Nikon D7500 APS-C Spiegelreflexkamera Kamera Foto

Das Blitzgerät der D7500 besitzt Leitzahl 12

© Nikon

Anders als die D500 hat die D7500 ein Blitzgerät (Leitzahl 12) eingebaut. Aufklappen lässt sich ebenfalls das nach oben (rund 100 Grad) und unten (etwa 45 Grad) neigbare, sehr flache 3,2-Zoll-Display (8 cm) mit 922.000 Bildpunkten. Es bietet mehr Touch-Funktionen als das der D500, beispielsweise lässt sich das Menü durch Antippen bedienen oder im Live-View fokussieren und auslösen.

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Nikon D7500 APS-C Spiegelreflexkamera Kamera Foto

Der optische Sucher zeigt 100 Prozent des Bildes an

© Nikon

Zwischen den beiden bekannten Kameramodellen liegt die Serienbildgeschwindigkeit der D7500, sie schafft 8 Bilder/Sekunde mit automatischer Schärfenachführung und in Folge bis zu 50 Raw-Dateien. Raws lassen sich bereits in der Spiegelreflexkamera (auch stapelweise) verarbeiten. Gespeichert wird übrigens auf nur einer SD-Karte (UHS-I-kompatibel).
Beim überarbeiteten Sucher ist es bei der 100-Prozent-Ansicht geblieben und wie gehabt in der D7200 ist ihr Verschluss für 150.000 Auslösungen getestet. Mit hochgeklapptem Spiegel steht auch ein elektronischer erster Verschlussvorhang zur Verfügung. Als kürzeste Belichtungszeit gibt es die 1/8000 s, die Blitzsynchronzeit beträgt 1/250 s.

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Nikon D7500 APS-C Spiegelreflexkamera Kamera Foto

Gelb marliert sind die besonderen Abdichtungen der Nikon D7500

© Nikon

Auch in der D7500 kommt die neuere Bluetooth-Übertragungstechnik SnapBridge zum Einsatz, NFC besitzt sie nicht. Mit dem Funkadapter WR-R10 und einem Blitzgerät SB-5000 ist auch funkgesteuertes Blitzen (Advanced Wireless Lighting) erstmals in einer Nikon-DSLR mit eingebautem Blitzgerät möglich.

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Nikon D7500 APS-C Spiegelreflexkamera Kamera Foto

Mit den Zubehörteilen WR-R10 und WR-T10 lässt sich die Nikon D7500 funkgesteuert auslösen

© Nikon

Als Akku setzt Nikon den neuen EN-EL15a für bis zu 950 Bilder/Akkuladung ein, mit Zubehör kann sie auch direkt am Stromnetz betrieben werden. Gegen Witterungseinflüsse ist die D7500 ähnlich „normal“ wie die D7200 geschützt.
Zu den kleineren Verbesserungen zählen ein modifizierter Weißabgleich, ein – manuell feinjustierbarer – Automatikmodus bei den Bildstilen (Picture Control), eine lichterbetonte Automatik-Belichtungsmessung und ein zweiachsiger virtueller Horizont. Zum Ausprobieren verleitet eine Mehrfachbelichtungsfunktion mit direkter Kontrolle und Korrekturmöglichkeit: Sitzt beispielsweise das Motiv der zweiten Belichtung nicht an der gewünschten Stelle, kann die letzte Belichtung gelöscht und ein neuer Aufnahmeversuch unternommen werden.

Praxiseindruck

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Nikon D7500 APS-C Spiegelreflexkamera Kamera Foto

Die Nikon D7500 gibt es in Kit-Varianten

© Nikon

Das neue Modell konnten wir bereits in die Hand nehmen und ein paar Fotos damit schießen, die wir wegen des Vorserien-Charakters der Kamera hier nicht zeigen dürfen. Der erste Eindruck ist vertraut, Nikon hat das bekannte Layout der Tasten und Einstellräder beibehalten und für jeden Nikon-Aufsteiger ist die D7500 sofort problemlos zu bedienen. Auffällig ist das niedrige Gewicht: Die Neue ist mit 720 Gramm inklusive Akku und Speicherkarte erwartungsgemäß nicht nur leichter als die D500, sondern auch 45 Gramm leichter als die D7200. Obwohl die D7500 von den Abmessungen her (ca. 104 x 135,5 x 72,5 mm) weniger tief als ihre Vorgängerin ist, besitzt sie einen ausgeprägteren Handgriff, was ihre Griffigkeit erhöht. Insgesamt bietet das Handling keine bösen Überraschungen.

Die D7500 wird nicht nur solo, sondern auch in drei Kitvarianten angeboten. Mit dem 3,5-5,6/18-105 mm liegt der Preis bei 1799 Euro, mit dem 3,5-5,6/18-140 mm bei 1849 Euro und mit dem lichtstarken 2,8-4/16-80 mm bei 2499 Euro.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Technikredakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.