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Canon EOS M50 black und white
Die EOS M50 ist in Schwarz und Weiß erhältlich. Bilder: © Canon
Die EOS M50 ist in Schwarz und Weiß erhältlich. Bilder: © Canon

Canon EOS M50: Preiswerte Systemkamera mit 4K-Video

Ab April für rund 580 Euro erhältlich
26.02.2018

Die EOS M50 markiert für Canon eine Wende: Erstmals ist 4K in einer Mittelklasse-EOS verfügbar. Auch sonst bietet die neue spiegellose Systemkamera viel fürs Geld. Wir konnten uns anhand eines Vorserienmodells bereits einen ersten Praxiseindruck verschaffen.

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EOS 50M seitlich mit Monitor

Der Monitor lässt sich auch zur Seite ausklappen

© Canon

Äußerlich ist die EOS M50 minimal kleiner als ihre große Schwester EOS M5. Bei den inneren Werten bietet sie sogar mehr. Die Einsparungen beziehen sich vor allem auf die Bedienung. So fehlt der EOS M50 das Belichtungskorrekturrad und das zweite Einstellrad. Das Programmwahlrad lässt sich nicht sperren und der Touch-Monitor fällt etwas kleiner aus (3,0 statt 3,2 Zoll, 1,04 statt 1,6 Mio. Punkte). Dafür ist er voll flexibel, lässt sich also auch zur Seite ausklappen und nicht nur kippen. Der Sucher ist identisch mit dem der EOS M5 (0,39 Zoll, 2,36 Mio. Bildpunkte) und deutlich kleiner als die besten E-Sucher der Konkurrenz – angesichts des Preises hat er aber eine angemessene Qualität. Der Touchscreen des Monitors lässt sich übrigens auch nutzen, um im Sucherbetrieb das AF-Messfeld zu verschieben (Touch-and-drag-AF, auf einen Teil des Monitors beschränkbar).

24 Megapixel und Dual Pixel CMOS AF

Der Bildsensor ist ebenfalls aus der EOS M5 und zahlreichen anderen EOS-Kameras bekannt: Er löst 24,1 Megapixel auf und bringt den Dual Pixel CMOS AF (DPAF) für die schnelle Fokussierung im Live-View und Videomodus ohne Pumpen mit. Dieser deckt nun ein etwas größeres Bildfeld ab (je nach Objektiv bis zu 100 % in der Höhe und 88 % in der Breite). Leider steht er nicht bei der 4K-Aufzeichnung zur Verfügung; hierbei greift die Kamera auf den Kontrast-AF zurück. In unserem ersten Test fokussierte dieser deutlich langsamer als der DPAF, arbeitet aber ebenfalls weitgehend ohne Pumpen. Wer lieber manuell fokussiert, kann Peaking und eine Lupe nutzen.

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EOS 50M seitlich

Die EOS M50 ist etwas kleiner als die EOS M5.

© Canon

Mit Hilfe des neuen DIGIC-8-Bildprozessors gelingt die 4K-Aufnahme mit 25p (PAL) bzw. 30p (NTSC), wobei das Bildfeld um den Faktor 1,56 beschnitten wird. Bei Full-HD wird dagegen der volle Bildwinkel erfasst. Über HDMI lässt sich das 4K-Signal ausgeben. Aus den Videos lassen sich außerdem Standbilder speichern. Auch Zeitrafferfilme im 4K-Format sind möglich. Der Videomodus wird durch einen Mikrofoneingang komplettiert.

Verbessert hat Canon auch den Bildstabilisator. Der aus der PowerShot G7 X Mark II und G9 X Mark II bekannte „Dual Sensing IS“ nutzt neben den Informationen des Gyrosensors auch Daten des Bildsensors, um die Aufnahmen zu entwackeln. Die eigentliche Stabilisierung findet aber weiter ausschließlich über das Objektiv statt, sofern dies einen Bildstabilisator besitzt. Im Videomodus kommt ein digitaler Stabilisator hinzu.

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Canon EOS M50

Das Belichtungskorrekturrad der EOS M5 fehlt der EOS M50.

Bild: Canon

Neues Raw-Format

Auch für weitere zukünftige EOS-Kameras interessant ist das neue Raw-Format CR3. Es bietet unter anderem die Möglichkeit, auf einen komprimierten Modus (C-Raw) umzuschalten, in dem die Dateien 30 bis 40 Prozent kleiner ausfallen. Die kleinen Raw-Formate S-Raw und M-Raw entfallen dagegen.

Nicht fehlen darf natürlich ein Wi-Fi-Modul zur drahtlosen Bildübertragung und Fernsteuerung, das wie in den meisten neuen Canon-Kameras mit Bluetooth LE ergänzt wird, wodurch eine permanente Verbindung zwischen Kamera und Smartgerät aufrecht erhalten wird. Verbessert hat Canon nach eigenen Angaben die Belichtungsoptimierungen (Auto Lighting Optimizer und Tonwertpriorität) und den Kreativ-Assistenten. Auch der Serienmodus wurde etwas beschleunigt. So sind nun laut Canon 10 (statt 9) Bilder/s möglich bzw. 7,1 B/s mit AF-Nachführung.  Weitere Funktionen sind ein mechanischer Verschluss mit 1/4000 s, das lautlose Auslösen mit elektronischem Verschluss (Blitzen, Serienbilder und eine Langzeit-Rauschunterdrückung sind hierbei nicht möglich) und die Erweiterung des Zonen-AF auf 5 x 5 Messfelder.

Die EOS M50 ist ab April in Weiß und Schwarz für rund 580 Euro erhältlich. Mit dem EF-M 3,5-6,3/15-45 mm IS STM werden rund 700 Euro fällig, mit dem EF-M 3,5-6,3/18-150 mm IS STM rund 950 Euro.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Sozialwissenschaftler und Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup) und Tageszeitungen (Hamburger Abendblatt, Berliner Kurier). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.